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Über 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Wir erläutern, wie Schmerzen entstehen und welche Bedeutung sie für den Körper haben.

Den Schmerz beherrschen

Leben mit chronischen Schmerzen

Über 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen.

Wir erläutern, wie Schmerzen entstehen und welche Bedeutung sie für den Körper haben. Sie erfahren Grundlegendes über die häufigsten Schmerzarten, ihre Diagnose und Behandlung.

Halten Schmerzen mehrere Tage an, sollte die Ursache in jedem Fall umgehend mit dem Arzt abgeklärt werden. Denn die frühzeitige und effektive Behandlung von Schmerzen ist sehr wichtig.

Wir hoffen, mit unserem Beitrag Betroffenen Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen, den Schmerz zu beherrschen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Fordern Sie unsere kostenlosen Patienten-Ratgeber zum Thema Schmerz an.

Schmerz hat viele Gesichter

Obschon im Körper jeweils ähnliche Vorgänge ablaufen, empfinden Menschen Schmerzen ganz unterschiedlich: mal beschreiben sie ein dumpfes Pochen, mal ein brennendes Stechen. Auch die Stärke nehmen wir individuell wahr.

Ausschlaggebend ist nicht nur, wie schmerzempfindlich jemand von Natur aus ist. Auch die seelische Verfassung spielt eine Rolle: Stress und fehlende Entspannung erhöhen die Schmerzsensibilität. Der Schmerz wiederum belastet den Betroffenen noch mehr. Gute Laune und Ablenkung können dagegen den Schmerz mindern.

Um die richtige Behandlung zu finden bzw. vorbeugen zu können, ist es also wichtig, genau hinzusehen.

Was ist Schmerz?

Bis Ende der 70er-Jahre verstand man unter Schmerz einen rein körperlichen Vorgang. Warum aber haben manche Menschen auch dann Schmerzen, wenn keine körperliche Ursache ersichtlich ist oder diese bereits ausgeheilt ist?

Alarmanlage des Körpers

Betroffene sehen es zunächst anders, aber Schmerz ist durchaus sinnvoll. Als Warnsignal unseres Körpers zeigt er, dass etwas nicht stimmt und versucht, rechtzeitig Schutzmechanismen auszulösen. Der Zweck des Schmerzes ist somit, (schlimmere) Schäden zu verhindern. Bestes Beispiel ist der Griff auf die heiße Herdplatte.

Wie entstehen Schmerzen?

Der Körper besitzt spezielle „Fühler“ in der Haut und in inneren Organen, die Schmerzreize wie extreme Temperaturen, Druck oder Entzündungen unmittelbar aufnehmen. Über Nervenbahnen senden diese Schmerzrezeptoren Signale an das Rückenmark und weiter an das Gehirn.

Im Rückenmark können blitzschnell Reflexe ausgelöst werden (z. B. Hand von Herd ziehen). Das eigentliche Schmerzgefühl entsteht im Großhirn. Dort sind auch frühere Schmerzerfahrungen gespeichert. Auf sie greift das Großhirn zurück, um festzustellen, wie wir den aktuellen Schmerz empfinden.

Wann ist Schmerz akut, wann chronisch?

Fast alle Schmerzen werden in akute oder chronische Schmerzen unterschieden.

Akuter Schmerz

Akute Schmerzen haben eine wichtige Warn- und Schutzfunktion. Sie sind zeitlich begrenzt. In der Regel gehen sie mit einer konkreten Ursache (Entzündung, Verletzung) einher und verschwinden, wenn diese austherapiert ist.

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen sind lange anhaltende Schmerzen, die sich zu einem eigenen Krankheitsbild und damit zu einer Dauerbelastung für den Betroffenen entwickeln.

Grund für chronische Schmerzen können unzureichend therapierte akute Schmerzen sein. Man spricht auch vom Schmerzgedächtnis. Aufgrund stetiger Schmerzreize verändern sich Nervenfasern dauerhaft. Die Reizschwelle sinkt so weit, dass Schmerz schon durch minimale – teilweise sogar ganz ohne – Reize entsteht. Die Person empfindet Schmerzen, obwohl es keinen Auslöser (mehr) gibt.

