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Fragen & Antworten

Wie ist STADA strategisch positioniert?

Strategischer Fokus auf Märkte mit langfristigem Wachstumspotenzial

Die zunehmend international ausgelegten Geschäftsaktivitäten der STADA Arzneimittel AG und der STADA-Konzerngesellschaften sind auf den Gesundheitsmarkt, insbesondere den Pharmamarkt, ausgerichtet. Diese Märkte weisen seit Jahren weltweit eine steigende Nachfrage auf; auch für die nächsten Jahre wird von externen Analysen ein weiteres Wachstum dieser Märkte prognostiziert. Als kontinuierliche Wachstumstrends werden dabei in diesen Märkten insbesondere der medizinische Fortschritt, steigende Lebenserwartung in den Industrieländern und globale Bevölkerungszunahme angesehen. 

Kernsegmente Generika und Markenprodukte

STADA konzentriert sich im Gesundheits- und Pharmamarkt auf die Entwicklung und Vermarktung von Produkten mit Wirkstoffen – in der Regel pharmazeutischen Wirkstoffen –, die frei von gewerblichen Schutzrechten, insbesondere Patenten, sind. Unter Kosten- und Risikoaspekten betreibt STADA bewusst keine Forschung nach neuen pharmazeutischen Wirkstoffen.

Im Rahmen dieser strategischen Positionierung bilden Generika und Markenprodukte die beiden Kernsegmente des Konzerns:

  • Produkte, bei deren Vertrieb und Marketing der Fokus auf einer günstigen Preisgestaltung und/oder einem produkt- und indikationsübergreifenden Vermarktungskonzept liegt, zählen im Rahmen der Segmentierung des Konzerns zum Kernsegment Generika;
  • Produkte, bei deren Vermarktung die spezifischen Produkteigenschaften und insbesondere auch der Markenname des jeweiligen Produkts im Vordergrund stehen, werden dem Kernsegment Markenprodukte zugeordnet.

Unter den Randaktivitäten sind bei STADA Geschäfte bzw. Beteiligungen außerhalb der beiden Kernsegmente zusammengefasst. Diese Randaktivitäten sollen das Konzerngeschäft in den Kernsegmenten ergänzen bzw. unterstützen.

Herausforderndes Umfeld

Mit dem historischen und prognostizierten kontinuierlichen Wachstum der Märkte, in denen STADA agiert, ist untrennbar auch ein herausforderndes Umfeld verbunden.1)

So ziehen die guten Wachstumschancen einen intensiven Wettbewerb an. Auch sind diese Märkte stark von regulatorischen Einflüssen geprägt. Denn eine der zentralen Aufgaben jedes Staates ist es, möglichst vielen seiner Bürger einen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu akzeptablen Kosten zu verschaffen. Das kontinuierliche Nachfragewachstum im Gesundheits- und Pharmamarkt führt deswegen zu einem konstanten Kostendruck in nahezu allen nationalen Gesundheitssystemen, der regelmäßig kostendämpfende staatliche Regulation nach sich zieht.

Die immer wieder zu erwartenden gesundheitspolitischen Eingriffe in lokale regulatorische Rahmenbedingungen haben damit für Generika eine besonders hohe Auswirkung. Solche Eingriffe können dämpfend wirken, wenn z. B. von einem Staat direkte Preissenkungen verfügt werden, aber auch einen stimulierenden Effekt haben, wenn z. B. in einem nationalen Gesundheitssystem stärkere regulatorische Anreize für die Verordnung preisgünstiger Generika gesetzt werden.

Zusätzlich zu diesen branchenspezifischen Herausforderungen ist STADA auch allgemeinen Geschäftsrisiken ausgesetzt.

Flexible und schlanke operative Aufstellung

Die strategische Antwort von STADA auf dieses strukturelle Umfeld liegt in einer schlanken und vor allem flexiblen operativen Aufstellung. Rascher Wandel auf sich ändernde Rahmenbedingungen bei gleichzeitiger hoher Kostensensibilität sind für STADA entscheidende Erfolgsfaktoren und prägen deswegen die operative Aufstellung in allen Funktionsbereichen des Konzerns.

