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Medizinisches Lexikon

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Scharlach

Eine akute Infektionskrankheit, die durch besondere Arten von Streptokokken ausgelöst wird. Überwiegend eine Kinderkrankheit. Beim Scharlach kommt es u. a. zu einer heftigen Halsentzündung (Angina) und einem charakteristischen Hautausschlag.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter Kinderkrankheiten!

Scharlach ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien (sog. Streptokokken) verursacht wird. Meist sind Kinder von dieser Krankheit betroffen – erkranken können jedoch alle Menschen in jedem Lebensalter, sofern sie diese Krankheit noch nicht hatten. Einmal infiziert besteht eine lebenslange antitoxische Immunität. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Betroffene an anderen Streptokokkenarten erkrankt.

Scharlach wird durch sog. Tröpfcheninfektion (z.B. Husten, Niesen etc.) übertragen und tritt somit gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen etc. auf. In den nass-kalten Monaten von Oktober bis April tritt Scharlach am häufigsten in Erscheinung.

Scharlach beginnt meist sehr plötzlich mit schnell steigendem Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Oft klagen die Betroffenen zudem über Übelkeit und Erbrechen. Die Mandeln schwellen an und sind mit Eiter belegt. Die Lymphknoten am Hals können stark anschwellen. Ab dem 3. Krankheitstag verfärbt sich die Zunge rot, was auch als Himbeerzunge bezeichnet wird. Zudem bildet sich ein Ausschlag, der im Bereich der Leisten und in den Beugefalten der Achseln beginnt und sich nach und nach über den ganzen Körper ausbreitet. Der Bereich zwischen Kinn und Mund bleibt jedoch frei von diesem Ausschlag. Nach ca. 3 bis 5 Tagen bildet sich der Ausschlag zurück und ca. 3 Wochen später kommt es zur Abschuppung der Haut.

Die Behandlung von Scharlach erfolgt mit Antibiotika, meist Penicillin. Dieses muss 10 Tage lang eingenommen werden, um einen erfolgreiche Genesung zu ermöglichen und Komplikationen zu vermeiden. Patienten, die nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt werden, können schwere Folgeerkrankungen an Herz, Nieren oder Gelenken erleiden. Die Ansteckungsgefahr liegt bei Gabe von Antibiotika bei 1-2 Tage. Die Inkubationszeit (=Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch) liegt bei 2-4 Tagen.

Da Scharlach unter das so genannte Infektionsschutzgesetz fällt muss jeder Ausbruch gemeldet werden.

Ursache

  • Infektion mit Streptokokken

Was Sie tun können

  • Behandlung mit Antibiotika wie vom Arzt verordnet
  • Bettruhe solange das Fieber anhält
  • bei Fieber: Wadenwickel, fiebersenkende Medikamente
  • bei Halsschmerzen: Wärme, warme Getränke, weiche Nahrungbei Husten: v.a. Nachts auf gutes Raumklima (kühle und feuchte Luft) achten
  • ausreichend trinken, damit sich der Schleim löst und abgehustet werden kann
    Allgemein: Achten Sie darauf, dass sich während der Ansteckungsphase keine andere Person mit Scharlach infiziert – d.h. Kinder nicht in Kindergärten, Schulen etc. gehen lassen, nicht mit anderen Kindern spielen lassen -> auch Erwachsenen sollen sich in diesem Zeitraum von Gemeinschaftsräumen fern halten

Wann Sie zum Arzt müssen

  • sofort, wenn Sie an einer Entzündung des Halses mit Fieber und Hautausschlag erkrankt sind

Was Ihr Arzt tun kann

  • Anamnese (der Arzt befragt den Patienten zur Krankheitsgeschichte)
  • charakteristisches Aussehen gibt Aufschluss auf Scharlach
  • Abstrich aus dem Rachenraum -> Nachweis von Streptokokken unter dem Mikroskop
  • Blutanalyse -> Nachweis von Antikörpern gegen Streptokokken

Vorbeugung

  • eine richtige Vorbeugung gibt es nicht, da es schwer ist eine Ansteckung zu verhindern, da Scharlach-Patienten bereits ansteckend sind, bevor die Krankheit ausgebrochen ist
  • früher wurden Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen engen Kontakt zu Scharlach-Patienten haben vorsorglich mit Antibiotika behandelt – das wird jedoch heut zu Tage nicht mehr gemacht
  • es gibt keine Impfung gegen Scharlach
  • alle Maßnahmen, die zur Stärkung des Immunsystems beitragen helfen auch letztendlich Infektionskrankheiten vorzubeugen

 

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