Vor Kopfschmerzen ist wohl niemand gefeit. Sie treten stets stressbedingt auf, bei Übermüdung oder nach Alkoholgenuss. Ein Viertel der Bevölkerung leidet jedoch unter regelmäßig wiederkehrenden Kopfschmerzen. Häufige Formen sind Spannungskopfschmerzen und Migränekopfschmerzen.

Der Spannungskopfschmerz ist, wie der Name schon sagt, eine Folge extremer Anspannung von Muskeln und Sehnen im Kopf- und Nackenbereich. Meist tritt er beidseitig auf und fühlt sich dumpf, drückend oder ziehend an.

Der Migränekopfschmerz wird eher als pochender oder pulsierender Schmerz wahrgenommen. Migräne kann sich über mehrere Tage erstrecken. Nicht selten leiden die Betroffenen zusätzlich an Übelkeit und Erbrechen und reagieren überaus empfindlich auf Licht und Lärm.

Die Ursachen von Rückenschmerzen sind weit gefächert. Eine Abnutzung der Wirbelsäule kann ebenso der Grund sein wie Osteoporose, Bandscheibenerkrankungen oder entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Rückenschmerzen entstehen aber auch durch einseitige oder falsche Belastung, Haltungsschäden und Bewegungsmangel.

Auslöser von Bewegungsschmerzen

  • Fehlhaltung und einseitige Belastungen
  • Wirbelsäulenverkrümmung, Wirbelentzündung, nichtentzündliche Wirbelerkrankung
  • Hexenschuss und Ischiasbeschwerden
  • Bandscheibenvorfall
  • Osteoporose
  • Psychosoziale Ursachen (Stress, Angst, Unzufriedenheit)

Rheuma und Arthrose

Rheuma ist der Überbegriff für etwa 400 Erkrankungen, die durch starke chronische Schmerzen im Bewegungsapparat gekennzeichnet sind. Meist ist eine Erbanlage vorhanden, die aber nicht zwingend zur Erkrankung führt. Rheumaschmerzen treten meist im Ruhestadium auf. Lindern lassen sie sich durch Bewegung.

Arten von Rheuma

  • Entzündlich-rheumatische Krankheiten (z. B. chronische Polyarthritis, Morbus Bechterew)
  • Verschleißerkrankungen der Gelenke (z. B. Arthrose)
  • Weichteilrheumatismus genannte, schmerzhafte Veränderungen von Muskeln, Bändern und Sehnen (z. B. Fibromyalgie, Sehnenscheidenentzündung, Tennisarm).

Arthrose gehört zu den sogenannten degenerativen Gelenkerkrankungen, die durch dauerhafte, einseitige Überbelastung oder altersbedingte Abnutzung entstehen (Verschleiß). Fast alle über 40-jährigen haben eine Arthrose, meist jedoch unbemerkt. Es ist daher wichtig, auf erste Anzeichen zu achten.

Chronische Polyarthritis (cP) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper das eigene Gewebe nicht mehr erkennt. Sie tritt überwiegend im Alter von 25 bis 50 Jahren auf. Der Verlauf vollzieht sich in mehreren Schüben:

  1. Phase: Entzündliche Reaktionen von Gelenk und umliegendem Bindegewebe
  2. Phase: Knorpelsubstanz wird angegriffen und zerstört
  3. Phase: Verformung der Gelenke
  4. Phase: Knöcherne Versteifung bis Unbeweglichkeit des Gelenks

Bei Fibromyalgie handelt es sich um eine nichtentzündliche Erkrankung an typischen Sehnenansatzpunkten, die überempfindlich auf Druck reagieren. Hinzu kommen eine generell niedrigere Schmerzschwelle und häufig weitere Symptome wie Verdauungs-, Herzrhythmus- und Schlafstörungen. Betroffen sind meist Frauen zwischen 35 und 60 Jahren. Fibromyalgie zählt zu den häufigsten weichteilrheumatischen Erkrankungen, es gibt aber keine Standardbehandlung.

