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STADA H1/2004: erneutes Umsatzwachstum – Ertrag vor allem durch GMG belastet

Der Vorstand der STADA Arzneimittel AG hat auf der heutigen Präsentation der Halbjahresergebnisse von einer erneuten Umsatzsteigerung berichtet. „Trotz aller Belastungen, mit denen wir uns in diesem Geschäftsjahr auseinander zu setzen haben, konnten wir im 1. Halbjahr 2004 den Konzernumsatz um +11% auf 396,6 Mio. EUR steigern. Und da wir auch nach 7 Monaten ein Umsatzwachstum von ca. +10% im Konzern sehen, ist das angestrebte prozentual zweistellige Umsatzwachstum für das Gesamtjahr 2004 unverändert im Bereich des Möglichen“ – so Vorstandsvorsitzender Hartmut Retzlaff zur Umsatzentwicklung des STADA-Konzerns im laufenden Geschäftsjahr.

Der Konzergewinn von STADA erreichte im 1. Halbjahr 20,0 Mio. EUR und verzeichnet damit einen Rückgang um –14% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr; der Gewinn vor Steuern (EBT) fiel dabei gleichzeitig um –23% auf 31,1 Mio. EUR. Dazu erläuterte Finanzvorstand Wolfgang Jeblonski: „Umsatz und insbesondere Ertrag sind im 1. Halbjahr 2004 in einigen nationalen Märkten durch verstärkten Wettbewerbsdruck und teilweise auch Nachfrageschwächen beeinträchtigt worden. Vor allem aber ist STADA in den ersten 6 Monaten 2004 massiv durch Auswirkungen gesundheitspolitischer Eingriffe belastet worden. Die mit Abstand stärkste Belastung stammt dabei aus den Zwangsrabatten, die STADA nach dem zum 01.01.2004 in Kraft getretenen GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) in Deutschland zu erbringen hat. Im 1. Halbjahr 2004 belaufen sich diese Zwangsrabatte für STADA auf
9,9 Mio. EUR (1. Halbjahr 2003: 3,1 Mio. EUR) und erreichen damit ca. 32% des in dieser
Zeit erreichten Vorsteuergewinns des gesamten STADA-Konzerns.“

Retzlaff kommentierte diese Ertragsentwicklung zusätzlich auch unter aktuellen gesundheitspolitischen Aspekten: „Wer angesichts dieser extremen Belastung durch das GMG behauptet, Generika-Unternehmen wie STADA könnten leicht weitere Sparbeiträge erbringen – wie dies teilweise von Seiten der Erstanbieter behauptet wird –, der muss sich fragen lassen, ob er zu einer seriösen gesundheitspolitischen Diskussion überhaupt willens oder fähig ist.“

Auch in den weiteren Ertragskennzahlen von STADA spiegeln sich die aktuellen Belastungen wider: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt für das 1. Halbjahr 2004 36,2 Mio. EUR (–24% vs. 1–6/2003), das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) 52,4 Mio. EUR (–19% vs. 1–6/2003). Der Gewinn je Aktie liegt für das 1. Halbjahr 2004 bei 0,75 EUR (1–6/2003: 1,16 EUR; bei einer um rund +33% erhöhten durchschnittlichen Aktienanzahl) bzw. verwässert (nach IAS 33.24) bei ebenfalls 0,75 EUR (1–6/2003: 1,07 EUR).

In diesen Ergebnissen sind sowohl belastende wie auch entlastende einmalige Sondereffekte enthalten, die saldiert das Vorsteuerergebnis für die ersten sechs Monate 2004 um insgesamt 2,4 Mio. EUR verbessert haben. Da die positiven Sondereffekte überwiegend bereits im 1. Quartal 2004 angefallen waren, ergibt sich für das 2. Quartal 2004 allein betrachtet eine Belastung des Vorsteuerergebnisses durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt saldiert –0,8 Mio. EUR.

Beim Ertrag verfolgt der Vorstand von STADA das Ziel, dass trotz der Belastungen der Konzerngewinn
des laufenden Geschäftsjahres 2004 im Bereich des Vorjahresniveaus liegen soll. Dazu muss im 2. Halbjahr 2004 der Ertrag deutlich über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum liegen. STADA hat in Verfolgung dieses Ziels umfangreiche Kostensenkungsprogramme eingeleitet – vor allem in den Kostenbereichen Herstellung sowie Marketing und Vertrieb, die zusammen über 80% aller Konzernkosten ausmachen. STADA hat zudem im laufenden 3. Quartal die im 1. Halbjahr 2004 außergewöhnlich hohen Rabatte im Direktgeschäft mit deutschen Apotheken zurückgeführt, nachdem auch Wettbewerber zuvor ähnliche Schritte unternommen hatten.

