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Vertriebsaktivitäten in Deutschland

In Deutschland, dem größten nationalen Markt von STADA, reduzierte sich der Umsatz erwartungsgemäß in den ersten 9 Monaten 2011 um 9% auf 359,0 Mio. EUR (1-9/2010: 392,7 Mio. EUR). Hatte der Umsatzrückgang im deutschen Markt im 2. Quartal 2011 noch 9% betragen, ging der Umsatz im 3. Quartal 2011 um 5% zurück. Insgesamt hatten die deutschen STADA-Aktivitäten in den ersten 3 Quartalen 2011 einen Anteil von 28,7% (1-9/2010: 33,3%) am Konzernumsatz.

Der in Deutschland erwartete Umsatzrückgang war unverändert auf die schwierigen lokalen Rahmenbedingungen für Generika zurückzuführen. So reduzierte sich der Umsatz des deutschen Generika-Segments in den ersten 9 Monaten 2011 um 11% auf 265,1 Mio. EUR (1-9/2010: 298,6 Mio. EUR). Der Marktanteil der aus den deutschen Apotheken abverkauften Generika des STADA-Konzerns war in den ersten 3 Quartalen 2011 nach Absatz mit ca. 12,5% stabil (Geschäftsjahr 2010: ca. 12,5%).1) Im 3. Quartal 2011 allein betrachtet stieg der Marktanteil nach Absatz wie erwartet – angesichts der guten Resultate in den letzten Ausschreibungen von Rabattverträgen – sogar auf ca. 13,2%.1) Weiterhin stand dem jedoch eine erwartungsgemäß nur knapp unter Konzerndurchschnitt liegende operative Profitabilität des deutschen Konzerngeschäfts gegenüber.

Der Umsatz, den STADA im deutschen Markt mit Generika erzielte, belief sich in den ersten 3 Quartalen 2011 auf 74% (1-9/2010: 76%) an dem in Deutschland insgesamt erreichten Umsatz.

Die Entwicklung im deutschen Markt basierte im Wesentlichen auf den von STADA-Vertriebsgesellschaften erzielten guten Ergebnissen im Rahmen der zahlreichen Ausschreibungen von Rabattverträgen durch gesetzliche Krankenkassen. An diesen Ausschreibungen sind deutsche STADA-Vertriebsgesellschaften weiterhin kontinuierlich mit von Margen- und Marktanteilsaspekten geprägten verschiedenen Gebotsstrategien und demzufolge auch sehr unterschiedlichen Zuschlagergebnissen beteiligt. Das dabei übergeordnete Ziel des Konzerns einer angemessenen operativen Profitabilität in Deutschland führte für STADA im Berichtszeitraum in Deutschland zu einem Rückgang von Umsatz und Marktanteil im Generika-Segment, ohne dass dabei jedoch die Position des STADA-Konzerns als klare Nummer 31) im deutschen Generika-Markt beeinträchtigt wurde.

Im 3. Quartal 2011 erzielten die beiden STADA-Vertriebsgesellschaften STADApharm und ALIUD PHARMA bei der 4. Ausschreibungsrunde der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) für in Deutschland bundesweit geltende Rabattverträge für Arzneimittel sehr gute Ergebnisse.2) So hat die DAK, die über ca. 6,5 Mio. Mitglieder verfügt, mit diesen beiden STADA-Vertriebsgesellschaften von insgesamt 33 Wirkstoffen entsprechende Verträge für jeweils zehn Wirkstoffe – darunter einige Neueinführungen und Eigenfertigungen – abgeschlossen. Die Verträge traten zum 01.10.2011 in Kraft und haben eine reguläre Laufzeit von zwei Jahren. Im 4. Quartal 2011 erhielten die beiden STADA-Vertriebsgesellschaften STADApharm und ALIUD PHARMA auch bei den letzten Ausschreibungen der KKH-Allianz, der Vereinigten IKK und der Techniker Krankenkasse Zuschläge für zahlreiche Wirkstoffe. Die Verträge treten zum 01.01.2012 bzw. 01.02.2012 in Kraft und haben jeweils eine reguläre Laufzeit von zwei Jahren.3) Darüber hinaus erhielt im 4. Quartal 2011 auch die STADA-Vertriebsgesellschaft cell pharm bei den letzten Ausschreibungsrunden verschiedener Krankenkassen entsprechende Zuschläge. Angesichts der in 2011 neu abgeschlossenen, teilweise großvolumigen Rabattverträge geht der STADA-Vorstand davon aus, dass der Marktanteil des Konzerns nach Absatz im deutschen Markt wieder steigen wird.

