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Konzern-Profil
Eine starke Marke mit starken Marken
Der Umsatz im Kernsegment Markenprodukte stieg im Geschäftsjahr 2010 um 8% auf 425,0 Mio. EUR (Vorjahr: 392,6 Mio. EUR). Damit hatten Markenprodukte in 2010 einen Anteil von 26,1% (Vorjahr: 25,0%) am Konzernumsatz. Beim bereinigten Umsatz der Markenprodukte verzeichnete der Konzern in 2010 eine Steigerung um 3%.
Das Kernsegment Markenprodukte verzeichnete in den ersten 9 Monaten 2011 einen Umsatzanstieg von 12% auf 350,1 Mio. EUR (1-9/2010: 311,4 Mio. EUR). Damit trugen Markenprodukte in den ersten 9 Monaten 2011 28,0% (1-9/2010: 26,4%) zum Konzernumsatz bei. Der bereinigte Umsatz der Markenprodukte zeigte im Konzern ein Plus von 13%.
In diesem Segment liegt der Fokus von STADA auf Produkten mit patentfreien pharmazeutischen Wirkstoffen, bei deren Vermarktung die spezifischen Produkteigenschaften und insbesondere auch der Markenname des jeweiligen Produkts im Vordergrund stehen. Dabei besteht das Portfolio der Markenprodukte auf Konzernebene unverändert vorwiegend aus nicht verschreibungspflichtigen Produkten in einzelnen nationalen Märkten, aber auch aus Arzneimitteln des Verordnungsmarktes.
Auch Markenprodukte, das zweite Kernsegment von STADA, weisen auf Grund der steigenden Lebenserwartung in den Industrieländern Wachstumspotenziale auf. Hierbei haben konjunkturelle Einflüsse in einzelnen nationalen Märkten jedoch ein größeres Gewicht als bei Generika, da die Kosten mehrheitlich von den Patienten selbst getragen und nur teilweise erstattet werden. Darüber hinaus kann die Entwicklung von Markenprodukten ebenfalls durch regulatorische Rahmenbedingungen wie bspw. modifizierte Erstattungsregularien oder Vorgaben zur Preisfindung beeinflusst sein. Dies ist dann jedoch in geringerer Frequenz und mit weniger ausgeprägten operativen Folgen der Fall als bei Generika.
Im Kernsegment Markenprodukte verfolgt STADA ebenfalls einen selektiven Portfolio-Ansatz. Angesichts dessen vertreibt der Konzern die Markenprodukte je nach Verfügbarkeit und Marktresonanz nur in ausgewählten lokalen Märkten. Dabei setzt STADA auf das Konzept der so genannten „starken Marken“, die basierend auf ihrem hohen Bekanntheitsgrad idealerweise als lokale Marktführer und mit umfassender werblicher bzw. vertrieblicher Unterstützung von lokalen Markttrends möglichst unabhängige Wachstumschancen aufweisen.
Mit Blick auf die zunehmenden Sparzwänge, denen die einzelnen nationalen Gesundheitssysteme ausgesetzt sind, sieht der Vorstand im Kernsegment Markenprodukte weitere Wachstumspotenziale, da in der Regel mit ihnen bessere Margen erzielt werden können und sie deutlich weniger regulatorischen Eingriffen unterliegen als Generika. Angesichts dieser Perspektiven wird STADA den weiteren Ausbau und die Internationalisierung dieses Kernsegments in Zukunft noch stärker vorantreiben.
