STADA: Rekordergebnisse 2004 - Optimistischer Ausblick 2005
30.03.2005 . Pressemitteilung
Die STADA Arzneimittel AG erzielte im Geschäftsjahr 2004 erneut kräftiges Wachstum in Umsatz (9%) und Konzerngewinn (11%) - zum neunten Mal in Folge, trotz außergewöhnlicher Herausforderungen aufgrund regulatorischer Eingriffe insbesondere in Deutschland und unerwarteter Einflüsse in einigen nationalen Märkten (wie bereits in der Ad-hoc-Meldung vom 4. März 2005 über die vorläufigen Ergebnisse berichtet).
„Wir alle bei STADA haben die Herausforderungen des Jahres 2004 angenommen und erfolgreich gemeistert“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Hartmut Retzlaff auf der heutigen Presse- und Analystenkonferenz. In Deutschland wurde STADA durch die verzögerte Umsetzung von Festbeträgen nach dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) mit Zwangsrabatten von über 21 Mio. EUR (im Verhältnis zum Vorsteuergewinn entspricht dies 28%) belastet und damit weit mehr, als ursprünglich zu erwarten war. „Und wenn wir ungeachtet dieser Belastung das neunte Rekordjahr in Folge verzeichnen konnten, so zeigt dies, dass der langjährige Wachstumstrend von STADA nachhaltig und ungebrochen ist“, so Retzlaff weiter.
Für das laufende Geschäftsjahr 2005 ist der STADA-Vorstand optimistisch. Umsatz und Ertrag sollen prozentual zweistellig wachsen; beim Konzerngewinn wird ein Anstieg auf mehr als 60 Mio. EUR erwartet. „Das 2004 eingeleitete Kostenoptimierungsprogramm wird sich auch im laufenden Jahr positiv auswirken. Außerdem werden in 2005 - nachdem nun endlich neue Festbeträge in Kraft sind - deutlich weniger Zwangsrabatte anfallen“, erläuterte Finanzvorstand Wolfgang Jeblonski die Ertragsziele. Und Dr. Klaus-Peter Reich, Vorstand Forschung, Entwicklung und Qualitätsmanagement, kündigte an, „dass STADA auch 2005 mit einem kontinuierlichen Strom von Neueinführungen den Portfolio-Ausbau der einzelnen nationalen Vertriebsgesellschaften vorantreiben wird“.
Insgesamt sieht der Vorstand den STADA-Konzern in einer guten Position, um von den strukturellen Wachstumschancen zu profitieren, die sich durch eine steigende Generika-Penetration und Patentabläufe in wichtigen Märkten ergeben. Die internationale Aufstellung mit Vertriebsgesellschaften in 21 Ländern, die gut gefüllte Produkt-Pipeline, die erfahrene Produktentwicklung sowie die aktive Akquisitionsstrategie bilden für STADA dabei die wichtigen Erfolgskomponenten.
Konzernumsatz 2004
Der STADA-Konzernumsatz stieg 2004 um 9% auf 813,5 Mio. EUR, gegenüber 745,2 Mio. EUR im Vorjahr. In 2004 erstmals einbezogene akquirierte Umsätze beliefen sich auf 10,6 Mio. EUR; das sich daraus ergebende organische Wachstum des Konzernumsatzes betrug 8%. Zu der positiven Umsatzentwicklung des Konzerns haben alle drei Kernsegmente, Generika, Marken und Spezialpharmazeutika, beigetragen.
Der Umsatz im größten Segment, Generika, konnte um 11% auf 608,3 Mio. EUR (Vorjahr 549,1 Mio. EUR) gesteigert werden. Generika trugen damit 75% zum Gesamtumsatz bei. Die Umsätze im Kernsegment Markenprodukte erreichten in 2004 139,6 Mio. EUR (Vorjahr 135,3 Mio. EUR) oder 17% des Konzernumsatzes, im Jahresvergleich ein Zuwachs von 3%.
Das Segment Marken wurde durch die schwache Nachfrage nach einigen Konzernprodukten in Deutschland (hier u.a. bedingt durch Auswirkungen des GMG) sowie in Italien und in Spanien beeinflusst.
Das Segment Spezialpharmazeutika (Onkologika) verzeichnete in 2004 ein Umsatzwachstum von 15% auf 24,7 Mio. EUR (Vorjahr 21,5 Mio. EUR) und trug entsprechend mit 3% zum Konzernumsatz bei.
