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Medizinisches Lexikon

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Kreislaufschwäche

Kopfschmerzen und ein plötzliches Schwarz-vor-Augen-Werden, Schwindel, Herzklopfen und Flimmern vor den Augen – eine Kreislaufschwäche kann sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen. Auslöser der Beschwerden ist eine Unterversorgung des Gehirns mit Blut. Im Extremfall kann die Unterversorgung so ausgeprägt sein, dass Betroffene kurzzeitig das Bewusstsein verlieren.

Je nach Ausmaß der Beschwerden kann die Lebensqualität durchaus eingeschränkt sein. Gegebenenfalls lohnt es sich daher, mit dem Arzt zu sprechen und Maßnahmen zu ergreifen.


Mögliche Ursachen

Eine Kreislaufschwäche tritt häufig bei Menschen auf, die ohnehin einen niedrigen Blutdruck haben. Sie erleben die Konsequenzen typischerweise, wenn sie morgens aus dem Bett oder nach langem Sitzen von einem Stuhl aufstehen. Ihr Nervensystem erkennt dann zwar, dass es die Pumpleistung des Herzens steigern und bestimmte Blutgefäße enger stellen muss; die Reaktion setzt aber nicht schnell genug ein oder reicht einfach nicht aus. Diese Form der Kreislaufschwäche findet man oft bei jüngeren Menschen, und sie ist harmloser Natur. Meist lässt sie sich schon durch einfache Verhaltensmaßnahmen deutlich lindern (siehe unten).

Eine Kreislaufschwäche kann jedoch auch andere Ursachen haben. Dies gilt vor allem, wenn die Betroffenen schon höheren Alters sind und/oder langjährig an Erkrankungen wie Diabetes oder Parkinson leiden. Zum einen können bei ihnen jene Funktionen des Nervensystems gestört sein, die den Kreislauf regulieren. Zum anderen finden sich bei ihnen oft Erkrankungen an Herz und Blutgefäßen, sodass die Signale des Nervensystems für eine Leistungssteigerung nicht umgesetzt werden. Und schließlich gibt es auch Medikamente, die mit einer Kreislaufschwäche einhergehen können.


Was Sie tun können

Wenn Sie die genannten Symptome an sich bemerken, können Sie zunächst mit Hausmitteln gegensteuern. Dazu zählen alle Maßnahmen, die den Kreislauf beleben, wie Massagen, Kneipp'sche Anwendungen (beispielsweise Wassertreten oder abwechselnd heiße und kalte Güsse) und Sport. Daneben können Sie Ihrem Blutdruck auch mit koffeinhaltigen Getränken auf die Sprünge helfen. Wenn Sie öfter lange stehen müssen, hilft das Überkreuzen und Gegeneinanderpressen der Beine. Und schließlich sollten Sie ausreichend trinken und aus Ruhepositionen stets langsam aufstehen.


Wann Sie zum Arzt müssen

Helfen diese Hausmittel nicht oder fühlen Sie sich erheblich beeinträchtigt, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Dies gilt auch, wenn Sie Anzeichen einer Kreislaufschwäche bei ansonsten eher erhöhtem Blutdruck haben.


Was Ihr Arzt tun kann

Anhand verschiedener Kreislauffunktionsprüfungen (Schellong- und/oder Kipptisch-Test) kann Ihr Arzt harmlose und bedrohliche Formen der Kreislaufschwäche unterscheiden. Im Falle des Schellong-Tests werden Blutdruck und Herzfrequenz nach einer mehrminütigen Liegephase und dann nach dem Aufstehen gemessen. Beim Kipptisch-Test stehen die Probanden nicht auf, sondern werden auf einem schwenkbaren Tisch um 60 bis 70 Grad nach oben gekippt. Zudem ist die Messung meist detaillierter.

Liegt der Kreislaufschwäche eine Erkrankung zugrunde, wird der Arzt zunächst versuchen, diese zu behandeln. Darüber hinaus hat er zusätzliche Möglichkeiten, um die Symptome zu beheben oder zu lindern. Zu ihnen zählen angepasste Stützstrümpfe, die dem Versacken des Blutes in den Beinvenen entgegenwirken und bestimmte Medikamente. Letztere kommen allerdings nur für Patienten mit stark ausgeprägter Kreislaufschwäche in Frage.

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