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Medizinisches Lexikon

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Ohnmacht

Ein Ohnmachtsanfall (medizinisch: Synkope) ist eine plötzliche, meist nur kurz anhaltende Bewusstlosigkeit, die durch eine vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns ausgelöst wird. Nach wenigen Sekunden sind die Betroffenen in der Regel wieder ansprechbar. Der Bewusstseinsverlust kann einmalig, regelmäßig oder in unterschiedlichen Abständen auftreten. Er kann plötzlich, ohne Vorwarnung erscheinen, oder aber er kündigt sich durch typische Symptome an, z. B. Schwindel, Übelkeit, Gesichtsblässe und/oder Schweißausbrüche. Da Ohnmächtige zu Boden sinken können, besteht eine hohe Verletzungsgefahr.

Auch wenn die Ursachen oft harmlos sind, kann vor allem bei wiederholten Ohnmachtsanfällen die Lebensqualität der Betroffenen stark eingeschränkt sein. Viele verändern ihren Tagesablauf, trauen sich seltener aus dem Haus oder verzichten auf das Autofahren. Mit der Zeit können sich auch Angsterkrankungen und Depressionen entwickeln.

Statistiken zufolge erleben etwa 20 % aller Menschen mindestens einmal im Leben einen Ohnmachtsanfall. In Deutschland werden ca. 150.000 Menschen von einer Synkope überrascht. Das Phänomen kann bei Männern, Frauen sowie Kindern jeden Alters in jeder Alltagssituation vorkommen.

Die Synkope darf nicht mit Krampfanfällen, Unterzuckerung oder Bewusstseinsstörungen bei psychischen Erkrankungen verwechselt werden.

Häufigste Ursachen
Die Ursachen sind unterschiedlich, von harmlos bis lebensbedrohlich:

  • Niedriger Blutdruck (auch möglich durch Blutdrucksenkende Arzneimittel oder Blutverlust).
  • Störung des Kreislaufregulationssystems, z. B. bei zu plötzlichem Aufstehen.
  • Starke Reizung des vegetativen Nervensystems, z. B. durch Schlag gegen den Hals oder starke Schmerzen.
  • Störungen der Herzfunktion bei Herzerkrankungen (können lebensbedrohlich sein), z. B. Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler, Herzschwäche oder Herzinfarkt.
  • Hirndurchblutungsstörungen.
  • Bei einem Teil der Betroffenen bleiben die Ohnmachtsursachen unbekannt.

Was Sie tun können

  • Schocklagerung: Der Betroffene sollte in der Akutsituation tief gelagert und die Beine angehoben werden. Dadurch wird der Blutrückfluss zum Gehirn verbessert und die Verletzungsgefahr durch einen Sturz vermieden.
  • Wenn Sie selbst betroffen sind und die typischen Anzeichen verspüren, sofort hinlegen und Beine hochhalten bzw. hochlegen.
  • Viel Trinken (2 bis 3 Liter täglich).
  • Bei niedrigem Blutdruck: Blutdruck regelmäßig messen und dokumentieren, Konditionstraining, Wechselbäder.

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Sofort, vor allem nach dem Erstauftritt der Synkope.

Was Ihr Arzt tun kann

  • Ermittelt die Ursachen der Synkope durch die möglichst genauen Schilderungen der Betroffenen bzw. der Personen, die dabei waren.
  • Körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung im Liegen und Stehen.
  • Langzeit-Blutdruckmessung.
  • Kipptischuntersuchung zeigt die Reaktion von Puls und Blutdruck auf plötzliche Änderungen der Körperhaltung.
  • Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe, unter Belastung und/oder einem Langzeit-EKG kann die Herztätigkeit beurteilt werden.
  • Gelegentlich Überwachung durch Implantation eines Mini-EKG-Geräts; damit kann die elektrische Herzaktivität während eines Ohnmachtsanfalls gespeichert werden.
  • Elektroenzephalogramm (EEG): Messung der Hirnströme.
  • Ggf. Blutuntersuchung.
  • Leitet die Therapie ein.
  • Bei niedrigem Blutdruck Verordnung von blutdrucksteigernden Medikamenten.
  • Verordnung von Kompressionsstrümpfen.

Vorbeugung
Wenn Sie zu Kreislaufbeschwerden neigen:

  • Regelmäßig Sport und Bewegung
  • Konditionstraining
  • Wechselduschen
  • Viel Trinken
  • Sog. Kipptisch-Training

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