In vielen Ländern Mitteleuropas hat sich die
Pollenflugzeit
in den letzten Jahren verlängert. Zudem verstärkt nicht nur mehr
Kohlendioxid in der Luft den Treibhauseffekt, sondern regt viele Pflanzen zu
vermehrtem Wachstum und Pollenausstoß an. SteigendeTemperaturen begünstigen
zudem das Vordringen bislang in Deutschland nicht heimischer Pflanzen. So
gedeiht das Traubenkraut (Ambrosia), dessen Pollen zu den Hauptallergenen in den USA zählen, jetzt auch in Mitteleuropa.
Als eine Ursache für die rasante Zunahme der Allergien werden Hygienestandards diskutiert: Weil Kinder heute in einer sehr sauberen Umgebung und mit wenigen Geschwistern aufwachsen sowie von vielen Infektionen verschont bleiben, kommen sie mit weniger Keimen in Kontakt. Dem Immunsystem fehlen daher frühe Trainingsreize, sodass es übersensibel auf eigentlich harmlose Stoffe reagiert. Für diese Theorie spricht auch die Beobachtung, dass Kinder, die auf Bauernhöfen groß werden, seltener Allergien entwickeln. Offenbar schützt sie der Kontakt mit den Keimen in den Tierställen.
Schwächen beklagen Mediziner auch bei der Therapie: Betroffene ließen sich zu selten fachärztlich behandeln. Dabei klassifizierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den allergischen Schnupfen wegen der hohen Zahl der Betroffenen und der starken Auswirkungen auf Lebensqualität und Leistungsfähigkeit schon vor Jahren als bedeutende chronische Atemwegskrankheit.
Lebensbedrohlich kann das Leiden werden, wenn sich Asthma entwickelt. Auch Kreuzallergien dürften weiter zunehmen. Im schlimmsten Fall kann die Reaktion auf ein verwandtes Nahrungsmittelallergen sogar zu einem anaphylaktischen Schock führen.
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