In Deutschland, dem weiterhin größten nationalen Markt von STADA, nahm der Umsatz im 1. Halbjahr 2010 um 8% auf 259,9 Mio. EUR (1-6/2009: 281,6 Mio. EUR) ab.
Damit hatten die deutschen Geschäftsaktivitäten in den ersten 6 Monaten 2010 einen Anteil von 33,4% (1-6/2009: 37,3%) am Konzernumsatz.
Der Anteil, den STADA in Deutschland mit Generika generierte, belief sich dabei in den ersten 6 Monaten 2010 auf 76% (1-6/2009: 77%) an dem in Deutschland erzielten Konzernumsatz.
Unverändert basierte dieser Umsatzrückgang im deutschen Markt auf den anhaltend schwierigen lokalen Rahmenbedingungen für Generika. So lag der Umsatz des deutschen Generika-Segments im 1. Halbjahr 2010 mit einem Rückgang um 9% auf 196,7 Mio. EUR (1-6/2009: 217,1 Mio. EUR) unter den ursprünglichen Erwartungen des Konzerns; der Marktanteil der aus den deutschen Apotheken abverkauften Generika des STADA-Konzerns ging im 1. Halbjahr 2010 dabei auf ca. 12,8% (Geschäftsjahr 2009: ca. 13,5%) zurück. Dem steht jedoch eine erwartungsgemäß nur knapp unter Konzerndurchschnitt liegende operative Profitabilität im deutschen Konzerngeschäft im 1. Halbjahr 2010 gegenüber.
Diese Entwicklung im deutschen Markt ist wesentlich durch die von den verschiedenen STADA-Vertriebsgesellschaften erzielten Ergebnisse bei den zahlreichen Ausschreibungen von Rabattverträgen durch gesetzliche Krankenkassen geprägt. Zuschläge von solchen Rabattverträgen sind zwar in der Regel mit Absatz- und Marktanteilsgewinnen verbunden, aber nur zu deutlich niedrigen Margen; Nicht-Zuschläge bedeuten dagegen in der Regel signifikante Absatz- und Marktanteilsverluste.1) An den Ausschreibungen für solche Rabattverträge beteiligt sich STADA unverändert regelmäßig mit von Margen- und Marktanteilsaspekten geprägten verschiedenen Gebotsstrategien und demzufolge auch sehr unterschiedlichen Zuschlagergebnissen. Das dabei aktuell verfolgte Primärziel des Konzerns, im deutschen Markt eine angemessene operative Profitabilität zu erreichen, kann für STADA auch für das Gesamtjahr 2010 einen moderaten Rückgang von Umsatz und Marktanteil im Generika-Segment in Deutschland bedingen, ohne dass die Position des STADA-Konzerns als klare Nummer 3 im deutschen Generika-Markt davon beeinträchtigt würde.
Diese momentan verfolgte lokale Marktstrategie ist auch darauf zurückzuführen, dass sich gegenwärtig weitere Gesetze mit dem Ziel struktureller Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem im Gesetzgebungsverfahren befinden. Im Rahmen dessen werden auch für das Strukturelement der Rabattverträge unterschiedliche regulatorische Veränderungen diskutiert – u.a., um eine höhere Patientenakzeptanz sowie einen verbesserten Kartellrechtsschutz zu erreichen –, die sich bei tatsächlicher Umsetzung insgesamt aus heutiger Sicht des Vorstands für Generika-Anbieter ab dem erwarteten Inkrafttreten zum 01.01.2011 moderat positiv auswirken könnten.
