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Medizinisches Lexikon

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Blasenschwäche

Als Blasenschwäche oder Harninkontinenz wird das Unvermögen, die Blasenentleerung willentlich zu kontrollieren, bezeichnet. Viele Menschen reden nicht über ihre Inkontinenz und verdrängen sie. Inkontinenz ist eine Krankheit und kein "Fehlverhalten" und kann in jedem Lebensalter auftreten. Bei älteren Menschen kommt es meist zu einer Stressinkontinenz, d. h. bei bestimmten Anstrengungen kommt es zu ungewolltem Harnabgang. Auslösende Faktoren können Lachen, Bücken, Heben, Husten oder Niesen sein. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer.

Ist der Schließmuskel der Blase stark geschwächt, läuft kontinuierlich Harn aus der Blase, obwohl die Blase leer ist. Auch dies ist eine Form der Inkontinenz. Männer leiden öfter an der Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren.

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen kommt Bettnässen vor, also nächtliche Inkontinenz. Bettnässen ist fast immer seelisch bedingt.

Bei einer Reizblase besteht der ständige Drang zum Wasserlassen. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten.

Häufigste Ursachen

Bei Frauen:

  • Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur durch komplizierte Geburten oder auch nach mehreren normalen Geburten oder Übergewicht
  • Hormonmangel in den Wechseljahren

Bei Männern:

Bei älteren Menschen:

  • Schwäche des Blasenschließmuskels

Bei Kindern und Jugendlichen:

  • Oftmals psychische Probleme

Allgemein:

 
Was Sie tun können

Allgemein:

  • Blase regelmäßig entleeren, am besten zu bestimmten Zeiten, um einem unwillkürlichen Harndrang zuvorzukommen und um die Blase zu trainieren.

Frauen:

  • Training des Beckenbodens durch Anspannen und Festhalten des Beckenbodenmuskels, mindestens 20 mal am Tag
  • Training des Schließmuskels durch willentliche Unterbrechung des Harnstrahls beim Wasserlassen
  • Tragen von Slipeinlagen oder Windelhöschen (Apotheke) sowie spezieller inkontinenzgeeigneter Unterwäsche

Männer:

  • Frühzeitige Beachtung und Behandlung von Prostataleiden (Prostata)
  • Tragen von Slipeinlagen oder Urinalkondomen mit Auffangbeutel (Apotheke)

Kinder:

  • Psychische Ursachen herausfinden
  • Bettnässen nie bestrafen
  • Vor dem Schlafengehen und evtl. einmal während der Nacht mit dem Kind zur Toilette gehen
  • Hilfsmittel einsetzen, z.B. Klingelhose, die das Kind weckt, wenn es ins Bett gemacht hat

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Wenn die Beschwerden mehrmals aufgetreten sind und Sie die Ursache herausfinden wollen
  • Wenn jüngere Menschen plötzlich von diesem Problem betroffen sind
  • Bei Kindern, die über 5 Jahre alt und noch nicht trocken sind
  • Schmerzen auftreten, der Urin verfärbt oder blutig ist
  • Die Blase (z.B. bei Prostataleiden) nicht mehr ausreichend entleert werden kann

Was Ihr Arzt tun kann

  • Feststellung der Ursache und evtl. entsprechende Therapie
  • Bei Frauen in den Wechseljahren können auch Hormone helfen
  • Einsatz von Arzneimittel, die die Blasenfunktion steuern
  • In manchen Fällen hilft eine Operation (z.B. bei Gebärmuttersenkung oder Prostatavergrößerung)

Vorbeugung

  • Besonders nach einer Schwangerschaft sollte der Beckenboden trainiert werden
  • Starkes Übergewicht vermeiden

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