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Medizinisches Lexikon

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Appetit auf Gesundheit! Alles über gesunde Ernährung

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Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Die Magenschleimhaut ist stark durchblutet und wird durch eine Schleimschicht vor aggressiven Stoffen (z.B. Magensäure, Enzymen) geschützt (Magen, nervöser). Durch eine Schädigung dieser Schleimschicht oder Überproduktion der Magensäure kann die Magenschleimhaut angegriffen werden. Es kommt zu einer akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis) mit ähnlichen Beschwerden wie beim nervösen Magen. Je nach Ursache der Schleimhautentzündung stehen bestimmte Beschwerden im Vordergrund:

Meist gehen die Beschwerden im Laufe des Tages von selbst zurück. Bei einer dauerhaften Veränderung der Magenschleimhaut spricht man von einer chronischen Gastritis. Oft treten dabei überhaupt keine Beschwerden auf oder es wird zuwenig Magensäure gebildet, weil die Magenschleimhaut geschädigt ist. Viele ältere Menschen leiden an einer chronischen Gastritis, weil sich die Magenschleimhaut üblicherweise mit dem Alter zurückbildet.

Beim Magengeschwür (Ulkus) geht die Schädigung über eine Entzündung hinaus. Es bildet sich in der Magenschleimhaut ein Geschwür aus, das bis in die Magenwand vordringen kann, evtl. blutet und sogar die Magenwand durchbrechen kann. Solche Geschwüre können auch im Zwölffingerdarm auftreten (Zwölffingerdarmgeschwür). Erste Anzeichen beim Magengeschwür sind Druck und Völlegefühl unmittelbar nach den Mahlzeiten, stechende Schmerzen etwa 2 Stunden nach dem Essen. Beim Zwölffingerdarmgeschwür stehen eher Schmerzen nachts oder vor den Mahlzeiten (Nüchternschmerz) im Vordergrund. Oft bessern sich die Schmerzen durch das Essen. Oft treten Appetitlosigkeit und die gleichen Symptome wie bei der Magenschleimhautentzündung auf. Im weiteren Verlauf kann es zu Teerstühlen (Blut im Stuhl) oder Bluterbrechen kommen. Aber auch hier gibt es Fälle, bei denen keine Beschwerden auftreten. Auch ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür kann chronisch werden.

Häufigste Ursachen

  • Infektion mit der Bakterienart Heliobacter pylori
  • Magenreizungen durch Medikamente, z.B. Schmerz- und Rheumamittel wie Acetylsalicylsäure und Indometacin
  • Reizmagen (Magen, nervöser)Ständige Reizung durch Rauchen, Alkohol, Kaffee etc.Lebensmittelvergiftung, z.B. durch giftige Pilze
  • VirusinfektionVergiftung durch Chemikalien, Säuren, Laugen
  • Autoimmunerkrankungen (Erkrankungen, bei denen der Körper Abwehrstoffe gegen seine eigenen Körperzellen bildet)
  • Ein ständiger Rückfluss des aggressiven, gallensäurehaltigen Dünndarminhaltes in den Magen
  • Alterserscheinung bei chronischer Magenschleimhautentzündung

Was Sie tun können

  • Bei akuter Gastritis 1-2 Tage Bettruhe halten
  • Fasten oder Schonkost beruhigen die Magenschmerzen. Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als wenige große
  • Tees, Tropfen oder Tabletten mit Kamille, Schafgarbenkraut oder Süßholzwurzel wirken entzündungshemmend und krampflösend. Auch Pfefferminztee oder Schwarzer Tee wirken beruhigend auf den Magen
  • Gegen Magenkrämpfe helfen krampflösende Medikamente, sog. Spasmolytika, z.B. mit Butylscopolamin, in Form von Tabletten oder Zäpfchen
  • Säurebindende Mittel, sog. Antazida, z.B. mit Magnesium- und Aluminiumsalzen, wirken oft auch bei Gastritis. Die Kautabletten oder Beutel mit Suspensionen sollten eine Stunde nach dem Essen und vor dem Schlafengehen eingenommen werden

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Wenn die beschriebenen Beschwerden einer Gastritis im Oberbauch auftreten, länger andauern oder immer wiederkehren. Achtung: Chronische Gastritis verursacht u. U. keine Beschwerden!
  • Beim geringsten Verdacht auf ein Magengeschwür
  • Bei Vergiftungen
  • Bei unklaren Beschwerden

Was Ihr Arzt tun kann

  • Der Arzt kann mit einer Magenspiegelung feststellen, ob ein Magengeschwür vorliegt und dieses mit entsprechenden Medikamenten, z.B. H2- Säureblockern, Antibiotika oder Magensäuresekretionshemmern behandeln
  • Präparate mit Wismut werden gegen das Heliobakter-Bakterium eingesetzt und werden bei chronischer Gastritis empfohlen oder verordnet. (Achtung: Wismutpräparate färben den Stuhl dunkel!)

Vorbeugung

  • Patienten mit einem empfindlichen Magen sollten magenreizende Medikamente wie z.B. Acetylsalicylsäure meiden. Statt Acetylsalicylsäure lieber paracetamolhaltige Schmerzmittel nehmen
  • Übermäßigen Alkohol-, Nikotin- und Kaffeekonsum meiden
  • Sehr scharf gewürzte Speisen sowie extrem kalte oder heiße Getränke meiden
  • Ausgeglichene Lebensweise
  • Gesunde Ernährung

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