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Was tun bei Ohrenschmerzen?

Wenn die Ohren schmerzen, kommen verschiedene Ursachen in Frage. Vor allem bei Kindern steckt oft eine akute Mittelohrentzündung hinter der Pein. Erwachsene bekommen eher von einer auf den ersten Blick unerwarteten Stelle Probleme: vom Kiefergelenk. Was noch auf die Ohren schlagen kann, was bei Ohrenschmerzen hilft und wie man manche Ursachen sogar vermeiden kann, lesen Sie hier.

Unser Hörorgan ist ein verflixt kompliziertes Ding aus vielen Einzelteilen. Entsprechend vielfältig sind die Ursachen für Ohrenschmerzen. Betroffen sein können der äußere Gehörgang, das Trommelfell, das Mittelohr oder das Innenohr. Als Verursacher kommen Entzündungen (z. B. durch Bakterien oder Viren) in Frage oder Verletzungen. Bisweilen rühren die Schmerzen gar von ganz anderer Stelle, etwa aus dem Rachenraum bei einer Mandelentzündung oder von fehlbelasteten Kiefergelenken (gerne nach Zahnoperationen). Sogar Beschwerden der Halswirbelsäule können sich in Ohrenschmerzen auswirken.

Mittelohrentzündung: Warum gerade Kinder betroffen sind

Kaum eine Kindheit vergeht, ohne dass es auf die Ohren gibt: Fast jedes zehnte Kind wird wegen Ohrenschmerzen beim Hausarzt vorstellig; bei den meisten lautet die Diagnose dann akute Mittelohrentzündung (akute Otitis media). Sie entsteht, wenn die luftgefüllte mittlere Höhle des Hörorgans nicht richtig belüftet wird, etwa durch geschwollene Schleimhäute, einen Fremdkörper oder eine vergrößerte Rachenmandel. Es entsteht ein Unterdruck, über den Bakterien und Viren über die Eustachische Röhre ins Mittelohr gelangen.

Weil bei Kindern das komplexe Höhlensystem des Nasenrachenraums noch relativ eng ist, kann ein solcher Engpass häufiger vorkommen. Außerdem ist vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern die Rachenmandel oft vergrößert, was die Entzündungsneigung im Mittelohr begünstigt.

Häufig bei Jugendlichen: Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen

Sobald der Kopf und damit der Nasenrachenraum ausgewachsen sind, nimmt die Neigung zur Mittelohrentzündung ab. Bei Teenagern und jungen Erwachsenen rühren Ohrenschmerzen jetzt am häufigsten von einer Entzündung des Gehörgangs (Otitis externa). Vor allem beim schönsten Badewetter steigt in den Arztpraxen der Anteil der Ohrpatienten: In Badeseen und sogar in gechlorten Schwimmbädern können sich Bakterien tummeln, die die schützende Ohrschmalzschicht überwinden, sich im schmalen Tunnel zwischen Ohrmuschel und Trommelfell breitmachen und so eine Entzündung verursachen. Auch der Einsatz von Wattestäbchen oder gar Stricknadeln, Haarklammern, Streichhölzern oder anderen harten Gegenständen zum Ohrenreinigen kann böse enden, wenn sich Bakterien in feinsten Verletzungen im Gehörgang häuslich niederlassen.

Was hilft (wirklich) bei Ohrenschmerzen?

Je nach Schweregrad und Art der Entzündung lässt sich eine Entzündung des Gehörgangs durch eine gründliche Reinigung (zum Beispiel mit alkoholhaltigen Ohrentropfen) bis zum Einsatz mit Antibiotika behandeln. Bei Mittelohrentzündungen hilft es oft schon, sich ausgiebig aufs Ohr zu legen.