Internationale Vertriebs-Infrastruktur

Ein wesentliches Erfolgskriterium des STADA-Geschäftsmodells ist das internationale Vertriebsnetz, das zahlreiche national ausgerichtete und damit marktnahe Vertriebsgesellschaften umfasst, die durch zentrale Konzernfunktionen unterstützt und gesteuert werden. Durch die lokale vertriebliche Präsenz in den einzelnen nationalen Märkten, deren Strukturen auf Grund der unterschiedlichen Systeme der Gesundheitsversorgung stark differieren, ist der Konzern in der Lage, die jeweiligen strukturellen Wachstumspotenziale für eigenes Wachstum zu nutzen. Um sich kurzfristig an die sich häufig ändernden Rahmenbedingungen in den entsprechenden Gesundheitsmärkten anzupassen, besitzen die nationalen STADA-Vertriebsgesellschaften ein hohes Maß an vertrieblicher Autonomie. Teilweise setzt STADA dabei in einzelnen nationalen Märkten auch auf parallel agierende bzw. auf spezifische Marktsegmente ausgerichtete Vertriebsgesellschaften, sofern dies die jeweiligen Marktstrukturen für eine optimale Potenzialausschöpfung erfordern.

Stetiger Portfolio-Ausbau

Der stetige Ausbau des Produkt-Portfolios – erkennbar an der jährlich hohen Zahl der Produktneueinführungen im Konzern – ist für STADA ein zentraler Erfolgsfaktor. Die auf einer langjährigen Erfahrung fußenden Entwicklungsaktivitäten des Konzerns – die auch die Nutzung externer Entwicklungspartner einbezieht – sind mit Blick auf Kosten und regulatorische Vorgaben auf das Ziel ausgerichtet, den Vertriebsgesellschaften ein stets aktuelles Produkt-Portfolio zur Verfügung zu stellen. Dies gilt vor allem für Generika, bei denen die Einführung neuer Produkte zeitnah zum Ablauf der jeweiligen gewerblichen Schutzrechte einer der zentralen operativen Erfolgsfaktoren ist. Bereits seit einigen Jahren forciert STADA dabei gezielt Eigenentwicklungen für wichtige Wirkstoffe, um Lieferbindungen, die häufig mit der Nutzung externer Entwicklungspartner verbunden sind, zu reduzieren und damit die Beschaffungs- und Herstellungskosten zu optimieren.

Kontinuierliche Kostenoptimierung

STADA betreibt insbesondere im größeren Kernsegment Generika ein preissensitives Geschäftsmodell. Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Konzerns liegt damit in der kontinuierlichen Kostenoptimierung. Im Rahmen dieser kontinuierlichen Kostenoptimierung liegt ein Fokus unverändert auf den Herstellungskosten. Unter Flexibilitäts- und Kostengesichtspunkten betreibt STADA in aller Regel keine eigene Produktion von Wirk- und Hilfsstoffen, sondern nutzt ein weltweites Netz von Rohstofflieferanten.

Bei der pharmazeutischen Produktion2) greift STADA auf ein weltweites, flexibles Netzwerk in- und externer Ressourcen zurück. Hierzu leisten insbesondere die in den letzten Jahren erworbenen bzw. ausgebauten Produktionsstätten in Niedrigkostenländern ihren entsprechenden Beitrag. Im Rahmen der Produktionsstrategie nehmen die großen Produktionsstandorte in Südosteuropa, Russland und Vietnam eine besondere Rolle ein, da STADA – angesichts der kontinuierlichen Kostenoptimierung – in diese kostengünstigen konzerneigenen Produktionsstätten zunehmend Produktionsaktivitäten verlagert. Dabei handelt es sich auf Grund bestehender Verträge jedoch um längerfristige Prozesse. Mit Blick auf die kontinuierliche Kostenoptimierung im Bereich der Herstellungskosten wird der Konzern diese umfangreichen Transferprozesse auch künftig fortführen.

