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Der beste Schutz vor Pollen

Immuntherapie

Blume von Nahem auf großen FeldDie spezifische Immuntherapie (SIT), früher als Hypo- oder Desensibilisierung bezeichnet, bietet derzeit die einzige Möglichkeit, das übereifrige Immunsystem langfristig zu beruhigen. Diese Therapie, bei der das Immunsystem in kleinen Schritten an das Allergen gewöhnt wird, könnte vielen Patienten zu beschwerdefreien Frühjahrs- und Sommermonaten verhelfen.

Wenn die Standardtherapie aus der Kombination bestimmter Antihistaminika und falls nötig einem Kortisonspray nicht zur vollkommenen Linderung der Beschwerden führt, kann dem Patienten eventuell eine Immuntherapie helfen. Das gilt auch, wenn sich die Beschwerden verstärken. Für Patienten mit höhergradigem allergischem Asthma kommt die Therapie nicht infrage. Bei ihnen ist das Risiko gefährlicher Komplikationen zu groß.

Doch es gibt auch einige Alternativen zur Spritzenkur. Wer auf die Frühblüher Birke, Erle und Hasel oder auf Gräserpollen allergisch reagiert und eine starke Abneigung gegen Spritzen hat, für den kann die sublinguale Immuntherapie (SLIT) eine Alternative sein: Der Patient tröpfelt sich die Lösung unter die Zunge. Für Gräserallergiker gibt es den Allergenextrakt auch in Tablettenform, ebenfalls unter der Zunge anzuwenden.

In der Regel läuft eine Immuntherapie – ob unter die Haut gespritzt oder sublingual – über einen Zeitraum von drei Jahren. Sie beginnt, zwei bis drei Monate bevor mit dem Pollenflug zu rechnen ist. Die Allergendosis wird allmählich gesteigert, bis eine -„Erhaltungsdosis“ erreicht ist. Meist wird eine durchgehende Behandlung empfohlen. Möglich ist zudem eine saisonale Unterbrechung zur Zeit des Pollenflugs. Kurzzeittherapien können auch unmittelbar vor der Pollensaison begonnen werden. Welche Therapie sich eignet, muss der erfahrene Arzt im Einzelfall entscheiden.

Deutliche Besserung kann bereits in der ersten Pollensaison eintreten: der Patient hat geringeren Beschwerden. Nach einer abgeschlossenen Immuntherapie können Betroffene mit einer langfristigen Besserung, wenn auch nicht immer mit völliger Beschwerdefreiheit, rechnen, wobei sie mit wesentlich weniger Medikamenten auskommen.

Obwohl sich mit der spezifischen Immuntherapie pro Behandlungszyklus nur die Reaktion auf eine Substanz oder eine Gruppe von Allergenen beeinflussen lässt, eignet sie sich auch für Menschen, die mit mehreren Substanzen Probleme haben. Dabei ist nicht die positiven Reaktionen im Hauttest entscheidend, da bei vielen Menschen eine Kreuzallergien vorliegt, das heißt, sie reagieren auf verwandte Pollen oder Stoffe in Nahrungsmitteln. Deshalb versucht man die Monate mit den stärksten Beschwerden herauszufiltern und desensibilisiert die Menschen gegen diese auslösenden Allergene.

Nebenwirkungen treten selten auf. So sind bei der Spritzentherapie allergische Reaktionen wie Quaddeln auf der Haut möglich. Bei der sublingualen Therapie kann die Mundschleimhaut jucken oder anschwellen. Im schlimmsten Fall können die Patienten jedoch einen allergischen Schock erleiden. Diese lebensbedrohliche Nebenwirkung kommt zwar sehr selten vor, aber der Arzt muss darauf vorbereitet sein.

Eine Immunisierung kann bewirken, dass keine oder weniger Sensibilisierungen gegen neue Allergene auftreten. Außerdem gibt es Hinweise, dass Kreuzallergien abgeschwächt werden.
Zudem kann der sogenannte „Etagenwechsel“ vom allergischen Schnupfen zum Asthma nach einer Immuntherapie verringert werden.

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Quelle: Apotheken Umschau, bearbeitet von STADA.

 

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