Die drei Kernsegmente erreichten in 2004 im STADA-Konzern insgesamt unverändert einen Umsatzbeitrag von 95%. Auf Handelsgeschäfte, die nicht zu den Kernsegmenten zählen, entfielen nunmehr noch 32,0 Mio. EUR (Vorjahr 34,0 Mio. EUR), auf die Konzernholding und Sonstiges 8,9 Mio. EUR Umsatz (Vorjahr 5,3 Mio. EUR).
Ertragsentwicklung 2004
Der Gewinn vor Steuern (EBT) stieg 2004 im STADA-Konzern um 8% auf 77,6 Mio. EUR (Vorjahr 72,1 Mio. EUR) und der Konzerngewinn sogar um 11% auf 48,5 Mio. EUR (Vorjahr 43,9 Mio. EUR) - trotz Belastung durch Zwangsrabatte in Deutschland in Höhe von 21,4 Mio. EUR (Vorjahr 7,9 Mio. EUR). Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) wuchs, und zwar um 5% auf 122,7 Mio. EUR (Vorjahr 116,8 Mio. EUR), ebenso wie das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 3% auf 88,2 Mio. EUR (Vorjahr 85,7 Mio. EUR).
Der Gewinn je Aktie in Höhe von 0,91 EUR (Vorjahr 1,01 EUR) reduzierte sich um 10% und das verwässerte Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,88 EUR (Vorjahr 0,95 EUR) um 7% gegenüber dem Vorjahr, wobei allerdings die nach der Kapitalerhöhung 2003 um 23% höhere durchschnittliche Aktienanzahl im Geschäftsjahr 2004 zu berücksichtigen ist.
In den Ergebniszahlen sind einmalige Sondereffekte enthalten, die sich insgesamt zu einer Belastung des Vorsteuergewinns in 2004 von 4,4 Mio. EUR saldieren.
Im Vorjahresvergleich ist zudem zu berücksichtigen, dass die planmäßige Goodwill-Abschreibung, die in 2003 6,0 Mio. EUR betrug, IFRS-konform ab dem Geschäftsjahr 2004 entfallen.
Dividendenvorschlag
Angesichts der erzielten Erfolge und des positiven Ausblicks hat der Vorstand eine Erhöhung der Dividende von 0,35 EUR auf 0,39 EUR je Stammaktie vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat hat sich diesem Vorschlag auf seiner gestrigen Sitzung angeschlossen. Die Dividenden-Ausschüttungssumme würde damit um 12% auf 20,9 Mio. EUR steigen.
Nationale Märkte
STADA erzielte 743,6 Mio. EUR oder 91% (Vorjahr 91%) des Umsatzes in Europa. Der Konzernumsatz in Deutschland repräsentiert einen Umsatzanteil von 47%; damit ist Deutschland für STADA weiterhin der größte nationale Markt. STADA konnte den Umsatz 2004 in Deutschland um 1% auf 383,1 Mio. EUR steigern (Vorjahr 378,0 Mio. EUR); die Umsatzentwicklung ist dabei in starkem Maße von den Auswirkungen des GMG beeinträchtigt worden.
Besonders erfreuliche Umsatzsteigerungen erreichte STADA 2004 erneut in Frankreich (43% auf 53,9 Mio. EUR), in Großbritannien (42% auf 31,1 Mio. EUR, teilweise akquisitionsbedingt), in Belgien (31% auf 65,2 Mio. EUR) sowie, trotz der Belastungen, in Italien (22% auf 74,3 Mio. EUR, teilweise akquisitionsbedingt) und in Spanien (16% auf 44,4 Mio. EUR).
In den USA musste STADA 2004 einen Rückgang um 5% auf 57,0 Mio. USD hinnehmen (Vorjahr 59,8 Mio. USD). In Euro war der Umsatz damit um 12% auf 46,0 Mio. EUR (Vorjahr 52,5 Mio. EUR) rückläufig. Das US-Geschäft war - insbesondere auch im 4. Quartal 2004 - durch einen starken Preis- und Margendruck gekennzeichnet und wurde zudem von temporären Lieferschwierigkeiten von Vorlieferanten im 1. Halbjahr 2004 beeinträchtigt. In den USA rechnet STADA - bei unverändert schwierigem Marktumfeld - durch die Einführung eines Fentanyl-haltigen Pflasters im Jahresverlauf 2005 mit einer Stärkung des Geschäfts.
Der Umsatz in Asien stieg um 29% auf 22,5 Mio. EUR. Hierzu hat insbesondere auch das Wachstum in Vietnam (79%) beigetragen.