Das infolge des zum 01.01.2011 in Kraft getretenen Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) erforderliche Umpacken und die damit einhergehende Warenrücknahme werden im Geschäftsjahr 2011 zu Kosten im insgesamt maximal sechsstelligen Euro-Bereich führen, die STADA in 2011 als einmaligen Sondereffekt ausweist. In den ersten 9 Monaten 2011 sind in diesem Zusammenhang bisher 0,4 Mio. EUR angefallen.

Den in Deutschland realisierten Generika-Umsatz erzielte STADA unverändert mit verschiedenen Vertriebsgesellschaften. Der Umsatz von ALIUD PHARMA, der größten konzerneigenen Vertriebsgesellschaft im deutschen Generika-Markt, war in den ersten 3 Quartalen 2011 um 10% auf 145,9 Mio. EUR (1-9/2010: 162,8 Mio. EUR) rückläufig. Der mit der konzerneigenen deutschen Generika-Vertriebsgesellschaft STADApharm erreichte Umsatz reduzierte sich im Berichtszeitraum um 16% auf 93,0 Mio. EUR (1-9/2010: 111,3 Mio. EUR).

Der Umsatz der STADA-Generika-Vertriebsgesellschaft cell pharm, Spezialanbieter für die Indikationsfelder Onkologie und Nephrologie, nahm in den ersten 9 Monaten 2011 um 2% auf 22,6 Mio. EUR (1-9/2010: 23,1 Mio. EUR) ab. Im 3. Quartal 2011 verkaufte cell pharm das onkologische Produkt Tobra-cell® (Jahresumsatz 2010: 0,4 Mio. EUR, kumulierter Umsatz 2011 bis zum Tag des Verkaufs: 0,7 Mio. EUR) und erzielte dabei einen Gewinn von 1,4 Mio. EUR vor Steuern, der als entlastender einmaliger Sondereffekt ausgewiesen wurde.

Im 2. Quartal 2011 wurde gegen die deutschen STADA-Vertriebsgesellschaften ALIUD PHARMA GmbH und STADApharm GmbH im Rahmen eines patentrechtlich begründeten Wettbewerbsverfahrens in der 1. Instanz eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung des Vertriebs für das Produkt mit dem pharmazeutischen Wirkstoff Leflunomid zur Behandlung der aktiven rheumatoiden Arthritis und der aktiven Psoriasis-Arthritis erlassen. Nach Einsicht der Urteilsbegründung hatte STADA entschieden, in dem einstweiligen Verfügungsverfahren Berufung einzulegen.

Der Umsatz der Markenprodukte – größtenteils unter den lokalen vertrieblichen Labeln STADA GmbH und Hemopharm – verzeichnete in den ersten 9 Monaten 2011 ein Plus von 1% auf 92,9 Mio. EUR (1-9/2010: 92,1 Mio. EUR).

Insgesamt belief sich der Anteil, den STADA in den ersten 9 Monaten 2011 in Deutschland mit Markenprodukten erzielte, auf 26% (1-9/2010: 23%).

Im 3. Quartal 2011 löste die britische STADA-Tochtergesellschaft Britannia Pharmaceuticals Ltd. eine mit der Cephalon GmbH bestehende Vereinbarung für den Vertrieb von Apo-Go® im deutschen Markt auf. Neben der Tatsache, dass die Cephalon GmbH durch eine Akquisition Teil der israelischen Teva-Gruppe und damit eines direkten globalen Wettbewerbers von STADA geworden ist, wurde dabei auch ein Urteil4) des Landgerichts München vom 19.07.2011 berücksichtigt, nach dem Cephalon beim Vertrieb des STADA-Lizenzprodukts gegen die Apothekenpflicht verstoßen hat. Im Zusammenhang mit der Auflösung der Vereinbarung entstand eine Ertragsbelastung in Höhe von 5,4 Mio. EUR vor bzw. 3,9 Mio. EUR nach Steuern, die als einmaliger Sondereffekt ausgewiesen wurde.

Für das Geschäftsjahr 2011 geht der Vorstand bei einer unverändert auf eine angemessene lokale operative Profitabilität ausgelegten Vertriebsstrategie von weiteren Umsatzrückgängen im Generika-Bereich und damit für das deutsche Geschäft insgesamt aus.

1) Daten von IMS Health bezogen auf den Verkauf der Apotheken an die Kunden (Quelle: IMS/Pharmascope
national).
2) Vgl. Unternehmensinformation der Gesellschaft vom 01.08.2011.
3) Vgl. Unternehmensinformation der Gesellschaft vom 31.10.2011.
4) Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Deutschland

1) Bei Umsätzen geringer als 0,05 Mio. EUR wurde der Betrag auf 0,0 Mio. EUR gerundet.

Deutschland

1) Bei Umsätzen geringer als 0,05 Mio. EUR wurde der Betrag auf 0,0 Mio. EUR gerundet.
STADA Vertriebsaktivitäten: Deutschland
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