In 2009 hatte der Konzern – unter Einbeziehung von externen Beratern – das Projekt „STADA – build the future“ zur Stärkung der mittel und langfristigen Ertragsperspektive eingeleitet. Im Geschäftsjahr 2010 begann STADA mit der konsequenten Umsetzung dieses konzernweiten Projekts, das auf eine Reduzierung der komplexen Konzernstrukturen, eine effizientere zentrale Steuerung von Konzerngesellschaften sowie eine Beschleunigung der kontinuierlichen Kostenoptimierung mit Schwerpunkten in den Bereichen Herstellungskosten/Produktionsstätten sowie Organisations-, Berichts- und Personalstrukturen zielt.

Im Rahmen dessen nahm der Konzern in 2010 eine umfassende Reform der internen Berichtslinien vor. Dabei wurde die bis dato vorwiegend lokal ausgerichtete Berichtsstruktur für die Bereiche Finanzen sowie Produktion und Entwicklung inklusive Beschaffung auf eine Primär funktionale zentrale Organisationsstruktur umgestellt. So zentralisierte und straffte STADA im Berichtsjahr bisherige Servicefunktionen der Tochtergesellschaften, wie bspw. Produktentwicklung, Arzneimittelzulassung, Produktion, Einkauf und Beschaffung, Qualitätsmanagement, Informationstechnologie, strategische Planung und Finanzen, unter einer einheitlichen operativen Führung des Konzerns.

Mit der Zentralisierung der Servicefunktionen, die auch ein neues, beschleunigtes Berichtswesen erfordert, werden die Kapazitäten und das Know-how der Tochterunternehmen noch effizienter in den Konzern eingebunden. Gleichzeitig bleiben die STADA-Vertriebsgesellschaften in den einzelnen nationalen Märkten dezentral organisiert, so dass sie weiterhin für ihren lokalen Vertrieb verantwortlich zeichnen. Allerdings berichten die einzelnen Unternehmensbereiche der jeweiligen Tochtergesellschaften direkt an Global Line Manager, die in ihrer Konzernfunktion alle ihren jeweiligen Bereich betreffende Prozesse und Funktionen in der STADA-Gruppe – unabhängig von Standort und Tochtergesellschaft – verantworten und steuern. Durch diese Organisation haben die einzelnen Tochterunternehmen nun einen direkteren Zugang zu den finanziellen, personellen und wissenstechnischen Ressourcen des Konzerns.

Aus Sicht des Vorstands kann STADA mit dieser zentralen Organisationsstruktur den durch häufige Regulation, kontinuierlichen Kostendruck und zunehmende Bedeutung von Skaleneffekten bedingten Herausforderungen bestmöglich begegnen, da hierdurch die Vorteile von flexiblen und lokalen, d.h. in ihren jeweiligen Märkten eigenständig agierenden Vertriebseinheiten mit einer im operativen Bereich zentralen und damit effizienten Organisation verbunden werden. Dies führt wiederum zu einer höheren Transparenz und weiterer Kostenoptimierung.

Zu der im Rahmen des Projekts „STADA – build the future“ notwendigen kontinuierlichen Anpassung der Organisations-, Berichts- und Personalstrukturen an die wirtschaftlichen Erfordernisse werden auch die Veräußerung oder die Aufgabe von Produktionsstätten sowie die Ausgliederung einzelner Funktionsbereiche an Drittanbieter beitragen. Angesichts dessen wird es kurz- und mittelfristig auch zu einem signifikanten in allen Unternehmensbereichen und -regionen kommen, die unter Einbezug von Ausgliederungen und Verkäufen insgesamt ca. 800 Vollzeitstellen und damit ca. 10% des zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 bestehenden Personalstands im Konzern betrifft. Der Schwerpunkt wird dabei außerhalb von Deutschland liegen.