Mitarbeiter
Im Jahresdurchschnitt 2004 waren im STADA-Konzern 2.586 Mitarbeiter beschäftigt, das entspricht einem Zuwachs von 5% gegenüber dem Vorjahr (2.465). Der Personalaufwand stieg 2004 im Konzern um 8% auf 136,0 Mio. EUR; die Personalaufwandsquote lag wie im Vorjahr bei 17% des Konzernumsatzes. Unverändert waren in 2004 mehr als die Hälfte, nämlich 54%, aller STADA-Mitarbeiter in Marketing und Vertrieb tätig (Vorjahr 53%).
Produktentwicklung
In der Produktentwicklung hat STADA auch 2004 mit insgesamt 395 Neueinführungen (Vorjahr 397) erneut eine Spitzenstellung belegt.
STADA verfügt über eine gut gefüllte Produkt-Pipeline, die auch in den nächsten Jahren zahlreiche Neueinführungen erwarten lässt. Dies gilt insbesondere für Generika in der EU, die jeweils zeitnah zu den in den nächsten Jahren bevorstehenden Abläufen gewerblicher Schutzrechte wichtiger, umsatzstarker Wirkstoffe in den nationalen Märkten eingeführt werden sollen.
In Zusammenarbeit mit der von STADA initiierten Venture-Capital-Gesellschaft BIOCEUTICALS Arzneimittel AG ist zudem die Entwicklung eines Biogenerikums für Erythropoetin weiter fortgeschritten; die dafür im 1. Quartal 2004 begonnenen klinischen Studien sollen aus heutiger Sicht im 2. Halbjahr 2005 abgeschlossen sein, so dass im 1. Quartal 2006 ein Zulassungsantrag gestellt und in 2007 eine Zulassung erwartet werden kann.
Akquisitionen
Auch 2004 hat STADA eine aktive Akquisitionsstrategie verfolgt.
Im Kernsegment Generika konnte STADA durch einen so genannten Early Entry, d.h. einen frühzeitigen Markteintritt mit Zustimmung des Erstanbieters, im April 2004 das antidepressiv wirksame „Mirtazapin STADA“ einführen, das in 2004 einen Umsatz von 13,7 Mio. EUR erreichte.
Im Kernsegment Markenprodukte konnte STADA neben einem umfangreichen Produktpaket in Italien im November 2004 auch in verschiedenen anderen Ländern kleinere Produkte erwerben.
Im Kernsegment Spezialphamazeutika hat STADA zudem im 1. Quartal 16% der Anteile der LipoNova GmbH sowie die europaweiten exklusiven Vermarktungsrechte der im Zulassungsprozess befindlichen Tumor-Vakzine Reniale® übernommen und damit eine strategische Partnerschaft mit LipoNova im Bereich der Tumorvakzinierung begründet.
Besondere Bedeutung kommt dem Eintritt von STADA in den russischen Pharmamarkt zu. Mit dem Erwerb von 97,5% der Anteile an dem russischen Pharmaunternehmen Nizhpharm OJSC, Nischni Nowgorod, das nach Abschluss der Verhandlungen noch in 2004 ab 1. Januar 2005 zum Konsolidierungskreis des STADA-Konzerns gehört, hat sich STADA jetzt auch in Russland gut positioniert.
„Vor dem Hintergrund der unverändert auch für weitere Zukäufe tragfähigen Bilanzstruktur beabsichtigen wir, unsere aktive Akquisitionspolitik mit Augenmaß auch in 2005 fortzusetzen“, kommentierte Hartmut Retzlaff die weiteren Pläne von STADA.
Kostenentwicklung
Die Herstellungskosten sind mit 51% vom Umsatz (Vorjahr 49%) der größte Kostenblock in der STADA-Gewinn- und -Verlustrechnung. Die korrespondierende Bruttomarge ging damit von 51% auf 49% zurück. Die Gründe hierfür waren vor allem die wettbewerbsbedingten hohen Naturalrabatte im 1. Halbjahr 2004 sowie die umsatzmindernden Auswirkungen des GMG. Ohne die Zwangsrabatte hätte die Bruttomarge 2004 mit ca. 50,3% deutlich näher am Vorjahresniveau gelegen. „Im Rahmen unseres Kostenoptimierungsprogramms ’Fit for Future’ werden die Herstellungskosten ein kontinuierlicher Schwerpunkt sein“, betonte Finanzchef Wolfgang Jeblonski die Entwicklung. STADA sieht für die nächsten Jahre erhebliche Kostensenkungspotentiale. Die bereits heute in großem Umfang auf Outsourcing ausgerichteten Produktionsstrukturen erlauben es dem Konzern, immer stärker und global kostengünstige Rohstofflieferanten und Lohnhersteller zu nutzen.