Im 2. Quartal 2011 vereinbarten STADA und die Grünenthal GmbH, ein global agierendes forschendes Pharmaunternehmen mit Sitz in Aachen, exklusiv über den Kauf eines Markenprodukt-Portfolios inklusive der dazugehörigen Vertriebsstrukturen für zahlreiche nationale Märkte in Mittel- und Osteuropa sowie im Nahen Osten zu verhandeln.1) Im laufenden 3. Quartal 2011 unterzeichneten beide Vertragsparteien die entsprechenden Verträge.2)
Der Kaufpreis für das Markenprodukt-Portfolio inklusive Vertriebsstrukturen und verschiedene Pipeline-Produkte beträgt insgesamt ca. 360 Mio. EUR in bar. Die Produkte, zu denen u.a. die Markenprodukte Tramal®, Zaldiar®, Transtec® und Palexia® in den entsprechenden Ländern zählen, sind zum größten Teil verschreibungspflichtig und überwiegend im Indikationsbereich Schmerz positioniert. Der für das laufende Geschäftsjahr 2011 erwartete Umsatz des bestehenden Produkt-Pakets in den entsprechenden Märkten beträgt ca. 68,6 Mio. EUR. Das im gleichen Zeitraum damit erwartete EBITDA wird auf ca. 25,6 Mio. EUR beziffert. Beide Werte berücksichtigen noch nicht die Umsätze und Erträge des Lizenzprodukts Palexia® aus der miterworbenen Produkt-Pipeline, dessen sukzessive Einführung im Vertragsgebiet in den nächsten beiden Jahren erfolgen wird und von dem danach ein zusätzlicher jährlicher Umsatzbeitrag von 20 bis 25 Mio. EUR erwartet wird.
Das erworbene Produkt-Portfolio umfasst über 14 Eigen- und Lizenzmarken für Mittel- und Osteuropa sowie den Nahen Osten. Die Produkte werden im Vertragsgebiet derzeit in Polen (ca. 30% Umsatzanteil), Russland (ca. 20% Umsatzanteil), Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Rumänien, Bosnien, Serbien, Kroatien, Lettland, Estland, der Ukraine, Ungarn, Saudi-Arabien, Kuwait, dem Libanon, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, dem Jemen, in Oman, in Bahrain und Katar vertrieben und sind dort jeweils überwiegend lokale Marktführer im relevanten Indikationsbereich. Mit dem Kauf übernimmt STADA in diesen Märkten auch sämtliche rechtliche Vertriebseinheiten inklusive der dort rund 240 Beschäftigten – davon ca. 70% Außendienstmitarbeiter – sowie die Markennamen und vorhandenen Lizenzen. Grünenthal wird die Produkte in allen anderen Märkten außerhalb des Vertragsgebiets unter dem gleichen Warenzeichen selbst weiter vermarkten. Zudem hat STADA auch für die nationalen Märkte des Vertragsgebiets, in denen die erworbenen Produkte bisher noch nicht eingeführt sind, alle Rechte an diesen Produkten gekauft.
Der Kauf beinhaltet keine Produktionsstätten. Für einen vertraglich vereinbarten Zeitraum wird Grünenthal für STADA weiterhin die Herstellung der Produkte übernehmen, soweit es sich nicht um Lizenzprodukte handelt. Bei den Lizenzprodukten strebt STADA einen langfristigen Einstieg in die bestehenden Lizenz- und Bezugsverträge an. Sollte dies wider Erwarten nicht möglich sein, wird es zu einer entsprechenden Kaufpreisreduzierung kommen.
Die Akquisition bedarf der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden, so dass die Umsetzung der vereinbarten Transaktion und die Konsolidierung der Produktumsätze im 4. Quartal 2011 erwartet werden. Die Zahlung des Kaufpreises wird zum Zeitpunkt des Vollzugs des Erwerbs erfolgen.
Für die Finanzierung der Akquisition wird STADA vorhandene Barmittel sowie bestehende freie Kreditlinien nutzen. Darüber hinaus wird in diesem Zusammenhang derzeit auch die Platzierung einer weiteren Unternehmensanleihe geprüft.
Mit der Akquisition stärkt der STADA-Konzern seine Präsenz in Mittel- und Osteuropa, einer der weltweit größten Wachstumsregionen, und baut seine Basis im Nahen Osten und damit seine internationale Präsenz insgesamt weiter aus. Zudem eröffnet sich STADA dadurch strategisch neue Vertriebswege für passende Produkte aus dem umfangreichen Konzern-Portfolio, die zukünftig über die erworbenen Vertriebsstrukturen in den entsprechenden Märkten in Mittel- und Osteuropa sowie im Nahen Osten auch als Markenprodukte vermarktet werden können.
