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Personalisierte Medizin

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Wenn Patienten schneller zu einer für sie geeigneten Therapie finden und zugleich das Gesundheitswesen effizienter gestaltet werden kann, dann nennt sich dieses Behandlungskonzept: „Personalisierte Medizin“. Es beruht in hohem Maße auf den Möglichkeiten der modernen Diagnostik, einschließlich Gendiagnostik.

Jeder Mensch ist ein Individuum, auch was die körperliche Verarbeitung von Arzneimitteln (den so genannten Arzneimittelstoffwechsel) betrifft. So kommt es vor, dass die Standarddosis eines Medikaments bei den meisten Patienten zwar zur gewünschten und im Beipackzettel beschriebenen Wirkung führt. Gleichzeitig gibt es aber auch Behandelte, bei denen der therapeutische Effekt nicht erreicht werden kann und andere, die über zu starke Nebenwirkungen klagen.

Warum passt die normale Standarddosis nicht für jeden Patienten gleich?

Das liegt daran, dass in wissenschaftlichen Medikamentenstudien die Daten immer nur in großen Gruppen ermittelt werden können. Und damit sind alle Dosierungen und Effekte immer ein statistischer Mittelwert der gesamten Gruppe: je mehr man als einzelnes Individuum diesem „Durchschnitts-Patienten“ entspricht, desto besser passt auch die Durchschnitts-Dosierung. Oder andersherum: je stärker man als einzelner Mensch vom Durchschnittspatienten dieser Studie abweicht, umso deutlicher müsste eine Therapie verändert werden, um diese individuellen Eigenschaften auszugleichen.

Sind wir nicht alle ein bisschen... anders?

Bei Depressionsmedikamenten wird dieses Problem besonders deutlich: manche Patienten müssen das Dreifache der Standarddosis einnehmen, damit der Wirkstoff überhaupt eine Wirkung zeigt, während andere Patienten nur ein Fünftel der normalen Dosierung vertragen können.

Und das nur, weil es bei allen Menschen angeborene Unterschiede in der Funktionsqualität diverser Abbauenzyme der Leber gibt. Diese Enzyme bauen einen Arzneistoff zu schnell ab – so dass er nicht wirken kann – oder zu wenig, was zu einer Überdosierung führt.

Früher musste man die ideale Therapie im langwierigen Versuch- und Irrtum-Verfahren am Patienten herausfinden. Heute kann man diese angeborenen Funktionseigenschaften aber bereits sehr einfach im Labor bestimmen und dann gezielt für eine Therapieplanung und -optimierung einsetzen. Dieses Verfahren bezeichnet man als „Pharmakogenetik“, da hier eine Kombination aus einem entsprechenden genetischen Test – es handelt sich ja um angeborene Eigenschaften – mit der Ableitung von Therapieempfehlungen aus den Resultaten heraus erfolgt.

 

 

Chancen und Herausforderungen der personalisierten Medzin

Dr. Claudio Albrecht ist seit September 2017 Vorstandsvorsitzender der STADA Arzneimittel AG. Sein Interesse gilt vor allem der Zukunft der Pharmaindustrie und damit befasst er sich zwangsläufig mit personalisierter Arzneimitteltherapie. Hier seine Meinung dazu:

Wie definiert man am besten personalisierte Medizin. Vielleicht als die „richtige Medizin für den richtigen Patienten zur richtigen Zeit“?

Der Molekularbiologe Pieter Cullis bezeichnet personalisierte Medizin als die Antithese zu Glaube an eine Wunderheilung. „Wenn wir davon überzeugt sind, dass Krankheiten eine molekulare Ursache haben und wir diesen Zusammenhang verstehen, dann ist das frühzeitige Erkennen dieser Ursache auch der Schlüssel zur effizienten Behandlung dieser Krankheit.“  

Eigentlich ist personalisierte Medizin kein neues Konzept. Ärzte und Apotheker haben schon immer individuelle Gesichtspunkte eines Patienten bei der Diagnose und der Therapie in Betracht gezogen. Doch jetzt hat dieses Schlagwort eine andere Bedeutung erhalten. Das hängt vor allem mit den Methoden zusammen, die eine viel genauere Analyse jedes Einzelnen, der Krankheitsursachen und der Verursacher zulassen. „Pharmakogenomik“ und „Personal Genomics“ sind die neuen Zauberwörter der personalisierten Medizin. Für die Anwendung einer maßgeschneiderten Medikamententherapie wird nun neben dem Krankheitsbild auch die individuelle physiologische Konstitution, also der genetische Bauplan des Patienten (das Genom) und die geschlechtsspezifische Wirkeigenschaft des Medikaments berücksichtigt.

