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Bandscheiben – Stoßdämpfer mit Schwachstellen

Bandscheiben können das Gewicht eines Kleinwagens aushalten. Doch natürlicher Verschleiß und einseitige Belastung machen die starken Stoßdämpfer unserer Wirbelsäule auf Dauer mürbe. Schmerzhafte Bandscheibenvorfälle lassen sich dennoch oft vermeiden.

Dr. med. Christian Zier


Dr. med. Christian Zier, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Ärztezentrum „Orthopädie Kurpfalz“ in Mannheim

In orthopädischen Praxen gehört die Behandlung von Bandscheibenvorfällen zur Tagesordnung. Der gemeine Schmerz trifft in Deutschland jedes Jahr rund 180.000 Menschen, meistens im besten Alter zwischen 30 und 50: Männer wie Frauen, Bauarbeiter wie Banker. Letztere gehören zur größten Risikogruppe, wie der Mannheimer Orthopäde Dr. med. Christian Zier erläutert: „Durch langes Sitzen wird zum einen die Wirbelsäule einseitig belastet. Zum anderen wird der Stoffwechsel in den Bandscheiben nicht ausreichend angeregt. Deswegen sind Büroarbeiter besonders anfällig für Bandscheibenvorfälle.“

Zu einem guten Teil ist der „Discusprolaps“, so der medizinische Fachbegriff, dem ganz natürlichen Verschleiß der wasserreichen elastischen Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern geschuldet. Mit zunehmendem Alter verringert sich der Wassergehalt in den Bandscheiben, sie werden porös. Das hat Auswirkungen auf ihre Belastbarkeit. Können sie in jungen Jahren noch bis zu ungeheuren 1,5 Tonnen (so viel wiegt ungefähr ein Kleinwagen) abfedern, vermindert sich diese Fähigkeit im höheren Alter auf 450 Kilogramm. Und man muss keinen Pkw in die Höhe lupfen, um derartige Kräfte auf die Wirbelsäule wirken zu lassen – falsch angepackt, erledigt das ein Sack Zement.



Brennpunkt Lendenwirbel

Bandscheibenvorfälle kommen am häufigsten an den Lendenwirbeln vor. Seltener ist die Halswirbelsäule betroffen. Vorfälle an der Brustwirbelsäule treten nur sehr selten auf.


Bandscheibenvorfall richtig diagnostizieren

Rücken- und Ausstrahlungsschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Um einen Bandscheibenvorfall zweifelsfrei von anderen Störungen an der Wirbelsäule abzugrenzen, ist eine Kernspintomografie erforderlich.


Bandscheibenvorwölbung

Wenn sich der Gallertkern in den Faserring schiebt, ohne auszutreten, spricht man von einer Bandscheibenvorwölbung (Discusprotrusion). Auch sie kann die Nerven am Rückenmarkskanal reizen und zu unangenehmen Rückenschmerzen führen.


Die Last mit der Last

Das Gewicht einer Last können Sie nicht beeinflussen. Sie können jedoch Körperhaltungen vermeiden, die Ihre Wirbelsäule unnötig beanspruchen.

Die wichtigste Regel lautet: Halten Sie den Rücken möglichst gerade. Heben oder tragen Sie Lasten nicht mit gekrümmtem, nach vorn gebeugtem Oberkörper oder mit einem Hohlkreuz.

  • Heben Sie die Last so nah am Körper wie möglich.
  • Halten Sie den Rücken beim Heben gerade und nutzen Sie auch die Kraft Ihrer Beinmuskulatur.
  • Achten Sie auf eine gute Spannung Ihrer Bauchmuskulatur.
  • Vermeiden Sie eine Überbelastung Ihrer Wirbelsäule. Bei Frauen über 45, die häufig Lasten heben und tragen, beträgt der Grenzwert 10, bei Männern 25 Kilogramm.

Was passiert beim Bandscheibenvorfall?

