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Konzern-Profil

Die Strategie

Strategischer Fokus auf Märkte mit langfristigem Wachstumspotenzial

Die zunehmend international ausgelegten Geschäftsaktivitäten der STADA Arzneimittel AG und der STADA-Konzerngesellschaften sind auf den Gesundheitsmarkt, insbesondere den Pharmamarkt, ausgerichtet. Diese Märkte weisen seit Jahren weltweit eine steigende Nachfrage auf; auch für die nächsten Jahre wird von externen Analysen ein weiteres Wachstum dieser Märkte prognostiziert. Als kontinuierliche Wachstumstrends werden dabei in diesen Märkten insbesondere der medizinische Fortschritt, steigende Lebenserwartung in den Industrieländern und globale Bevölkerungszunahme angesehen.

Kernsegmente Generika und Markenprodukte

STADA konzentriert sich im Gesundheits- und Pharmamarkt auf die Entwicklung und Vermarktung von Produkten mit Wirkstoffen – in der Regel pharmazeutischen Wirkstoffen –, die frei von gewerblichen Schutzrechten, insbesondere Patenten, sind. Unter Kosten- und Risikoaspekten betreibt STADA bewusst keine Forschung nach neuen pharmazeutischen Wirkstoffen.

Im Rahmen dieser strategischen Positionierung bilden Generika und Markenprodukte die beiden Kernsegmente des Konzerns:

  • Produkte, bei deren Vertrieb und Marketing der Fokus auf einer günstigen Preisgestaltung und/oder einem produkt- und indikationsübergreifenden Vermarktungskonzept liegt, zählen im Rahmen der Segmentierung des Konzerns zum Kernsegment Generika;
  • Produkte, bei deren Vermarktung die spezifischen Produkteigenschaften und insbesondere auch der Markenname des jeweiligen Produkts im Vordergrund stehen, werden dem Kernsegment Markenprodukte zugeordnet.

Unter den Randaktivitäten sind bei STADA Geschäfte bzw. Beteiligungen außerhalb der beiden Kernsegmente zusammengefasst. Diese Randaktivitäten sollen das Konzerngeschäft in den Kernsegmenten ergänzen bzw. unterstützen.

Herausforderndes Umfeld

Mit dem historischen und prognostizierten kontinuierlichen Wachstum der Märkte, in denen STADA agiert, ist untrennbar auch ein herausforderndes Umfeld verbunden.1)

So ziehen die guten Wachstumschancen einen intensiven Wettbewerb an. Auch sind diese Märkte stark von regulatorischen Einflüssen geprägt. Denn eine der zentralen Aufgaben jedes Staates ist es, möglichst vielen seiner Bürger einen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu akzeptablen Kosten zu verschaffen. Das kontinuierliche Nachfragewachstum im Gesundheits- und Pharmamarkt führt deswegen zu einem konstanten Kostendruck in nahezu allen nationalen Gesundheitssystemen, der regelmäßig kostendämpfende staatliche Regulation nach sich zieht.

Die immer wieder zu erwartenden gesundheitspolitischen Eingriffe in lokale regulatorische Rahmenbedingungen haben damit für Generika eine besonders hohe Auswirkung. Solche Eingriffe können dämpfend wirken, wenn z.B. von einem Staat direkte Preissenkungen verfügt werden, aber auch einen stimulierenden Effekt haben, wenn z.B. in einem nationalen Gesundheitssystem stärkere regulatorische Anreize für die Verordnung preisgünstiger Generika gesetzt werden.

Zusätzlich zu diesen branchenspezifischen Herausforderungen ist STADA auch allgemeinen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Gegenwärtig zählen dazu in besonderem Maß potenzielle Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise.

Flexible und schlanke operative Aufstellung

Die strategische Antwort von STADA auf dieses strukturelle Umfeld liegt in einer schlanken und vor allem flexiblen operativen Aufstellung. Rascher Wandel auf sich ändernde Rahmenbedingungen bei gleichzeitiger hoher Kostensensibilität sind für STADA entscheidende Erfolgsfaktoren und prägen deswegen die operative Aufstellung in allen Funktionsbereichen des Konzerns.

Internationale Vertriebs-Infrastruktur

Ein wesentliches Erfolgskriterium des STADA-Geschäftsmodells ist das internationale Netz lokaler und somit marktnaher Vertriebsgesellschaften. Nur durch die lokale vertriebliche Präsenz in den einzelnen nationalen Märkten, deren Strukturen auf Grund der unterschiedlichen Systeme der Gesundheitsversorgung stark differieren, ist der Konzern in der Lage, die jeweiligen strukturellen Wachstumspotenziale für eigenes Wachstum zu nutzen. Um sich kurzfristig an die sich häufig ändernden Rahmenbedingungen in den entsprechenden Gesundheitsmärkten anzupassen, besitzen die nationalen STADA-Vertriebsgesellschaften ein hohes Maß an vertrieblicher Autonomie. Teilweise setzt STADA dabei in einzelnen nationalen Märkten auch auf parallel agierende bzw. auf spezifische Marktsegmente ausgerichtete Vertriebsgesellschaften, sofern dies die jeweiligen Marktstrukturen für eine optimale Potenzialausschöpfung erfordern.