Osteoporose, auch Knochenschwund, ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Knochenmasse stark abnimmt. Da die Knochen immer weniger stabil und belastbar werden, steigt die Gefahr von Knochenbrüchen deutlich – insbesondere an Wirbelkörpern, aber auch an Hand- und Fußgelenken sowie Schenkelhalsknochen. Die Brüche verursachen zunächst starke akute Schmerzen, die sich – unzureichend behandelt – zu chronischen Schmerzen auswachsen.

Tumorschmerzen. Tumorpatienten leiden zu etwa 70 bis 80 Prozent an starken und dauerhaften Schmerzen. Dabei wird zwischen Knochen-, Nerven- und Organschmerzen unterschieden, abhängig davon, wo der Tumor oder dessen Metastasen lokalisiert werden. Auch die Strahlen- bzw. Chemotherapie kann mit Schmerzen verbunden sein.

Nervenschmerz, was kann ich tun?

Nerven leiten nicht nur Schmerzsignale weiter. Auch in ihnen selbst kann Schmerz entstehen. Das Schmerzempfinden bei diesen Nervenschmerzen (Neuralgien) ist ein sehr charakteristisches messerscharfes Brennen oder Kribbeln. Ausgelöst durch Alltagsbewegungen, teilweise auch ohne jegliche Bewegung, sendet der geschädigte Nerv über einen langen Zeitraum Schmerzimpulse.

Die Ursachen können in teils lange zurückliegenden Virusinfektionen wie Gürtelrose oder Windpocken liegen. Die im Körper befindlichen Viren können noch nach Jahren Nerven angreifen. Auch Durchblutungsschäden oder Vitaminmangel sind mögliche Ursachen.

Schmerzdiagnose und Schmerzerfassung

Zur Bestimmung der richtigen Therapie ist die Schmerzbewertung durch den Arzt sehr wichtig. Doch sind Schmerzen individuell verschieden und werden sehr subjektiv wahrgenommen. Sie lassen sich nicht einfach messen. Patienten können dem Arzt bei der Diagnose helfen.

Schmerztagebuch führen

Ein gutes Hilfsmittel ist das sogenannte Schmerztagebuch. Darin macht der Patient regelmäßig Angaben zu Stärke, Art und Dauer seiner Schmerzen. Auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 lässt sich beispielsweise die Stärke festhalten.

Schmerzfragebogen zur Ursachenforschung

Eine möglichst genaue Beschreibung der Schmerzen, durch Beantwortung der folgenden Fragen hilft dem Arzt bei der Diagnose:  

  • Wo treten die Schmerzen auf?
  • Welcher Art sind die Schmerzen?
  • Wann treten die Schmerzen gehäuft auf?
  • Was verstärkt bzw. vermindert die Schmerzen?
  • Wie lange halten die Schmerzen in der Regel an?

Entspannungstechniken

Mit folgenden Methoden soll der Patient lernen, die Anspannung der Muskulatur bewusst zu steuern:

  • Autogenes Training ist die gezielte Konzentration auf bestimmte Vorstellungen bzw. Körperteile.
  • Die progressive Muskelrelaxation ist die selbstkontrollierte An- und Entspannung einzelner Muskeln. Beim Biofeedback wird dem Patienten die eigene Muskelanspannung bildlich oder durch Töne dargestellt, z. B. durch angenehme Töne bei entspanntem und unangenehme Töne bei angespanntem Muskelzustand.

Entspannungsmaßnahmen

  • Heiße Bäder
  • Saunabesuche
  • Kälte-Wärme-Behandlungen
  • Durchblutungsfördernde Massagen
  • Schmerzlindernde Elektrotherapie
  • Akupunktur
  • Aromatherapie mit Duftölen

Medikamentöse Schmerztherapie

Die Bandbreite an Schmerzmitteln (Analgetika) ist groß. Sie reicht von rezeptfreien Medikamenten bis hin zu Morphinen, die einer besonderen Verschreibungspflicht auf speziellen Rezepten unterliegen. Bei der Einstellung der Schmerztherapie ist meist Zeit und Geduld gefragt. Es muss nicht nur das geeignete Medikament gefunden werden, auch die Dosis ist individuell anzupassen.