Bandscheibe

Die Bandscheiben sind die natürlichen Stoßdämpfer zwischen den harten knöchernen Wirbelkörpern. Sie bestehen zu über 80 Prozent aus Wasser. Im Inneren liegt der Gallertkern. Ein etwas festerer Faserring hält die zähflüssige Substanz in Form. Durch Belastungen beim Gehen, Stehen und Sitzen verlieren sie im Laufe eines bewegten Tages Wasser. Sobald wir längere Zeit liegen, können sie sich wieder „aufpumpen“. Das ist auch der Grund, warum wir über den Tag um zwei bis drei Zentimeter schrumpfen.

 

 

Bandscheibenvorfall

Beim Bandscheibenvorfall durchbricht der flüssige Gallertkern den äußeren Faserring. Wird dadurch Nervengewebe gereizt, kommt es zu Schmerzen, die bis in Beine oder Arme ausstrahlen können.

Wie ein Berliner unter Druck

Die größte Belastungsprobe für eine Bandscheibe besteht darin, hohen Druck über einen längeren Zeitraum auszuhalten. „Man kann sich das vorstellen wie bei einem gefüllten Berliner: Wenn man zu stark drückt, quillt irgendwo die Marmelade heraus“, erklärt Dr. Zier. Genau das passiert bei einem Bandscheibenvorfall. Der Faserring – porös geworden durch mangelnde Bewegung und den natürlichen Alterungsprozess – hält irgendwann dem Druck des zähflüssigen Gallertkerns nicht mehr stand und reißt ein. Durch diese Risse kann sich die „Marmelade“ nach außen schieben – etwa beim Bücken oder bei einer ungeschickten Kopfbewegung.

Trifft die Bandscheibensubstanz auf Nervengewebe, kann es zu einer Entzündung kommen. Die typischen Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall strahlen bis in die Beine (bei einem Vorfall im Lendenbereich) oder seltener in die Arme (wenn die Halswirbelsäule betroffen ist) aus. Auch ein Kribbeln in Bein oder Arm, Taubheitsgefühle oder gar Lähmungserscheinungen können durch einen Bandscheibenvorfall verursacht werden. In seltenen Fällen können sogar Blasen- und Darmfunktion durch den verrutschten Gallertkern lahmgelegt werden. In diesen Fällen sowie bei schwerwiegenden Lähmungen sollte der Bandscheibenvorfall so schnell wie möglich operiert werden, um bleibende Schädigungen zu verhindern.

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Bandscheibenvorfälle werden selten operiert

Solche Operationen bilden aber in der Behandlung von Bandscheibenvorfällen glücklicherweise die Ausnahme. In neun von zehn Fällen lässt sich die Bandscheibe ohne operativen Eingriff behandeln, Orthopäden sprechen hier von einer „konservativen Therapie“. „In der Akutphase geht es zunächst darum, die entzündeten Nerven zu beruhigen und die Schmerzen zu lindern“, sagt Dr. Zier. „Ansonsten gilt in den folgenden sechs bis acht Wochen: Schonung und sanfte Bewegung.“ In dieser Zeit trocknet die ausgetretene Gallertmasse aus, wird dadurch kleiner und belastet nicht mehr den Nerv. „In der subakuten und chronischen Phase eines Bandscheibenvorfalls und natürlich zur Prophylaxe ist dann Krankengymnastik sinnvoll“, sagt Dr. Zier.

Denn um sich künftig vor weiteren Vorfällen zu schützen, hilft es, vorhandene Fehlhaltungen zu korrigieren und die entsprechende Muskulatur zu stärken. Vor allem die Bauchmuskeln spielen bei der Entlastung der Wirbelsäule beim Heben eine große Rolle. Drei gute Tipps, um Bandscheibenvorfällen vorzubeugen, hat Dr. Zier zum Schluss auch parat: „Bewegen, bewegen, bewegen!“

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Zuletzt aktualisiert 03/2018; Wie wir arbeiten

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