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Medizinisches Lexikon

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In unserem medizinischen Lexikon STADApedia möchten wir Ihnen helfen, schnelle und zuverlässige Antworten auf Ihre gesundheitlichen Fragen zu finden.

Durchfall

Treten am Tag mehrere wässrige oder breiige Stühle auf, spricht man von Durchfall (Diarrhö). Dadurch verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralsalze. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern kann dieser Flüssigkeits- und Elektrolytverlust schnell bedrohlich werden: das Blut wird eingedickt und es kann zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen. Häufig bestehen zusätzlich Übelkeit, Erbrechen und Darmkrämpfe. Durch Erbrechen und Durchfall kann der Körper sich rasch von schädigenden Keimen oder Substanzen befreien.

Häufigste Ursachen

  • Magen- und Darminfektionen durch Viren oder Bakterien. Häufig kommen Erbrechen, Fieber, Gliederschmerzen oder Erkältungsbeschwerden hinzu
  • Nahrungsmittelvergiftung
  • Nahrungsmittelallergie
  • Übermäßiges Essen von Diätzucker (Sorbit, Mannit) oder übermäßige Einnahme von Abführmitteln
  • Angst, Stress, Nervosität
  • Reizdarm, auch nervöser Darm genannt. Hier treten Durchfall und verschiedene andere Beschwerden wie Verstopfung oder Bauchkrämpfe häufig im Wechsel auf, ohne dass eine spezielle Ursache bekannt ist
  • Bestimmte Medikamente, z.B. Antibiotika, können Durchfall auslösen
  • Entzündung des Darms

Was Sie tun können

  • Eine einfache Durchfallerkrankung vergeht meist von alleine und benötigt keine spezielle Therapie. Generell sollte Durchfall nicht sofort unterbunden werden, da sonst Keime und Schadstoffe nicht ausgeschieden werden können. Wichtig ist, die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen. Dazu gibt es spezielle Elektrolytpräparate als Tabletten oder Flüssigkeit in Beuteln, die Glucose, Natrium, Kalium und Chlorid enthalten. Falls diese nicht zur Hand sind, kann man sich auch selbst eine Mischung aus ½ Liter Wasser, 5 Teelöffeln Traubenzucker und ½ Teelöffel Salz herstellen. Insgesamt sollten mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden. Auch schwarzer Tee ist gut bei Durchfall, da er leicht stopfend und beruhigend wirkt.
  • Bei starken Durchfällen am Anfang nichts essen. Ab dem 2. oder 3. Tag mit Schonkost (Zwieback, Schleimsuppe etc.) beginnen. Für Säuglinge gibt es eine spezielle Heilnahrung. Bei leichteren Durchfallerkrankungen kann das gegessen werden, worauf Appetit besteht, allerdings sollten blähende oder stark zitrushaltige Speisen und Getränke vermieden werden. Medizinische Säfte mit Apfelpektin binden schädigende Stoffe oder Keime. Es kann auch geriebener Apfel verabreicht werden.
  • Tabletten mit Gerbstoffen (z.B. Tannin-Eiweiß) dichten die Darmschleimhautoberfläche ab und wirken antibakteriell.
  • Hefe hemmt das Wachstum von schädlichen Keimen und dient der Regeneration der Darmflora nach einer Durchfallerkrankung oder nach der Einnahme von Arzneimitteln, die die Darmflora angreifen (z.B. Antibiotika). Zur Regeneration der Darmflora und zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte können auch Präparate eingesetzt werden, die bestimmte Bakterienstämme (z.B. Milchsäurebakterien) enthalten.
  • Bei starken Durchfällen kann die Hemmung der Darmmuskeltätigkeit mit Loperamid schnell den Durchfall stoppen. Diese Präparate sollten aber nur kurzfristig, d.h. nicht länger als zwei Tage eingenommen werden, da es leicht zu einer Verstopfung kommen kann und so die Erreger bei einer Infektion nicht ausgeschieden werden können.
  • Auch pflanzliche Präparate lindern den Durchfall oder die Krampfbeschwerden, z.B. Tabletten oder Tropfen mit Uzarawurzelextrakt.
  • Gegen Darmkrämpfe helfen krampflösende Medikamente in Tablettenform.

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Wenn die Durchfälle sehr stark sind oder länger andauern.
  • Wenn Blut im Stuhl ist.
  • Wenn andere Beschwerden wie Fieber, AbgeschlagenheitSchmerzen hinzukommen.
  • Bei Durchfällen nach einer Fernreise.
  • Wenn Säuglinge oder Kinder betroffen sind

Was Ihr Arzt tun kann

  • Der Arzt kann die Ursache der Durchfallerkrankung herausfinden und eine spezielle Therapie einleiten, z.B. mit antibakteriellen Medikamenten.

Vorbeugung

  • Besonders bei Reisen in heiße Länder nur gekochte oder geschälte Speisen essen, z.B. kein offenes Speiseeis oder Salat. Das Trinkwasser abkochen oder Mineralwasser verwenden. Dies gilt auch für das Zähneputzen. Achtung: keine Eiswürfel in Getränke!
  • Möglichst keine rohen oder weichgekochten Eier (besonders im Sommer) und kein ungenügend gegartes Geflügel sowie ungewaschenes Obst und Salate essen.
  • Einige Darmerkrankungen (z.B. durch Salmonellen verursacht) sind stark ansteckend. Besondere Hygienemaßnahmen sind dann notwendig.
  • Hefepräparate können Durchfallerkrankungen vorbeugen.

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