Die Vertriebskosten erreichten in 2004 im Konzern 232,1 Mio. EUR bzw. gegenüber Vorjahr unverändert 29% vom Umsatz.
Die Verwaltungskosten betrugen im Berichtsjahr 53,2 Mio. EUR (Vorjahr 52,4 Mio. EUR) und reduzierten sich damit in 2004 von 7,0% auf 6,5% des Konzernumsatzes.
In der Position Forschungs- und Entwicklungskosten sind bei STADA - aufgrund der strategischen Positionierung - ausschließlich Entwicklungskosten ausgewiesen; diese stiegen 2004 um 12% auf 23,3 Mio. EUR (Vorjahr 20,8 Mio. EUR).
Die Ertragsteuern stiegen 2004 im Konzern unterproportional - um 4% auf 29,0 Mio. EUR (Vorjahr 28,0 Mio. EUR) - und führten damit zu einer Konzernsteuerquote von 37,4% (Vorjahr 38,8%).
Bilanz
In der Bilanzstruktur von STADA spiegelt sich die seit Jahren verfolgte Wachstumsstrategie wider. Die Bilanzsumme ist - getrieben vom Konzernwachstum - auf 1.020,4 Mio. EUR (Vorjahr 955,1 Mio. EUR) angewachsen.
Das Eigenkapital belief sich am Bilanzstichtag auf 639,0 Mio. EUR; das entspricht einer Zunahme um 4% gegenüber dem Vorjahreswert (614,5 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote lag damit bei 63% (Vorjahr 64%).
Die Nettoverschuldung von STADA belief sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2004 auf 103,6 Mio. EUR (Vorjahr 38,2 Mio. EUR).
Im Anlagevermögen reflektiert die Position der immateriellen Vermögenswerte mit 447,6 Mio. EUR (Vorjahr 395,8 Mio. EUR) die seit Jahren erfolgreiche STADA-Politik der expansiven Investition in Neuprodukte, Marken, Lizenzen und Unternehmen.
Cashflow
Der Brutto-Cashflow verbesserte sich im Berichtszeitraum leicht um 3% auf 81,3 Mio. EUR (Vorjahr 78,8 Mio. EUR). Der operative Cashflow erhöhte sich um 62% auf 38,0 Mio. EUR (Vorjahr 23,4 Mio. EUR). Beim Cashflow aus der Investitionstätigkeit flossen in 2004 Zahlungsmittel von insgesamt 80,0 Mio. EUR (Vorjahr 80,5 Mio. EUR) ab. Davon wurden für wesentliche Akquisitionen des Geschäftsjahres 2004 insgesamt ca. 42,6 Mio. EUR (Vorjahr ca. 56,8 Mio. EUR) verwendet.
STADA-Aktie
Der Kurs der STADA-Aktie lag zum Jahresende 2004 bei 19,89 EUR - nach einem Kurs zum Jahresende 2003 von 24,59 EUR und einem Jahrestief am 6. August 2004 von 13,52 EUR. Im Verlauf des Jahres 2005 hat sich der Aktienkurs weiter erholt und lag gestern, am 29. März 2005 bei 24,45 EUR (jeweils XETRA®-Schlusskurse)..
Ausblick
Der Ausblick des Vorstands fällt optimistisch aus, auch wenn regulative gesundheitspolitische Eingriffe in verschiedenen nationalen Märkten eine wiederkehrende Herausforderung darstellen werden.
Der Vorstand setzt auf die klaren strategischen Stärken von STADA. Sie verschaffen STADA auch innerhalb sich verändernder Marktstrukturen eine hervorragende Ausgangsposition dafür, den ertragsorientierten Wachstumskurs fortzusetzen. Insgesamt erwartet der Vorstand aufgrund dieser Stärken des Konzerns, dass STADA in 2005 wieder prozentual zweistellig bei Umsatz wie Ertrag wachsen wird. Beim Konzernergebnis wird konkret erwartet, dass mehr als 60 Mio. EUR erreicht werden können.
„Mit dem angestrebten weiteren Wachstum wollen wir 2005 zum zehnten Rekordjahr in Folge machen“, umriss Hartmut Retzlaff abschließend die Zielsetzung für das laufende Jahr. Diese Einschätzung wird durch den bis Ende Februar 2005 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreichten 17%igen Zuwachs beim Konzernumsatz bestätigt.
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