Achtzig Prozent der akuten Mittelohrentzündungen heilen ohne die Gabe von Antibiotika von allein. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) empfiehlt daher bei ansonsten gesunden Kindern ab 2 Jahren zunächst auf die Selbstheilungskräfte zu vertrauen. Hausmittel wie Zwiebelsäckchen, Knoblauch- oder Kamillenkompressen, Rotlicht oder Wärmekissen können den Heilungsprozess unterstützen und schlimme Schmerzen lindern.

Richtig gehört: Bei Ohrenschmerzen zum Zahnarzt

Ohrenschmerzen können aber auch einen Besuch bei anderen Fachärzten nötig machen. Beschwerden der Halswirbelsäule (Zervikalneuralgien) machen sich auch in Form von Ohrenschmerzen bemerkbar. Der Gang zum Zahnarzt kann helfen. Denn oft strahlen schief wachsende Weisheitszähne auf das Hörorgan aus, ebenso wie Karies an den Backenzähnen. Tatsächlich verschieben sich die Ursachen von schmerzenden Ohren mit zunehmendem Alter immer mehr in die untere Gesichtshälfte. Störungen im Kiefergelenk (Kiefergelenksarthropathie), etwa nach aufwendigen Zahnbehandlungen, können sich als Schmerzen im Ohr äußern, oft verbunden mit Schwindel.

Der Zusammenhang zwischen Ohr und Gebiss erscheint nur auf den ersten Blick ungewöhnlich. Als vor Jahrmillionen die ersten Lebewesen aus dem Wasser an Land krochen, mussten sie ihr Hörorgan auf den Lufttransport der Schallwellen umstellen. Dazu funktionierte Mutter Natur ein paar überflüssig gewordene Knöchelchen des Kauapparats kurzerhand um zu den drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel im Mittelohr. Mittelohr samt Gehörgang selbst, mutmaßen einige Evolutionsforscher, sollen gar aus einer Atemöffnung der einstigen Wasserbewohner entstanden sein.

Ohrenschmerzen vorbeugen: Kein Platz für Wattestäbchen

Gleich, ob Gehörgang oder Mittelohr betroffen sind: Erkrankungen des Hörorgans sind äußerst schmerzhaft. Viele Unannehmlichkeiten im äußeren Gehörgang lassen sich vermeiden, indem man auf Wattestäbchen & Co. zum Reinigen schlichtweg verzichtet. Die braucht es nämlich gar nicht: Ohren verfügen über einen Selbstreinigungsprozess. Gegen die sommerlichen Bade-Entzündungen hilft sogenannte Badewatte. Sie verhindert, dass beim Schwimmen Wasser mitsamt der Krankheitserreger in den Gehörgang geschwemmt werden. Die Gefahr von Mittelohrentzündungen lässt sich mildern, indem Eltern bei ihren Kindern auf eine freie Nase achten und sie möglichst nicht Zigarettenrauch aussetzen. Auch Schnuller und Sauger stehen im Ruf, Mittelohrentzündungen zu begünstigen.

 

 

Zahlen & Fakten rund ums Ohr

Ursachen für Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen kann es sinnvoll sein, nicht nur das Hörorgan selbst eingehend unter die Lupe zu nehmen. Gerade mit zunehmendem Alter können auch andere Körperteile sich schmerzhaft auf die Ohren auswirken. Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl der häufigsten Ursachen (nach der DEGAM-Leitlinie).

  • Mittelohrentzündung in Folge angeschwollener Schleimhäute des Nasenrachenraums 
  • Entzündung des Gehörgangs (z. B. nach dem Schwimmen)
  • Fremdkörper im Ohr
  • Mumps
  • Rachenentzündung (Pharyngnitis)
  • Mandelentzündung (Tonsilitis)
  • Verletzungen der Ohr-Schleimhaut
  • Verletzungen des Trommelfells
  • Schief wachsende Weisheitszähne
  • Störungen des Kiefergelenks (Kiefergelenksarthropathie)
  • Entzündungen des Kiefers
  • Karies (Backenzähne) 
  • Furunkel o.ä. im Gehörgang 
  • Beschwerden der Halswirbelsäule (Zervikalneuralgien)

Wenn die Schnecke mit dem Hammer auf die Pauke haut oder: Wie wir hören

Das liebliche Trällern einer Amsel oder das zermürbende Dröhnen eines Presslufthammers - jedes Geräusch setzt in unserem Ohr eine hochkomplizierte Kettenreaktion in Gang. An ihr beteiligt sind ein ausgeklügeltes Instrumentarium aus Haut, Knochen, Luft und Wasser und mit kurios sprechenden Namen wie Ohrtrompete, Steigbügel und Schnecke.