Pharmakogenomik

Ein großer Schritt in diese Richtung war die Entzifferung des menschlichen Genoms, des genetischen Bauplanes des Menschen. Der Einfluss des Genoms auf die Wirkung von Arzneimittel ist Forschungsgegenstand der „Pharmakogenomik“.

Es gibt aber auch entschiedene Gegner dieser Forschungsrichtung. Sie werfen grundlegende Fragen der menschlichen Ethik auf. Man argumentiert, dass mit dieser Betrachtungsweise nur auf grundsätzliche biologische Strukturen und Prozesse abgestellt wird, jedoch sei das zu kurz gedacht. Neben den so genannten Biomarkern, die auf molekulare Defizite abstellen, gibt es auch noch Psychomarker und Soziomarker, die bei der Wahl einer Therapie betrachtet werden müssten.

Auf der Suche nach dem richtigen Medikament

Immer häufiger werden neue Medikamente mit sogenannten „Companion Diagnostics“, zu Deutsch auch therapiebegleitende Diagnostik, entwickelt. Vereinfacht dargestellt handelt es sich hierbei um Tests, die diagnostizieren, ob ein bestimmtes Medikament bei dem jeweiligen Patienten wahrscheinlich wirksam sein wird oder nicht. Diese Methode erspart den Betroffenen einen langen und beschwerlichen Weg auf der Suche nach dem passenden Arzneimittel.

Immer häufiger verlangen Behörden wie die Food and Drug Administration – die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten – dass neue, sehr teure Therapeutika gemeinsam mit einem Companion Diagnostic entwickelt werden. Dies dient ausschließlich der Selektion oder eben auch dem Ausscheiden von Patientengruppen für dieses spezifische Medikament. Diese Diagnostika werden auf Basis von Biomarkern entwickelt, die bereits im Vorfeld Wirksamkeit oder Toxizität des anzuwendenden Arzneimittels anzeigen.

Herausforderungen nicht nur für das Kostenmanagement

Die Krankenkassen sind dahingehend skeptisch. Sie erkennen zwar an, dass ohne Zweifel die individualisierte Medizin enorme Chancen für mehr Patientensicherheit bietet. Aus Kassensicht ist aber neben sozialrechtlichen und ethischen Risiken auch die Gefahr einer Kostenexplosion erkennbar, die zum Sprengsatz für die solidarische Finanzierung des Gesundheitswesens werden könnte. Eine auf Patientengruppen zugeschnittene Therapie bedeutet eine schwer zu bewältigende Herausforderung für das Kostenmanagement der Krankenkassen.

Dem entgegen sprechen allerdings zahlreiche Untersuchen. Beispielhaft sei hier eine Studie von PriceWaterhouseCoopers (kurz PWC) zu nennen. Diese hält fest, dass ein Gentest bei Brustkrebspatientinnen, durchgeführt von „Genomic Health“, Einsparungen von 1.900 US Dollar pro getesteter Patientin erbrachte. Grund dafür war der gezielte und damit reduzierte Einsatz von Chemotherapeutika bei den Patientinnen. In der angeführten Studie hatte man eine Reduktion von Chemotherapie-Kosten von 25 bis 35 Prozent errechnet.

Prof. Dhruv Khazi, von der University of California, sagte zu personalisierter Medizin: „Wenn der richtige Patient mit dem richtigen Medikament behandelt wird, können substantielle Einsparungen der Langzeitkosten für das Gesundheitssystem erzielt werden.“

Vor diesem Hintergrund zeichnen Gesundheitsökonomen ein durchaus optimistisches Kostenszenario für die personalisierte Medizin. Die Diagnose wird sich deutlich teurer gestalten, weil aufwendige Verfahren wie DNA-Analyse nötig seien und auch riesige Patientendatenbanken erstellt werden müssten. Demgegenüber sind allerdings Einsparungen bei der Therapie zu erwarten, weil nicht länger nach der Versuch-und-Irrtum-Methode vorgegangen werden muss. Die Patienten bekommen idealerweise sofort das für sie wirksamste Medikament – und das wird häufig auch ein nicht mehr patentgeschütztes und somit günstigeres Präparat sein.

Der Einsatz dieser so genannten Generika im Zusammenspiel mit aufwendigeren aber auch immer kostengünstigeren Diagnostika wird zu einer wesentlichen Kosteneinsparung für das Gesundheitssystem führen. Und nicht zuletzt erhalten die Patienten ohne Umwege eine für sie passende Behandlung.

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