Die Umsetzung von „STADA – build the future“ soll voraussichtlich 2013 abgeschlossen werden. Mit positiven Ertragseffekten aus dem Projekt rechnet der Konzern für das um einmalige Sondereffekte bereinigte EBITDA und den entsprechend bereinigten Konzerngewinn in signifikantem Umfang ab dem laufenden Geschäftsjahr 2011 mit dem Schwerpunkt in 2012. Bis 2013 werden aus heutiger Sicht projektbezogene Investitionen von insgesamt ca. 20 Mio. EUR sowie ein projektbezogener Kostenaufwand für Sonderabschreibungen, Personalaufwendungen und Beratungsleistungen von insgesamt ca. 50 Mio. EUR erwartet – jeweils inklusive des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010. Der Konzern wird diese projektbezogenen Kosten jeweils als einmalige Sondereffekte gemäß dem Projektfortschritt ausweisen. Im Fall des gegenwärtig im Rahmen von „STADA – build the future“ evaluierten Verkaufs von Produktionsstätten in Irland und Russland wäre in diesem Rahmen noch in 2011 ein signifikanter Aufwand im insgesamt niedrigen zweistelligen Millionenbereich zu erwarten.

In 2010 transferierte STADA die niederländische Verpackungseinheit in Etten-Leur. Gemäß den abgeschlossenen Verträgen kann der Konzern für eine Übergangszeit zu definierten Kosten in einem von STADA variabel zu definierenden Umfang auf die Kapazitäten der transferierten Einheit zurückgreifen. Im Rahmen des Transfers gingen auch die 113 Beschäftigten auf die übernehmende Gesellschaft über. Darüber hinaus leitete der Konzern im Geschäftsjahr 2010 in Italien eine Restrukturierung des Vertriebs der Markenprodukte ein, die zu einem Abbau des entsprechenden Außendienstes geführt hat. Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Projekt „STADA – build the future“ führten in 2010 zu Aufwendungen von insgesamt 16,2 Mio. EUR vor Steuern.

Im 1. Quartal 2011 veräußerte STADA eine kleine chemische Fabrik in Serbien, da diese Aktivitäten nicht zum Kerngeschäft des Konzerns gehörten. Im Bereich Produktentwicklung und Qualitätsmanagement leitete der Konzern eine Funktionszusammenfassung aller deutschen Aktivitäten am Standort Bad Vilbel ein. Im Rahmen dessen konnte STADA mit dem Betriebsrat für 15 Beschäftigte am Standort Laichingen einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aushandeln.

Im 2. Quartal 2011 leitete der Konzern die Evaluierung eines möglichen Verkaufs der irischen Produktionsstätte ein, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Darüber hinaus wurde im 2. Quartal auch die Evaluierung des Verkaufs von zwei russischen Produktionsstätten eingeleitet. Die zudem bereits initiierte sukzessive Überführung der Produktionsmengen dieser drei Produktionsstätten in andere STADA-eigene Produktionsstätten wird die dortige Auslastung verbessern und damit mittelfristig die Stückkosten der jeweiligen Produkte senken. Für den Fall entsprechender Werksverkäufe ist dabei jedoch zunächst mit erwarteten und im Rahmen der Projektpublikation von „STADA – build the future“ bereits in 2010 angekündigten signifikanten Buchwertabschreibungen im insgesamt niedrigen zweistelligen Millionenbereich zu rechnen.

Darüber hinaus führte STADA im Zuge der weiteren Umsetzung des konzernweiten Kosteneffizienzprogramms eine Restrukturierung des Vertriebsmodells im russischen Markt fort, in dessen Verlauf bedingt durch eine stärkere Konzentration der dortigen Vertriebsaktivitäten der lokale Personalstand reduziert wurde. Zudem war im Rahmen von „STADA – build the future“ unverändert der serbische STADA-Teilkonzern ein Schwerpunkt für ertragsverbessernde Maßnahmen, die in den nächsten Jahren auch eine weitere Optimierung des dortigen Personalstands beinhalten.

Die Aufwendungen in Zusammenhang mit dem Projekt „STADA – build the future“ beliefen sich im 1. Halbjahr 2011 auf insgesamt 5,5 Mio. EUR vor Steuern.

Kostenoptimierungspotenziale können zudem auch im vertrieblichen Bereich erwartet werden. Bei voll ausgebauten nationalen Vertriebsgesellschaften ist die kontinuierliche Erweiterung des aktuellen Produktportfolios oft ohne zusätzlichen Bedarf an vertrieblichen Kapazitäten möglich. Damit sind kostensenkende Skaleneffekte verbunden. Zudem wird regelmäßig geprüft, ob bei veränderten Nachfragemechanismen für die Konzernprodukte in den einzelnen Märkten die Vertriebskapazität verändert, angepasst oder reduziert werden kann.