„"Wir wissen, dass wir – nicht zuletzt wegen der auch im 2. Halbjahr anfallenden Zwangsrabatte nach GMG – im Konzerngewinn an das Vorjahrsergebnis nur herankommen werden, wenn wir jetzt bis Jahresende konsequent unsere Kostenseite optimieren“", betonte Finanzvorstand Wolfgang Jeblonski und unterstrich die klare zeitliche Vorgabe und hohe Priorität der Kostensenkungsmaßnahmen. „"Wir zielen dabei auf ein Kostensenkungspotenzial von bis zu 8 Mio. EUR noch in 2004 – abhängig von der aktuellen Markt- und Rabattentwicklung. Dabei werden Kostensenkung und Effizienzsteigerung sich natürlich auch 2005 und in den Folgejahren positiv auswirken"“, so Jeblonski weiter. Und Produktionsvorstand Peter Niemann ergänzte: "„Mittelfristig wird unser besonderes Augenmerk auch darauf liegen müssen, durch noch stärkere Einbindung insbesondere asiatischer Vorlieferanten und Lohnhersteller unsere Herstellungskosten weiter zu optimieren. Das bedeutet nicht, dass wir den gerade unter Qualitätsaspekten bewährten deutschen Produktionsstandort aufgeben, aber zusätzliche Kapazitäten werden wir wohl hier in absehbarer Zeit nicht mehr aufbauen können. Der aktuell durch das GMG aufgebaute extreme Kostendruck lässt uns gar keine andere Wahl.“"

Im weiteren Ausblick auf 2005 fokussierte sich der Vorstand vor allem auf 2 Themenfelder:
die weitere Entwicklung der Zwangsrabatte bzw. Festbeträge in Deutschland und auf erwartete Wachstumsimpulse durch Neuprodukte.

Bei der weiteren Entwicklung der Zwangsrabatte ist es aus Sicht des Vorstands derzeit offen, ob STADA in 2005 im deutschen Markt eine Entlastung durch die Ablösung der Zwangsrabatte durch Festbeträge erwarten kann. Sollten – wie vom GMG vorgesehen moderate neue Festbeträge unter Einbezug wirkstoffähnlicher, noch patentgeschützter Erstanbieterprodukte eingeführt werden, so hat STADA klare Chancen, ohne oder mit nur geringen Preissenkungen bei betroffenen Produkten durch den gleichzeitigen Wegfall der Zwangsrabatte signifikant entlastet zu werden. Diese Art der Festbeträge wird jedoch gegenwärtig in der gesundheitspolitischen Diskussion noch einmal in Frage gestellt. Sollten die Festbeträge ohne die Einbeziehung von patentgeschützten Wirkstoffen festgelegt werden, wäre STADA voraussichtlich durch dann notwendige deutliche Preissenkungen belastet – wobei diese Belastungen durch den gleichzeitigen Wegfall der Zwangsrabatte teilweise oder vollständig kompensiert würden. Sollten vorläufig überhaupt keine Festbeträge festgesetzt werden, würde STADA signifikant entlastet, da die Bemessungsgrundlage für die Zwangsrabatte am 01.01.2005 gemäß GMG von jetzt 16% auf dann nur noch 6% des Herstellerabgabepreises von Produkten mit Wirkstoffen ohne Festbetrag absinkt.

Im 1. Halbjahr 2004 konnte STADA konzernweit 169 Neueinführungen von Produkten erreichen. Die Produktentwicklung ist damit ein zentraler Erfolgsfaktor für den Konzern. Sie verfolgt u.a. das Ziel, den STADA-Vertriebsgesellschaften im jeweiligen nationalen Markt vermarktbare Zulassungen für alle wichtigen Wirkstoffe terminnah zum Patentablauf bzw. zum Ablauf des jeweiligen gewerblichen Schutzrechts zur Verfügung zu stellen. Das Marktpotenzial, auf das diese Entwicklungsaktivitäten abzielen, ist hoch: Nach einer aktualisierten STADA-Schätzung beträgt das heutige Umsatzvolumen der in den 4 größten Märkten der EU (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien) für den generischen Wettbewerb im Zeitraum 2005 bis 2010 verfügbar werdenden Wirkstoffe unverändert über 10 Mrd. EUR.STADA hat eine mit entsprechenden Entwicklungsprojekten gut gefüllte Produktpipeline, die auch in den nächsten Jahren zahlreiche generische Neueinführungen erwarten lässt.