Des Weiteren unterzeichnete STADA im 2. Quartal 2011 Verträge zum Kauf des britischen Markenprodukts Cetraben®.3) Die Verkäufer waren verschiedene Gesellschaften und eine Privatperson. Der Kaufpreis beträgt 30 Mio. GBP (ca. 34,6 Mio. EUR). Für die Finanzierung der Akquisition nutzte STADA vorhandene Barmittel.
Unter der Marke Cetraben® werden seit 2006 von der britischen STADA-Tochtergesellschaft Genus Pharmaceuticals in Großbritannien eine Feuchtigkeitscreme und ein Badezusatz im therapeutischen Bereich der Dermatologie zur Behandlung von Hautekzemen und trockener Haut als Lizenzprodukte vertrieben. Mit Abschluss des vertraglich vereinbarten Kaufs werden diese bisher einlizenzierten Produkte in das Eigentum der Genus Pharmaceuticals übergehen. Mit diesen margenstarken und saisonal unabhängigen Produkten erzielte Genus Pharmaceuticals in 2010 einen Umsatz von 7,5 Mio. GBP (ca. 8,7 Mio. EUR) und konnte damit gegenüber 2009 ein Umsatzwachstum von 27% erreichen.
Zwischen 2006 und 2010 betrugen die mit diesen Produkten von Genus Pharmaceuticals generierten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten 30%. Nach dem Kauf sieht die Gesellschaft aus heutiger Sicht gute Chancen, dieses starke Wachstum in einer ähnlichen Größenordnung fortsetzen zu können. Dazu soll auch die geplante Einführung von weiteren Produkten unter dem Markennamen Cetraben® beitragen.
Mit der Akquisition der Cetraben®-Markenprodukte werden die beiden Produkte, deren Lizenzvertrag Ende 2012 ausgelaufen wäre, langfristig für das Produkt-Portfolio der Genus Pharmaceuticals gesichert. Zudem wird die Profitabilität der Genus Pharmaceuticals durch die zukünftig entfallenden Lizenzzahlungen in Höhe von bisher 15% des Nettoumsatzes deutlich verbessert.
Im Rahmen der Akquisition hat STADA die Marken, die Zulassungen, die Produkt-Pipeline und die Domainnamen für Europa und eine Vielzahl von osteuropäischen Ländern inklusive Russland sowie ein Miteigentum am Dossier erworben. Damit hat der STADA-Konzern auch die Möglichkeit, die Cetraben®-Produkte zu internationalisieren und so zusätzliche Wachstumsimpulse für beide Produkte zu entwickeln. Darüber hinaus wird STADA mit der Akquisition seine Kompetenz im Bereich Dermatologie weiter ausbauen.

Mit den fünf umsatzstärksten Markenprodukten des Konzerns erzielte STADA im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz in Höhe von 104,0 Mio. EUR (Vorjahr: 106,3 Mio. EUR). Damit hatten diese Produkte in 2010 einen Anteil von 24,5% (Vorjahr: 27,1%) am Umsatz des Segments Markenprodukte.
Weiterhin war Grippostad® mit einem Umsatz in Höhe von 28,7 Mio. EUR (Vorjahr: 34,1 Mio. EUR) im Geschäftsjahr 2010 das umsatzstärkste Markenprodukt des Konzerns.
Neben Deutschland werden zurzeit Markenprodukte durch STADA-Tochtergesellschaften in Ägypten, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, China, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, Kasachstan, Mazedonien, Montenegro, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Serbien, Slowakei, Spanien, Thailand, Tschechien, Ukraine und Vietnam vertrieben.
| 1) | Vgl. Ad-hoc-Meldung der Gesellschaft vom 12.05.2011. |
| 2) | Vgl. Ad-hoc-Meldung der Gesellschaft vom 22.07.2011. |
| 3) | Vgl. Unternehmensinformation der Gesellschaft vom 26.05.2011. |
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