Langfristziele des STADA-Konzerns unter Einbezug des Projekts „STADA – build the future“

Im 2. Quartal 2010 verabschiedete der STADA-Vorstand auch die langfristigen Wachstumsziele für den Konzern.3) Demnach strebt STADA an, in fünf Jahren, d.h. im Geschäftsjahr 2014, ein EBITDA in Höhe von ca. 430 Mio. EUR zu erzielen. Im Geschäftsjahr 2009 – dem letzten vollen Geschäftsjahr vor Veröffentlichung dieser Langfristziele – wurde ein EBITDA von 280,1 Mio. EUR erreicht. Daraus leitet STADA für den in 2014 erreichbaren Konzerngewinn einen Wert von ca. 215 Mio. EUR ab. In 2009 wurde ein Konzerngewinn von 100,4 Mio. EUR erreicht. Die Erwartung für den Konzernumsatz in 2014 liegt aus heutiger Sicht bei ca. 2,15 Mrd. EUR. In 2009 wurde ein Konzernumsatz von 1,57 Mrd. EUR erreicht. Diese Wachstumsprognose von STADA unterliegt den folgenden Annahmen und Rahmenbedingungen:

  • überwiegend organisches Wachstum
  • keine signifikanten Desinvestitionen mit Umsatz- und Ertragsauswirkung
  • Fortschreibung der aktuellen Währungsrelationen und des aktuellen Zinsniveaus
  • ohne Berücksichtigung einmaliger Sondereffekte
  • Fortschreibung der heutigen regulatorischen Rahmenbedingungen in den für STADA relevanten Märkten
  • Bandbreite der Prognosen plus/minus 5%

Forcierte Akquisitionspolitik

Neben dem organischen Wachstum von STADA bildet die Akquisitionspolitik des Konzerns die Basis für den nachhaltigen und erfolgreichen Wachstumskurs. Dabei verfügt STADA sowohl in der Wahl geeigneter Akquisitionsobjekte als auch bei der Integration erworbener Produkte und Unternehmen in bestehende Geschäftsaktivitäten über langjährige Erfahrung.

Angesichts der weiteren Konzentrationsprozesse in der Branche beabsichtigt der Vorstand, das organische Konzernwachstum durch externe Wachstumsimpulse zu ergänzen. Vor diesem Hintergrund verfolgt STADA nun wieder einen forcierten Akquisitionsansatz. Dabei setzt der Konzern zum einen auf die regionale Erweiterung der Geschäftsaktivitäten mit dem Fokus auf wachstumsstarke Schwellenländer. Zum anderen sollen der Ausbau und die Internationalisierung des Kernsegments Markenprodukte, das sich in der Regel durch bessere Margen und weniger regulatorische Eingriffe als der Bereich Generika auszeichnet, noch stärker vorangetrieben werden. Zudem sind für den Vorstand nach wie vor Kooperationen mit signifikanter Kapitalbeteiligung nicht ausgeschlossen.

Die Maßstäbe der STADA-Akquisitionspolitik bleiben ungeachtet des forcierten Akquisitionsansatzes streng und an der Rentabilität und der Angemessenheit des Kaufpreises ausgerichtet. Für größere Projekte wie bspw. Akquisitionsvorhaben oder Kooperationen mit Kapitalbeteiligung sind auch künftig geeignete Kapitalmaßnahmen vorstellbar, sofern solche Zukäufe oder Kooperationen die Eigenkapitalquote zu stark belasten würden.

Im 2. Quartal 2011 unterzeichnete STADA Verträge zum Kauf des britischen Markenprodukts Cetraben®.4) Die Verkäufer waren verschiedene Gesellschaften und eine Privatperson. Der Kaufpreis beträgt 30 Mio. GBP (ca. 34,6 Mio. EUR). Für die Finanzierung der Akquisition nutzte STADA vorhandene Barmittel.