Der im deutschen Markt erzielte Generika-Umsatz wird dabei weiterhin mit unterschiedlichen vertrieblichen Labeln generiert. Der Umsatz von ALIUD PHARMA, der größten konzerneigenen Vertriebs-Linie im deutschen Generika-Markt, reduzierte sich in den ersten 6 Monaten 2010 um 15% auf 109,2 Mio. EUR (1-6/2009: 128,4 Mio. EUR). Auch beim zweiten konzerneigenen deutschen Generika-Label STADApharm war der Umsatz im 1. Halbjahr 2010 mit 4% auf 71,9 Mio. EUR (1-6/2009: 74,9 Mio. EUR) rückläufig. Der Umsatz der weiteren STADA-Generika-Vertriebs-Linie cell pharm, Spezialanbieter für die Indikationsfelder Onkologie und Nephrologie, konnte in den ersten 6 Monaten 2010 dagegen um 14% auf 14,8 Mio. EUR (1-6/2009: 13,0 Mio. EUR) gesteigert werden.
Der mit Markenprodukten im deutschen Markt – weitestgehend unter den lokalen vertrieblichen Labeln STADA GmbH und Hemopharm – generierte Umsatz reduzierte sich im 1. Halbjahr 2010 um 2% auf 61,9 Mio. EUR (1-6/2009: 63,5 Mio. EUR). Der Anteil, den STADA in Deutschland mit Markenprodukten generierte, betrug damit im 1. Halbjahr 2010 24% (1-6/2009: 23%) an dem im deutschen Markt erzielten Konzernumsatz. Dem liegen gegenläufige Entwicklungen zu Grunde.
Zum einen war STADA neben einer schwächer als üblich ausgeprägten Wintersaisonalität – wie zahlreiche andere Anbieter – durch einen von der deutschen Aufsichtsbehörde, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), im 2. Quartal 2010 angeordneten Rückruf von Bufexamac-haltigen Arzneimitteln zur Behandlung von Hämorrhoidalleiden betroffen. Aufsichtsbehörden anderer Länder haben sich diesem Schritt bisher erst teilweise angeschlossen. Das entsprechende STADA-Produkt mit diesem Wirkstoff unter dem Warenzeichen Mastu® hatte in 2009 konzernweit einen Jahresumsatz von 5,6 Mio. EUR und in Deutschland allein einen Jahresumsatz von 1,2 Mio. EUR erzielt. STADA konnte in Deutschland noch im 2. Quartal 2010 ein Nachfolgeprodukt unter Nutzung des bisherigen Warenzeichens ausliefern. Insgesamt haben der Rückruf von bisherigen Mastu®-Produkten und die forcierte Ausbietung eines Nachfolgeprodukts bisher zu einer Belastung in Höhe von 0,8 Mio. EUR vor bzw. 0,6 Mio. EUR nach Steuern geführt, die als einmaliger Sondereffekt ausgewiesen wurde.
Demgegenüber trug zum anderen positiv zur Umsatzentwicklung des Markenproduktsegments in Deutschland das von STADA Ende 2009 – in Deutschland für den Vertrieb durch Hemopharm – akquirierte Markenprodukt EUNOVA Multi-Vitalstoffe Langzeit Kapseln bei, mit dem der Konzern im 1. Halbjahr 2010 einen Umsatzbeitrag von 2,0 Mio. EUR generierte.2)
Im Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2010 des deutschen Geschäfts insgesamt geht der Vorstand angesichts des geschilderten schwierigen Marktumfelds und der dort aktuell verfolgten Strategien aus heutiger Sicht jetzt von einem moderat rückläufigen Umsatz bei einer jedoch nur knapp unter dem Konzerndurchschnitt liegenden operativen Profitabilität aus.
| 1) | Unverändert gibt es bei verschiedenen Arten von Rabattverträgen sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene rechtliche Diskussionen über prinzipielle Zulässigkeit als auch Ausgestaltung einzelner Details. |
| 2) | Vgl. STADA-Geschäftsbericht 2009. Der Gesamtumsatzbeitrag von EUNOVA Multi-Vitalstoffe Langzeit Kapseln betrug im 1. Halbjahr 2010 2,6 Mio. EUR; zusätzlich zu den Umsätzen im deutschen Markt wurden Exportumsätze in Höhe von 0,6 Mio. EUR erzielt. |
| 1) | Bei Umsätzen geringer als 0,05 Mio. EUR wurde der Betrag auf 0,0 Mio. EUR gerundet. |