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Internationale Vertriebsaktivitäten

Serbien

In Serbien reduzierte sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2010 bei Anwendung vorjähriger Wechselkurse um 8%. In Euro verzeichnete der Konzern einen Umsatzrückgang von 16% auf 99,1 Mio. EUR (Vorjahr: 118,6 Mio. EUR).

Der wesentliche Grund für diese Entwicklung war der ab dem 2. Quartal 2010 erfolgte bewusste Verzicht des serbischen Vertriebs auf mögliche weitere Umsätze im für das Geschäftsjahr 2010 kumuliert zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, um angesichts der anhaltenden Liquiditätsprobleme des serbischen Großhandels das Ausfallrisiko von Forderungen für den Konzern zu reduzieren.

Ungeachtet dessen musste STADA in 2010 Wertberichtigungen von Forderungen gegenüber lokalen Großhändlern in Serbien vornehmen. Auf Grund von Liquiditätsproblemen serbischer Großhändler wies der Konzern in 2010 ertragsbelastende einmalige Sondereffekte in Höhe von insgesamt 34,2 Mio. EUR vor Steuern aus. Der mit Abstand größte Einzelfall betraf dabei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der serbischen STADA-Tochtergesellschaft Hemofarm A.D. gegenüber der serbischen Großhandelsgruppe Velefarm, an der Hemofarm – neben einer Beteiligung des serbischen Staats – eine Minderheitsbeteiligung hält. Zur nachhaltigen Sicherung dieser Forderungen wurde am 28.09.2010 zwischen Hemofarm und Velefarm ein Restrukturierungsplan für die Velefarm-Verbindlichkeiten gegenüber Hemofarm unterzeichnet, der unter anderem auch die Einsetzung eines Restrukturierungsbeauftragten (Chief Restructuring Officer) bei Velefarm vorsieht. Mit diesem Restrukturierungsplan soll Velefarm in die Lage versetzt werden, die noch ausstehenden Forderungen der Hemofarm schrittweise über mehrere Jahre zu begleichen.

Darüber hinaus modifizierte Hemofarm unter neuer Geschäftsleitung das lokale Distributionsmodell mit dem Ziel eines verbesserten Risikoprofils gegenüber Großhändlern und Kunden. Im Rahmen eines Sonderprojekts wird die Kostenstruktur von Hemofarm beschleunigt an die geänderten Umfeldbedingungen angepasst, wobei einzelne Maßnahmen deutlich über die bereits im Rahmen von „STADA – build the future“ vorgesehenen Optimierungen hinausgehen können.

Unverändert war die serbische STADA-Tochtergesellschaft in 2010 im serbischen Pharmamarkt mit einem Marktanteil von ca. 27,0% (Vorjahr: ca. 27,8%) lokaler Marktführer.1) Mit Generika erzielte STADA im Geschäftsjahr 2010 in Serbien einen Umsatz von 67,7 Mio. EUR (Vorjahr: 91,1 Mio. EUR). Damit leisteten Generika einen Beitrag von 68% (Vorjahr: 77%) zum serbischen Umsatz. Der Umsatz der Markenprodukte betrug in Serbien im Geschäftsjahr 2010 7,6 Mio. EUR (Vorjahr: 9,0 Mio. EUR). Damit hatten sie einen Anteil von 8% (Vorjahr: 8%) am serbischen STADA-Umsatz.

Die Profitabilität des von Serbien aus geführten Teilkonzerns2) inklusive ausländischer Aktivitäten lag operativ, d.h. ohne die belastenden Einflüsse insbesondere von Wertberichtigungen von Forderungen gegenüber serbischen Großhändlern, im Geschäftsjahr 2010 trotz des bewussten Umsatzverzichts noch in etwa im Konzerndurchschnitt.