Unter der Marke Cetraben® werden seit 2006 von der britischen STADA-Tochtergesellschaft Genus Pharmaceuticals in Großbritannien eine Feuchtigkeitscreme und ein Badezusatz im therapeutischen Bereich der Dermatologie zur Behandlung von Hautekzemen und trockener Haut als Lizenzprodukte vertrieben. Mit Abschluss des vertraglich vereinbarten Kaufs werden diese bisher einlizenzierten Produkte in das Eigentum der Genus Pharmaceuticals übergehen. Mit diesen margenstarken und saisonal unabhängigen Produkten erzielte Genus Pharmaceuticals in 2010 einen Umsatz von 7,5 Mio. GBP (ca. 8,7 Mio. EUR) und konnte damit gegenüber 2009 ein Umsatzwachstum von 27% erreichen.

Zwischen 2006 und 2010 betrugen die mit diesen Produkten von Genus Pharmaceuticals generierten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten 30%. Nach dem Kauf sieht die Gesellschaft aus heutiger Sicht gute Chancen, dieses starke Wachstum in einer ähnlichen Größenordnung fortsetzen zu können. Dazu soll auch die geplante Einführung von weiteren Produkten unter dem Markennamen Cetraben® beitragen.

Mit der Akquisition der Cetraben®-Markenprodukte werden die beiden Produkte, deren Lizenzvertrag Ende 2012 ausgelaufen wäre, langfristig für das Produkt-Portfolio der Genus Pharmaceuticals gesichert. Zudem wird die Profitabilität der Genus Pharmaceuticals durch die zukünftig entfallenden Lizenzzahlungen in Höhe von bisher 15% des Nettoumsatzes deutlich verbessert.

Im Rahmen der Akquisition hat STADA die Marken, die Zulassungen, die Produkt-Pipeline und die Domainnamen für Europa und eine Vielzahl von osteuropäischen Ländern inklusive Russland sowie ein Miteigentum am Dossier erworben. Damit hat der STADA-Konzern auch die Möglichkeit, die Cetraben®-Produkte zu internationalisieren und so zusätzliche Wachstumsimpulse für beide Produkte zu entwickeln. Darüber hinaus wird STADA mit der Akquisition seine Kompetenz im Bereich Dermatologie weiter ausbauen.

Zudem nutzte STADA im 2. Quartal 2011 die vertraglich vereinbarte Option, den Anteilsbesitz an dem vietnamesischen Pharmaunternehmen Pymepharco Joint Stock Company, zu dessen Geschäftsaktivitäten die Produktion und der Vertrieb von pharmazeutischen Produkten sowie Importaktivitäten für den vietnamesischen Gesundheits- und Pharmamarkt zählen, von 23,7% auf die maximale Höhe von 49% aufzustocken, um in Vietnam künftig noch stärker von den dortigen Wachstumschancen zu profitieren. Der Kaufpreis für diese Beteiligung beläuft sich insgesamt auf 25,2 Mio. EUR, von denen im 2. Quartal 2011 15,1 Mio. EUR gezahlt worden sind.

Darüber hinaus vereinbarten STADA und die Grünenthal GmbH, ein global agierendes forschendes Pharmaunternehmen mit Sitz in Aachen, im 2. Quartal 2011 exklusiv über den Kauf eines Markenprodukt-Portfolios inklusive der dazugehörigen Vertriebsstrukturen für zahlreiche nationale Märkte in Mittel- und Osteuropa sowie im Nahen Osten zu verhandeln.5) Im 3. Quartal 2011 unterzeichneten beide Vertragsparteien die entsprechenden Verträge.6)

Der Kaufpreis für das Markenprodukt-Portfolio inklusive Vertriebsstrukturen und verschiedene Pipeline-Produkte beträgt insgesamt ca. 360 Mio. EUR in bar. Die Produkte, zu denen u.a. die Markenprodukte Tramal®, Zaldiar®, Transtec® und Palexia® in den entsprechenden Ländern zählen, sind zum größten Teil verschreibungspflichtig und überwiegend im Indikationsbereich Schmerz positioniert. Der für das laufende Geschäftsjahr 2011 erwartete Umsatz des bestehenden Produkt-Pakets in den entsprechenden Märkten beträgt ca. 68,6 Mio. EUR. Das im gleichen Zeitraum damit erwartete EBITDA wird auf ca. 25,6 Mio. EUR beziffert. Beide Werte berücksichtigen noch nicht die Umsätze und Erträge des Lizenzprodukts Palexia® aus der miterworbenen Produkt-Pipeline, dessen sukzessive Einführung im Vertragsgebiet in den nächsten beiden Jahren erfolgen wird und von dem danach ein zusätzlicher jährlicher Umsatzbeitrag von 20 bis 25 Mio. EUR erwartet wird.