Zudem betreibt STADA in Zusammenarbeit mit darauf jeweils spezialisierten Partnern einige
besondere Entwicklungsprojekte, die spezifisches Know-how erfordern.

Dazu zählen wirkstoffhaltige Pflaster, die transdermal, d.h. durch die Haut hindurch, wirken und die sich teilweise in klinischen Studien, teilweise aber auch schon in Zulassungsprozessen befinden. Für Europa ist die Entwicklung eines Pflasters mit dem schmerzstillenden Wirkstoff Fentanyl von STADA weitgehend abgeschlossen; ein nationaler Zulassungsantrag ist bereits gestellt. Für die USA betreibt STADA die Entwicklung wirkstoffhaltiger Pflaster ebenfalls mit Fentanyl sowie mit dem blutdrucksenkenden Wirkstoff Clonidin. "„Die in der Entwicklung befindlichen Pflaster könnten aus heutiger Sicht Marktreife in 2005/2006 erreichen; insgesamt hält STADA aus heutiger Sicht einen Beitrag der wirkstoffhaltigen Pflaster zum Konzernumsatz in Höhe von über 50 Mio. EUR p.a. mittelfristig für möglich"“, so das für die Produktentwicklung zuständige STADA-Vorstandsmitglied Dr. Klaus-Peter Reich.

Seit 2001 läuft – unter Einsatz von externen Entwicklungspartnern und in erheblichem Umfang mit Venture Capital finanziert – für die Wirkstoffe Erythropoetin, Filgrastim und Interferon β die Entwicklung von entsprechenden Biogenerika, für die STADA insgesamt Konzernumsätze von über 100 Mio. EUR p.a. nach dem dritten vollen Marketingjahr nach der Einführung erwartet. Im Rahmen dieser Projekte ist die Entwicklung eines Biogenerikums für Erythropoetin mit Abstand am weitesten fortgeschritten.

Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004 hat die erste klinische Studie für diesen Wirkstoff
begonnen, nachdem zuvor der notwendige Umfang der klinischen Studien für Biogenerika, der erwartungsgemäß weit höher ist als für normale Generika, mit Zulassungsexperten abgestimmt werden konnte. Dr. Reich prognostiziert: „"Aus heutiger Sicht kann damit eine biogenerische Zulassung für Erythropoetin noch bis Ende 2006 erreicht werden."“

Schließlich zählt zu den für STADA relevanten Entwicklungsprojekten seit der Akquisition der europaweiten Vertriebsrechte im 1. Quartal 2004 auch der laufende Zulassungsprozess der autologen Tumorvakzine Reniale® (zur Behandlung spezieller Formen von Nierenkrebs) des strategischen Partners LipoNova. Im Rahmen des laufenden zentralen Zulassungsverfahrens für das Arzneimittel Reniale® hat die europäische Zulassungsbehörde EMEA eine erste Einschätzung des eingereichten Dossiers abgegeben. Nach Dr. Reich gehen die Experten von LipoNova davon aus, dass eine Zulassung von Reniale® noch in 2005 erreicht werden kann. Abhängig vom Einführungszeitpunkt und der Erstattungsfähigkeit in den jeweiligen nationalen Märkten kann damit für Reniale® ein in der Spitze erreichbares Umsatzpotenzial von über 50 Mio. EUR p.a. möglich sein.

In seiner Zusammenfassung zu den mittelfristigen Aussichten von STADA bezog sich Hartmut Retzlaff ausdrücklich auf die traditionelle Entwicklungsstärke von STADA: „"Der erwartete kontinuierliche Fluss an Neueinführungen ist ein dauerhafter Wachstumsimpuls für uns. Wenn sich die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen in den für STADA wichtigsten nationalen Märkten, insbesondere in Deutschland, jetzt als konstant erweisen und wenn die Märkte zu einer rationalen Preis- und Konditionenpolitik zurückkehren, wird STADA damit nach heutiger Meinung des Vorstands den ertragsorientierten Wachstumskurs in 2005 wieder erfolgreich, d.h. mit einem erneuten Umsatz- und Ertragswachstum, fortsetzen können.“"

Den vollständigen Halbjahresbericht 2004 und die heutige Ad-hoc-Meldung finden Sie im Internet unter www.stada.de.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

STADA Arzneimittel AG
Unternehmenskommunikation
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Tel.: +49(0) 6101 603-113
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