In Serbien legten die lokalen Umsätze in den ersten 9 Monaten 2011 gegenüber dem außergewöhnlich niedrigen Vorjahresniveau erwartungsgemäß zu. Bei Anwendung vorjähriger Wechselkurse stieg der Umsatz um 36%. In Euro erhöhte sich der Umsatz um 37% auf 72,2 Mio. EUR (1-9/2010: 52,7 Mio. EUR).

Der mit Generika erzielte STADA-Umsatz nahm in den ersten 9 Monaten 2011 im serbischen Markt um 57% auf 57,9 Mio. EUR (1-9/2010: 36,9 Mio. EUR) zu. Damit trugen Generika mit 80% (1-9/2010: 70%) zum serbischen STADA-Umsatz bei. Der Umsatz der Markenprodukte wies in Serbien in den ersten 3 Quartalen 2011 ein Wachstum von 98% auf 9,1 Mio. EUR (1-9/2010: 4,6 Mio. EUR) auf. Damit hatten Markenprodukte einen Anteil von 13% (1-9/2010: 9%) an dem von STADA im serbischen Markt erzielten Umsatz.

In einem Teil der serbischen Produktion für Injektabilia, der vorwiegend für Lohnherstellung genutzt wird, steht der serbische Teilkonzern Hemofarm vor technischen Problemen. Zusammen mit den entsprechenden Kunden hat sich Hemofarm in diesem Zusammenhang im 3. Quartal 2011 entschieden, den Vertrieb einiger Chargen in verschiedenen europäischen Märkten sowie dem US-Markt auszusetzen. Auf Grund dieser Entscheidung fiel im 3. Quartal 2011 eine außerordentliche Ertragsbelastung von 1,4 Mio. EUR vor Steuern an. Solange die technischen Probleme nicht vollständig gelöst sind, bleibt die kommerzielle Produktion in der entsprechenden Produktionslinie ausgesetzt.

Auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung am 21.09.2011 kam der STADA-Vorstand im Nachgang zu einer am Tag zuvor stattgefundenen Aufsichtsratssitzung der serbischen Tochtergesellschaft Hemofarm zu der Einschätzung, dass offene Forderungen der Hemofarm gegenüber verschiedenen serbischen Pharma-Großhandlungen voraussichtlich in signifikantem Umfang nicht werthaltig sind. Im Zusammenhang mit diesem gestiegenen Ausfallrisiko entschied sich der STADA-Vorstand dazu, entsprechende Wertminderungen und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 96,9 Mio. EUR vor Steuern vorzunehmen, die im 3. Quartal 2011 als belastende einmalige Sondereffekte im Konzern ausgewiesen wurden. Die daraus resultierende Ertragsbelastung nach Steuern lag bei 87,2 Mio. EUR. Die Liquiditätssituation von STADA wurde dadurch nicht wesentlich belastet, da die Wertminderungen und Abschreibungen weit überwiegend zahlungsunwirksam waren (vgl. Ad-hoc-Meldung der Gesellschaft vom 21.09.2011).

Auf der Aufsichtsratssitzung der Hemofarm hatte das serbische Management vor dem Hintergrund der sich wieder verschärfenden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seine Einschätzungen über die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die serbische Volkswirtschaft, über zunehmende Liquiditätsengpässe des staatlichen serbischen Gesundheitsfonds (RZZO) und verschiedener serbischer Pharma-Großhandlungen sowie über für 2012 anstehende Verschärfungen in der Anwendung des serbischen Insolvenzrechts dargelegt. Der STADA-Vorstand sah sich daher veranlasst, alle ungesicherten Forderungen sowie den überwiegenden Teil der besicherten Forderungen der Hemofarm gegenüber verschiedenen serbischen Pharma-Großhandlungen mit voraussichtlich eingeschränkter Liquiditätssituation wertzuberichtigen. Außerdem entschloss sich der Vorstand dazu, alle Buchwerte für bestehende Minderheitsbeteiligungen der Hemofarm an verschiedenen serbischen Pharma-Großhandlungen (19,65% an der Velefarm A.D., Belgrad, und 15% an der Vetfarm A.D., Belgrad) jeweils auf 1,00 EUR abzuschreiben. Daraus resultierten als Teilbetrag der einmaligen belastenden Sondereffekte außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von insgesamt 3,7 Mio. EUR.

