Wechselwirkungen

Damit Arzneimittel ihre positive Wirkung vollständig entfalten können, ist es wichtig, sich über die entsprechenden Wechselwirkungen vorab zu informieren. Beispielweise vertragen sich bestimmte Lebensmittel nicht mit dem einzunehmenden Medikament. Auch die Kombination von verschiedenen Medikamenten kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen. Fragen Sie daher im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker.

Hier können Sie sich über die häufigsten Wechselwirkungen informieren:

Arzneimittel und Alkohol

Wer Arzneimittel einnimmt sollte generell keinen Alkohol zu sich nehmen. Wird ein Arzneimittel zusammen mit Alkohol eingenommen oder trinkt man Alkohol nach Einnahme eines Medikaments, kann sich die Wirkung der eingenommenen Substanz verstärken. Der Grund liegt darin, dass sowohl der Alkohol wie auch viele Arzneimittel in der Leber abgebaut werden. Da die Leber aber mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, kann das Arzneimittel nicht mehr richtig verarbeitet werden. Die verringerte Abbaurate des Arzneimittels führt zu einer höheren Konzentration und somit einer stärkeren und/oder verlängerten Wirkung im Körper.

Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder andere Psychopharmaka entfalten ihre Wirkung häufig an denselben Gewebestellen (den sog. Rezeptoren) wie der Alkohol. Arzneimittel und Alkohol können somit in ihren Wirkungen und Nebenwirkungen verstärkt werden.

Sprechen Sie daher immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob sich ein gelegentlicher Alkoholgenuss mit Ihrer Medikamenteneinnahme verträgt.

Wechselwirkungen mit Lebensmitteln

Manche Lebensmittel können Arzneimittel in ihrer Wirkung hemmen oder verstärken. Nachfolgend wichtige Lebensmittel, die zu Wechselwirkungen mit Arzneistoffen führen können:

Citrate
Citrate sind Salze der Zitronensäure die in Limonaden, Obstsäften, Wein aber auch in Brausetabletten enthalten sind. Magenmittel gegen Sodbrennen enthalten als Wirkstoff manchmal Aluminiumsalze. Sie sollten nicht zusammen mit den angeführten Getränken eingenommen werden, da dies sonst zu Verwirrungszuständen, Krampfanfällen und Anämie führen kann.

Grapefruitsaft
Durch bestimmte Bestandteile des Safts wird ein Enzym in der Leber und der Darmwand gehemmt, das Medikamente im Körper abbaut. Somit kann die Wirkung von Arzneimitteln verstärkt werden.

Wechselwirkungen treten besonders häufig auf in Kombination mit:

  • Schlafmitteln: rauschähnlicher Zustand
  • Antiallergika (vor allem Terfenadin): Herzrhythmusstörungen
  • Blutdrucksenkenden Mitteln: erhebliche Herabsetzung des Blutdrucks
  • Arzneien, die die Blutfettwerte senken (Statine): Wirkung wird verstärkt. Als Folge können Muskelschwäche und -schmerzen auftreten.

Koffeinhaltige Getränke
Zu den koffeinhaltigen Getränken gehören Kaffee, Schwarz-, Grün- oder Matetee und Cola. Einige Arzneimittel können die Wirkung von Koffein erhöhen, denn Sie behindern den Abbau von Koffein im Körper. Herzrasen, Schlaflosigkeit und Unruhe können die Folge sein.

Andere Arzneimittel werden in ihrer Wirkung durch Koffein gehemmt oder auch verstärkt.

Folgende Arzneimittel sollten nicht mit koffeinhaltigen Getränken eingenommen werden:

  • Schlafmittel
  • Schmerzmittel
  • Theophyllin (wird häufig in der Asthmatherapie eingesetzt)

Lakritze
Der Verzehr von Lakritze bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika (Entwässerungsmittel) kann zu einem verstärkten Kaliumverlust führen. Symptome sind Muskelschwäche, Schläfrigkeit und Bluthochdruck.

Milch und Milchprodukte
Milch und Milchprodukte können die Wirkung von bestimmten Antibiotika einschränken. Der Grund liegt darin, dass sich die Wirksubstanz des Antibiotikums (z. B. Tetracycline) im Darm an Kalzium bindet. Die entstehenden Verbindungen können nicht mehr gespalten werden. Das Arzneimittel bleibt im Darm und wird wieder ausgeschieden.

Weitere Substanzen verursachen Wechselwirkungen in Kombination mit Milchprodukten:

  • Fluoride (Mittel zum Knochenaufbau) bilden mit dem Kalzium der Milch schwer lösliche Salze. Dadurch vermindert sich die Aufnahme der Substanz aus dem Magen-Darmtrakt
  • Fluortabletten für die Zähne: Kalzium setzt sich auf den Zähnen ab, das Fluor wird somit blockiert.
  • Bisphosphonate (Mittel gegen Osteoporose)

Tyraminhaltige Lebensmittel
Tyramin ist eine Eiweißsubstanz die in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Diese Substanz entwickelt sich in proteinhaltigen Nahrungsmitteln, die längere Zeit gelagert werden. Hierzu zählen bspw. Käse, Salami, Bohnen, Hefe, Bierhefe, Joghurt und Salzhering.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer; Arzneimittel gegen Depressionen und zur Behandlung der Parkinson-Krankheit) sollten nicht mit tyraminhaltiger Kost eingenommen werden, da der Blutdruck stark ansteigen kann.

Vitamin K-haltige Lebensmittel
Vitamin K ist wichtig für die natürliche Blutgerinnung und bevorzugt in grünem Gemüse (Brokkoli, Kopf- und Feldsalat, Rosenkohl, Spargel, Spinat, Erbsen, Bohnen) sowie in Eiern enthalten.

Diese Lebensmittel beeinflussen die Wirkung von blutverdünnenden Arzneimitteln, die sie bspw. nach einem Herzinfarkt oder bei Thromboserisiko gegeben werden.

Hinweis: Die hier aufgeführten Informationen geben Anhaltspunkte, können aber Ihre persönlichen Umstände nicht umfassend berücksichtigen. Die Informationen ersetzen nicht die persönliche Beratung durch Ihren Arzt und Apotheker.

Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Arzneimittel kann es zu Wechselwirkungen kommen. Sind die Arzneimittel nicht optimal aufeinander abgestimmt, können sich die Wirkstoffe beim Abbau und bei der Ausscheidung wechselseitig beeinflussen. Damit kann es zu einer abgeschwächten oder verstärkten Wirkung des Arzneimittels kommen.

Beispielsweise können bestimmte Arzneimittel gegen Pilzinfektionen, zur Behandlung einer Bronchitis oder Antibiotika die Wirkung der Anti-Baby-Pille herabsetzen, was zu einer ungewollten Schwangerschaft führen kann.

Bevor Ihr Arzt Ihnen ein rezeptpflichtiges Arzneimittel verordnet, wird er Sie nach der Einnahme weiterer Medikamente fragen, um Wechselwirkungen auszuschließen. Am besten notieren Sie alle Medikamente, die Sie einnehmen, bevor Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Wichtig: Bei der Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln informiert der Beipackzettel über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Wenden Sie sich in Zweifelsfällen an Ihren Apotheker.