Die wundersame Reise des Schalls in unserem Ohr beginnt an der Ohrmuschel, deren Windungen die Schallwellen in den Gehörgang dirigieren. Dort versetzen die Wellen das Trommelfell in Schwingung, das wiederum die drei Gehörknöchelchen im Mittelohr in Bewegung bringt. Das Mittelohr selbst besteht aus einer luftgefüllten Höhle (die sogenannte Paukenhöhle), die das akustische Signal quasi verstärkt. In dieser Paukenhöhle mündet die Ohrtrompete, auch Eustachische Röhre genannt. Sie verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum und dient dem Druckausgleich hinter dem Trommelfell.

Zurück zur Reise der Schallwelle: Das erste der drei Gehörknöchelchen heißt Hammer und ist direkt mit dem Trommelfell verbunden. Er gibt die Schwingbewegung des dünnen Häutchens an den Amboss weiter, der schließlich den Steigbügel aktiviert. Der Steigbügel wiederum „klopft“ an das ovale Fenster, eine Membran, die die Höhle des Mittelohrs vom Innenohr trennt. Die Klopfzeichen wandern so in das mit Wasser gefüllte eigentliche Hörorgan des Ohrs: der sogenannten Schnecke. Hier werden die Schallwellen in Druckwellen verwandelt, diese Schwingungen setzen die Haarzellen in Bewegung, die den Impuls an den Hörnerv weitergeben, der ihn dann zur Verarbeitung ins Gehirn lenkt. Wir können das Trällern der Amsel  genießen oder uns über das Wummern des Presslufthammers ärgern.

Neben dem Hörorgan ist das Innenohr auch die Heimat des Gleichgewichtsinns. Dafür zuständig sind ein kompliziertes System aus drei wassergefüllten Bogengängen und Vorhöfen. Die Flüssigkeit bewegt sich je nach Kopflage wie in einer fein austarierten Wasserwaage und aktiviert die entsprechenden Sinneszellen.

Hausmittel bei Ohrenschmerzen: Es müssen nicht gleich Antibiotika sein …

Ein ansonsten gesunder Mensch ohne chronische Erkrankungen kann bei Ohrenschmerzen auf seine Selbstheilungskräfte vertrauen. Verschiedene Hausmittel haben sich zur Linderung der Schmerzen bewährt.

 

Quellen

1 DEGAM-Leitlinie Nr. 7: Ohrenschmerzen

2 Andreas Emmerling-Skala: Kürbis, Kiwano & Co. – Kürbisgewächse in Texten der Antike (Band 2). In: Karl Hammer, Thomas Gladis und Marina Hethke (Hrsg.), Kassel, 2002: Kürbis, Kiwano & Co. – vom Nutzen der Vielfalt, 3 Bände, S. 21

3 Werner E. Gerabek,Bernhard D. Haage,Gundolf Keil,Wolfgang Wegner (Hrsg.), Enzyklopädie Medizingeschichte, 2007, Ohrenkrankheiten, S. 1066 f.

4 Karl Karst, Geschichte des Ohrs - Eine Chronologie, Vortrag, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Bundeskunsthalle) Bonn, 12. Mai 1993

5 Andreas Jahn, Noch nicht ganz Ohr. In: Spektrum der Wissenschaft, Online-News vom 14. März 2007

 

 

Zuletzt aktualisiert 09/2016; Wie wir arbeiten

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