Hemofarm und STADA suchen in Gesprächen mit allen lokalen Marktbeteiligten und dem serbischen Staat weiter aktiv nach tragbaren Lösungen für eine Verbesserung der Liquiditätssituation im serbischen Pharmamarkt und damit auch für eine Bedienung der offenen Hemofarm-Forderungen. Sollten dadurch die jetzt umfänglich wertberichtigten offenen Forderungen der Hemofarm an serbische Pharma-Großhändler in besserem Maße als erwartet bedient werden, so wird STADA solche Zahlungseingänge sukzessive in der jeweiligen Berichtsperiode als ertragsverbessernde einmalige Sondereffekte ausweisen.

STADA geht zudem davon aus, dass das eigene operative Geschäft in Serbien grundsätzlich stabil ist und weitere Wachstumschancen bietet. Die Bestände der Hemofarm-Ware in den lokalen Pharma-Großhandlungen wurden durch eine gezielte Vertriebssteuerung auf ein niedriges Niveau zurückgeführt, so dass das gegenwärtig ausgeprägte Umsatzwachstum des serbischen Geschäfts auf einer stabilen Nachfrage nach Hemofarm-Produkten im serbischen Markt beruht. Angesichts der stabilen Nachfrage nach Hemofarm-Produkten im serbischen Markt geht der Konzern in Serbien für das Geschäftsjahr 2011 und die Folgejahre unverändert von einer Steigerung des Umsatzes in lokaler Währung aus.

Die Profitabilität des von Serbien geführten Teilkonzerns Hemofarm sollte operativ – d.h. ohne die belastenden Einflüsse insbesondere von Wertminderungen – in 2011 leicht oberhalb des Konzerndurchschnitts liegen. Unverändert stellt dieser Teilkonzern im Rahmen von „STADA – build the future“ einen Schwerpunkt für ertragsverbessernde Maßnahmen dar, die zu weiteren Kostensenkungen im operativen Geschäft beitragen sollen und in den nächsten Jahren auch eine weitere Optimierung des dortigen Personalstands mit sich bringen.

Die umfangreichen Wertberichtigungen in Serbien im 3. Quartal 2011 gaben Anlass, den Goodwill der Hemofarm-Gruppe unterjährig auf Werthaltigkeit zu überprüfen. Bei dem entsprechenden Werthaltigkeitstest ergab sich per 30.09.2011 auf der Basis aktualisierter Umsatz- und Ertragsprognosen des lokalen serbischen Managements keine Notwendigkeit für eine Goodwill-Abschreibung auf den Teilkonzern Hemofarm.

Die Finanz- und Ertragslage dieses Teilkonzerns wird nach wie vor maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Liquiditätssituation des Großhandels und der Distributionspartner im serbischen Markt geprägt sein. Zudem werden die Umsatz- und Ergebnisbeiträge des serbischen STADA-Teilkonzerns auch weiterhin maßgeblich von der Währungsrelation des serbischen Dinar, den dieser Teilkonzern zum Ausweis seiner Ergebnisse verwendet, zum Euro abhängen.

1) STADA-Schätzung auf Basis von IMS-Health-Daten zu Herstellerabgabepreisen.
2) Der von Serbien aus geführte Teilkonzern umfasst neben Serbien weitere, hauptsächlich in der CEE-Region liegende Länder und Teile des Geschäfts von STADA in der Russischen Föderation sowie deren Exportaktivitäten.

Serbien - Umsätze nach Segmenten in Mio. EUR


Serbien - Umsätze nach Segmenten in Mio. EUR

STADA Vertriebsaktivitäten: Serbien
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