STADA

Medizinisches Lexikon

Medizinisches Lexikon

In unserem medizinischen Lexikon STADApedia möchten wir Ihnen helfen, schnelle und zuverlässige Antworten auf Ihre gesundheitlichen Fragen zu finden.

Appetit auf Gesundheit! Alles über gesunde Ernährung

Appetit auf Gesundheit! Alles über gesunde Ernährung

Übergewicht

Viele Menschen sind zu dick. Nimmt der Mensch mehr Energie in Form von Nahrung zu sich als er tatsächlich verbraucht, wird er im Laufe der Zeit übergewichtig. Wer abnehmen will, muss entweder weniger essen als er verbraucht oder seinen Energieverbrauch, z.B. durch Sport oder körperliche Arbeit deutlich steigern. Von Übergewicht spricht man, wenn das Gewicht deutlich über dem Normalgewicht liegt. Bezugsgröße für das Normalgewicht ist der Body-Mass-index, der das Körpergewicht in Relation zur Körperlänge stellt. Testen Sie sich mit dem STADA BMI-Check.

Die Energiezufuhr und der Energieverbrauch des Körpers werden in Kilokalorien (kcal) oder Kilojoule (kJ) gemessen. Eine Kilokalorie entspricht 4,184 Joule. Der tägliche Kalorienbedarf eines Erwachsenen liegt bei ca. 2.500 kcal oder 10.500 kJ. Der genaue Wert richtet sich nach der Körpergröße und der täglichen Arbeit. Der Bedarf an Nahrungsenergie ist erhöht bei körperlicher Betätigung, im Wachstum und in der Schwangerschaft und Stillzeit. Die Nahrung sollte sich im Idealfall aus 15% Eiweiß, 30% Fett und 55% Kohlenhydraten zusammensetzen. Mit Hilfe von Kalorientabellen kann der Energiegehalt der Nahrungsmittel festgestellt werden.

Eine Fehlsteuerung der Appetit-Sättigungs-Regulation kann ebenfalls zu Übergewicht führen, da ein Sättigungsgefühl nicht mehr wahrgenommen wird. Bestimmte Essverhaltensmuster werden bereits in der Kindheit anerzogen. Außerdem hat man in Tierversuchen herausgefunden, dass es unterschiedliche Veranlagungen gibt. Der eine neigt mehr dazu, seinen Energieüberschuss in Fettdepots (Fettzellen) abzuspeichern, während ihn der andere in Wärmeerzeugung umsetzt. Selten stecken hinter Übergewicht ernsthafte Erkrankungen oder Hormonstörungen.

Folgen von Übergewicht

  • Stoffwechselstörungen (Diabetes, Gicht, erhöhter Cholesterinspiegel)
  • Das Risiko, an Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arterienverkalkung, Fettleber, Thrombosen, Gelenkerkrankungen, Gallensteinen zu erkranken, steigt erheblich
  • Das Risiko für Komplikationen bei Operationen sind erhöht

Was Sie tun können

  • Man sollte sich für das Essen immer Zeit nehmen. Gut kauen und keine anderen Tätigkeiten nebenher ausführen
  • Es sollten am besten fünf kleine Mahlzeiten am Tag eingenommen werden
  • Vor dem Essen immer ein großes Glas Flüssigkeit trinken, das mindert den Appetit
  • Bei jeder Diät sollte man sehr viel trinken
  • Jede Diät sollte von regelmäßiger, körperliche Betätigung begleitet werden
  • Die einzig sinnvolle Diät besteht aus einer kalorienreduzierten Mischkost einer ausgewogenen Diät mit vielen frischen Produkten (z.B. Brigitte-Diät). Einseitige Diäten (z.B. Reisdiät, Hollywooddiät) sind nicht zu empfehlen, da sie meist einen Mangel an bestimmten Nährstoffen, Vitaminen oder Mineralstoffen erzeugen und nicht zu einer dauerhaften Umstellung der Ernährungsgewohnheiten führen
  • Diät-Fertiggerichte können ab und zu eine Mahlzeit ersetzen
  • Formuladiäten sind Pulver, Granulate oder Getränke mit einem genau definierten Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Sie eignen sich nur für kurze Diäten um 2-3 Kilo abzunehmen oder um im Rahmen einer Diät einige Mahlzeiten zu ersetzen
  • Abführmittel (z.B. mit Sennesblättern), Entwässerungsmittel (z.B. Algenextrakt, Birkenblätter, Ananas-Enzym) oder Entschlackungstees (z.B. Sennesblätter und Birkenblätter) führen nur zu einer kurzfristigen, verstärkten Wasserausscheidung. Dabei können auf Dauer wichtige Mineralstoffe verloren gehen. Außerdem führt die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln zu Darmträgheit. Eine echte Gewichtsreduzierung ist hier also nicht der Fall
  • Appetitzügler mit chemischen Wirkstoffen wirken über das Gehirn appetitdämpfend. Wegen der Nebenwirkungen können viele Patienten diese Medikamente nicht nehmen (z.B. steigt der Blutdruck bei Hypertonie an). Auch bei an sich gesunden Patienten können Nebenwirkungen auftreten, häufig Nervosität
  • Pflanzliche (z.B. Matetee) oder homöopathische Arzneimittel (z.B. Tropfen mit Helianthus tuberosus) sollen ebenfalls den Appetit senken
  • So genannte Fat-Blocker enthalten keine grundsätzlich neuen Substanzen zum Abnehmen, sondern hauptsächlich Vitamine
  • Fastenkuren empfehlen sich nur unter ärztlicher Aufsicht. Falsches Fasten oder Fasten bei bestehenden Grunderkrankungen kann gravierende Folgen haben, z.B. Nierensteine, Herzschäden, Gichtanfälle usw. Auf jeden Fall bei einer Fastenkur mindestens 3 Liter täglich trinken. Trotz etwa 400g Gewichtsverlust pro Tag gilt aber auch hier: dauerhafter Erfolg ist selten, wenn nicht gleichzeitig die Ernährung umgestellt wird
  • Gemeinsam mit anderen abzunehmen (z.B. bei Weight Watchers) kann den Willen zur Gewichtsabnahme stärken
  • Wichtig ist eine dauerhafte Umstellung der Ernährung, um Essfehler in Zukunft zu vermeiden und das niedrigere Gewicht zu halten

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Wenn Sie Ihr Übergewicht nicht selbst in den Griff bekommen
  • Wenn sich eine der o. g. Folgeerkrankungen eingestellt hat

Was Ihr Arzt tun kann

  • Ihr Arzt kann Sie in Fragen der Lebens- und Ernährungsumstellung beraten.
  • Überweisung zu einem Spezialisten

Gesundheitsbegriffe von A-Z durchsuchen