Das erworbene Produkt-Portfolio umfasst über 14 Eigen- und Lizenzmarken für Mittel- und Osteuropa sowie den Nahen Osten. Die Produkte werden im Vertragsgebiet derzeit in Polen (ca. 30% Umsatzanteil), Russland (ca. 20% Umsatzanteil), Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Rumänien, Bosnien, Serbien, Kroatien, Lettland, Estland, der Ukraine, Ungarn, Saudi-Arabien, Kuwait, dem Libanon, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, dem Jemen, in Oman, in Bahrain und Katar vertrieben und sind dort jeweils überwiegend lokale Marktführer im relevanten Indikationsbereich. Mit dem Kauf übernimmt STADA in diesen Märkten auch sämtliche rechtliche Vertriebseinheiten inklusive der dort rund 240 Beschäftigten – davon ca. 70% Außendienstmitarbeiter – sowie die Markennamen und vorhandenen Lizenzen. Grünenthal wird die Produkte in allen anderen Märkten außerhalb des Vertragsgebiets unter dem gleichen Warenzeichen selbst weitervermarkten. Zudem hat STADA auch für die nationalen Märkte des Vertragsgebiets, in denen die erworbenen Produkte bisher noch nicht eingeführt sind, alle Rechte an diesen Produkten gekauft.

Der Kauf beinhaltet keine Produktionsstätten. Für einen vertraglich vereinbarten Zeitraum wird Grünenthal für STADA weiterhin die Herstellung der Produkte übernehmen, soweit es sich nicht um Lizenzprodukte handelt. Bei den Lizenzprodukten strebt STADA einen langfristigen Einstieg in die bestehenden Lizenz- und Bezugsverträge an. Sollte dies wider Erwarten nicht möglich sein, wird es zu einer entsprechenden Kaufpreisreduzierung kommen.

Die Akquisition bedarf der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden, so dass die Umsetzung der vereinbarten Transaktion und die Konsolidierung der Produktumsätze im laufenden 4. Quartal erwartet werden. Die Zahlung des Kaufpreises wird zum Zeitpunkt des Vollzugs des Erwerbs erfolgen.

Für die Finanzierung der Akquisition wird STADA vorhandene Barmittel und bestehende freie Kreditlinien nutzen. Gegenwärtig prüft STADA – auch mit Blick auf die Zinskosten – als Alternative zu einer erwogenen weiteren Unternehmensanleihe die erneute Aufnahme von Schuldscheindarlehen und sieht auf Grund vorliegender Angebote keine Schwierigkeiten, im Laufe des 4. Quartals eine langfristige Refinanzierung in signifikanter Höhe abzuschließen.

Mit der Akquisition stärkt der STADA-Konzern seine Präsenz in Mittel- und Osteuropa, einer der weltweit größten Wachstumsregionen, und baut seine Basis im Nahen Osten und damit seine internationale Präsenz insgesamt weiter aus. Zudem eröffnet sich STADA dadurch strategisch neue Vertriebswege für passende Produkte aus dem umfangreichen Konzern-Portfolio, die zukünftig über die erworbenen Vertriebsstrukturen in den entsprechenden Märkten in Mittel- und Osteuropa sowie im Nahen Osten auch als Markenprodukte vermarktet werden können.