Bei Akutschmerzen sollte man rechtzeitig mit Medikamenten gegensteuern, um zu vermeiden, dass sich ein Schmerzgedächtnis bildet.

Disziplin bei der Einnahme

Vor allem Chroniker müssen ihre Medikamente regelmäßig nach einem festen Zeitplan – nicht nach Bedarf – und in vorgegebener Dosis einnehmen. Denn der Wirkstoffspiegel sollte stets auf gleichem Niveau bleiben, damit die Schmerzen nicht erneut auftreten.

Eine Erleichterung haben hier die sogenannten Retardpräparate gebracht. Sie lösen sich langsamer im Körper auf und setzen den Wirkstoff gleichmäßiger frei.

Die wichtigsten Medikamente in der Schmerztherapie

NSAR (nichtsteroidalen Antirheumatika)

  • Wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend, teilweise fiebersenkend
  • Sehr effektiv bei Kopf-, Zahn- und Gelenkschmerzen
  • Mögliche Nebenwirkungen: Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall
  • Senken die Sensibilität der Schmerzrezeptoren, indem sie die Funktion bestimmter Gewebehormone hemmen, die für das Schmerzempfinden verantwortlich sind.

Opioide

  • Opioide sind in der Wirkung deutlich stärker als NSAR
  • Wirken in Gehirn und Rückenmark
  • Unterdrücken die Schmerzleitung durch Blockade bestimmter Rezeptoren
  • Einsatz bei starken Schmerzen
  • Mögliche Nebenwirkungen: Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit
  • Können nach guter Einstellung reduziert werden

Psychopharmaka

  • Werden häufig als Begleittherapie eingesetzt (z. B. Antidepressiva, Amitryptilin, Doxepin).

Hilfe zur Selbsthilfe

Tipps zum Umgang mit Schmerz

Schmerz ist nicht sichtbar. Für Außenstehende ist oft kaum nachvollziehbar, wie sehr er den Betroffenen belastet. Schmerzpatienten fühlen sich daher oft unverstanden, müssen sich erklären oder gar rechtfertigen. Das führt bei vielen dazu, dass sie sich immer mehr „einigeln“. Doch gerade die aktive Teilnahme am sozialen Leben ist wichtig für einen positiven Umgang mit Schmerz.

 

Die folgenden Tipps helfen Schmerzpatienten, sich selbst zu helfen und die medikamentöse Therapie zu unterstützen:

 

1. Gesunder Lebensstil:

Schlafen Sie regelmäßig, ernähren Sie sich möglichst gesund und halten Sie Ihren Alkoholkonsum in Grenzen (Alkohol und starke Schmerzmittel vertragen sich nicht.).

2. Positives Denken

Spielen Sie den Schmerz nicht herunter, aber lassen Sie ihn nicht Ihr Leben dominieren. Richten Sie Ihr Augenmerk auf positive Dinge und Ereignisse.

3. Menschen und Hobbies

Verabreden Sie sich, suchen Sie den Kontakt zu anderen Menschen, suchen Sie sich Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen, ohne Sie zu überfordern.

4. Austausch mit Selbsthilfegruppen

Hier finden Sie Gesprächspartner, die Ihr Schicksal teilen und von deren Erfahrungen Sie eventuell profitieren können.

5. Offen reden

Spielen Sie nicht den Helden – verheimlichen bzw. verharmlosen Sie Ihre Schmerzen nicht. Sprechen Sie mit Familie und Freunden und vertrauen Sie sich einem Schmerztherapeuten an.

6. Tagebuch führen

Dokumentieren Sie Ihre Schmerzen regelmäßig in einem Schmerztagebuch und nehmen Sie dieses zu jedem Arztbesuch mit.

7. Disziplin bewahren

Halten Sie sich stets an die Einnahmezeiten und Dosierungen Ihres Medikamentenplans.

8. Vorsicht im Straßenverkehr

Schmerzmittel können Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen einschränken.

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