Stetiger Portfolio-Ausbau

Der stetige Ausbau des Produktportfolios – erkennbar an der jährlich hohen Zahl der Produktneueinführungen im Konzern – ist für STADA ein zentraler Erfolgsfaktor. Die auf einer langjährigen Erfahrung fußenden Entwicklungsaktivitäten des Konzerns – die auch die Nutzung externer Entwicklungspartner einbezieht – sind mit Blick auf Kosten und regulatorische Vorgaben auf das Ziel ausgerichtet, den Vertriebsgesellschaften ein stets aktuelles Produktportfolio zur Verfügung zu stellen. Dies gilt vor allem für Generika, bei denen die Einführung neuer Produkte zeitnah zum Ablauf der jeweiligen gewerblichen Schutzrechte einer der zentralen operativen Erfolgsfaktoren ist. Bereits seit einigen Jahren forciert STADA dabei gezielt Eigenentwicklungen für wichtige Wirkstoffe, um Lieferbindungen, die häufig mit der Nutzung externer Entwicklungspartner verbunden sind, zu reduzieren und damit die Beschaffungs- und Herstellungskosten zu optimieren.

Kontinuierliche Kostenoptimierung

STADA betreibt insbesondere im größeren Kernsegment Generika ein preissensitives Geschäftsmodell. Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Konzerns liegt damit in der kontinuierlichen Kostenoptimierung. Im Rahmen dieser kontinuierlichen Kostenoptimierung liegt ein Fokus unverändert auf den Herstellungskosten. Unter Flexibilitäts- und Kostengesichtspunkten betreibt STADA in aller Regel keine eigene Produktion von Wirk- und Hilfsstoffen, sondern nutzt ein weltweites Netz von Rohstofflieferanten.

Bei der pharmazeutischen Produktion2) greift STADA auf ein weltweites, flexibles Netzwerk in- und externer Ressourcen zurück. Hierzu leisten insbesondere die in den letzten Jahren erworbenen bzw. ausgebauten Produktionsstätten in Niedrigkostenländern ihren entsprechenden Beitrag. Im Rahmen der Produktionsstrategie nehmen die großen Produktionsstandorte in Südosteuropa, Russland und Vietnam eine besondere Rolle ein, da STADA – angesichts der kontinuierlichen Kostenoptimierung – in diese kostengünstigen konzerneigenen Produktionsstätten zunehmend Produktionsaktivitäten verlagert. Dabei handelt es sich auf Grund bestehender Verträge jedoch um längerfristige Prozesse. Mit Blick auf die kontinuierliche Kostenoptimierung im Bereich der Herstellungskosten wird der Konzern diese umfangreichen Transferprozesse auch künftig fortführen.

Kostenoptimierungspotenziale können zudem auch im vertrieblichen Bereich erwartet werden. Bei voll ausgebauten nationalen Vertriebsgesellschaften ist die kontinuierliche Erweiterung des aktuellen Produktportfolios oft ohne zusätzlichen Bedarf an vertrieblichen Kapazitäten möglich. Damit sind kostensenkende Skaleneffekte verbunden. Zudem wird regelmäßig geprüft, ob bei veränderten Nachfragemechanismen für die Konzernprodukte in den einzelnen Märkten die Vertriebskapazität verändert, angepasst oder reduziert werden kann.

Behutsame Akquisitionspolitik

Neben dem organischen Wachstum von STADA bildet die behutsame Akquisitionspolitik des Konzerns die Basis für den nachhaltigen und erfolgreichen Wachstumskurs. Dabei verfügt STADA sowohl in der Wahl geeigneter Akquisitionsobjekte als auch bei der Integration erworbener Produkte und Unternehmen in bestehende Geschäftsaktivitäten über langjährige Erfahrung. STADA ist allerdings gegenwärtig zurückhaltend, zur Finanzierung des externen Wachstums die Nettoverschuldung des Konzerns wieder zu erhöhen, ohne dies jedoch zur Ausnutzung von besonderen Opportunitäten auszuschließen. Für größere Projekte wie z.B. Akquisitionsvorhaben oder Kooperationen mit Kapitalbeteiligung sind unverändert geeignete Kapitalmaßnahmen vorstellbar, sofern solche Zukäufe oder Kooperationen die Eigenkapitalquote zu stark belasten würden.

1) Für eine umfassende Darstellung der vom Vorstand für den Konzern aus heutiger Sicht antizipierten Risiken: siehe „Risikobericht“ im Geschäftsbericht 2009.
2) Pharmazeutische Produktion: Umsetzung des Arzneistoffs in eine Arzneiform, z.B. Tablette.
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