Zudem beschloss STADA im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres, mit den Anteilseignern der Spirig Pharma AG, eines Schweizer Pharmaunternehmens mit Sitz in Egerkingen, in konkrete Verhandlungen über den Erwerb des Generika-Geschäfts von Spirig in der Schweiz einzutreten.7) Im laufenden 4. Quartal unterzeichneten beide Vertragsparteien den entsprechenden Vertrag.8)

Der Kaufpreis für dieses Generika-Geschäft beträgt insgesamt ca. 97 Mio. CHF (nach dem Wechselkurs des Datums der Vertragsunterzeichnung ca. 78 Mio. EUR) und umfasst auch das Recht, die erworbenen Produkte weiterhin unter der Dachmarke Spirig zu vertreiben. Das erworbene Portfolio umfasst 56 verschreibungspflichtige (RX) und 15 verschreibungsfreie (OTC) bzw. verschreibungsfähige (OTX) Produkte. Für die akquirierten Produkte geht STADA von einem aktuellen Jahresumsatzvolumen von ca. 42 Mio. CHF aus (nach dem Wechselkurs des Datums der Vertragsunterzeichnung ca. 34 Mio. EUR) und von einem auf die ausgegliederte Geschäftsstruktur angepassten EBITDA von ca. 9,5 Mio. CHF (nach dem Wechselkurs des Datums der Vertragsunterzeichnung ca. 7,7 Mio. EUR). Die erwogene Akquisition beinhaltet keine Produktionsstätten.

Die Transaktion steht unter üblichen Vollzugsbedingungen sowie unter der Bedingung, dass Spirig das zu erwerbende Geschäft in eine eigenständige Geschäftseinheit ausgegliedert hat. Der Vollzug des Erwerbs wird für das 1. Quartal 2012 angestrebt. Die Zahlung des Kaufpreises wird zum Zeitpunkt des Vollzugs erfolgen. Für die Finanzierung der Akquisition wird STADA vorhandene Barmittel und bestehende freie Kreditlinien nutzen.

Im 3. Quartal 2011 unterzeichneten STADA und Gedeon Richter zwei separate Lizenz- und Kooperationsverträge für die Entwicklung und Vermarktung von zwei Biosimilar-Produkten für die monoklonalen Antikörper Rituximab und Trastuzumab.9) STADA hat bekanntlich vorbereitende Arbeiten für ein Biosimilar für den biopharmazeutischen Wirkstoff Trastuzumab getätigt, die jedoch Ende 2010 eingestellt worden sind, da sich STADA strategisch dazu entschlossen hat, den kostengünstigeren Weg einer Einlizenzierung anzustreben. Den von STADA bis dahin erreichten Entwicklungsstand erwarb Richter von STADA im Rahmen des abgeschlossenen Vertrags für einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag, um damit die laufende eigene Entwicklung für ein Trastuzumab-Biosimilar zu beschleunigen. Der dabei erzielte Gewinn von 1,8 Mio. EUR vor Steuern wurde als entlastender einmaliger Sondereffekt ausgewiesen.

Im 4. Quartal 2011 erwarb STADA zur weiteren Stärkung der vertrieblichen Präsenz im französischen Markt einen 20%-Anteil an der französischen Gesellschaft AELIA, die von STADA im 4. Quartal 2011 erstmals als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird. Der Kaufpreis hierfür betrug 1,0 Mio. EUR.

1) Für eine umfassende Darstellung der vom Vorstand für den Konzern aus heutiger Sicht antizipierten Risiken: siehe „Risikobericht“ im Geschäftsbericht 2010.
2) Pharmazeutische Produktion: Umsetzung des Arzneistoffs in eine Arzneiform und deren Verpackung zu einem Fertigarzneimittel, z.B. Tablette.
3) Vgl. Ad-hoc-Meldung der Gesellschaft vom 07.06.2010.
4) Vgl. Unternehmensinformation der Gesellschaft vom 26.05.2011.
5) Vgl. Ad-hoc-Meldung der Gesellschaft vom 12.05.2011.
6) Vgl. Ad-hoc-Aktualisierung der Gesellschaft vom 22.07.2011.
7) Vgl. Ad-hoc-Meldung der Gesellschaft vom 19.05.2011
8) Vgl. Ad-hoc-Aktualisierung der Gesellschaft vom 09.11.2011.
9) Vgl. Unternehmensinformation der Gesellschaft vom 30.08.2011.
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