Such-Lupe

RU TR DE STADApedia


In unserem medizinischen Lexikon STADApedia möchten wir Ihnen helfen, schnelle und zuverlässige Antworten auf Ihre gesundheitlichen Fragen zu finden. Mehr als 300 medizinische Fachbegriffe und Themen werden erläutert. Hier finden Sie viele wertvolle Informationen und nützliche Tipps zu Themen rund um Ihre Gesundheit.*

Unser medizinisches Lexikon STADApedia gibt es jetzt auch in türkischer und russischer Sprache.

Klicken Sie einfach auf ein Thema, den entsprechenden Buchstaben oder geben Sie den gesuchten Begriff in die Suchmaske ein.

  Such-Lupe

Glossar

Schilddrüse

Lateinisch: Glandula thyroidea. Eine Drüse, deren Hormone vielfältige Funktionen im Organismus steuern. Die Schilddrüse ist am Hals schmetterlingsförmig um die Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes gelegen. Störungen: vlg. Hypo- und Hyperthyreose.

Diesen Beitrag gibt es auch in Türkisch und Russisch.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter Schilddrüsenüberfunktion!

 

Ratgeber Gesundheit

Schilddrüsenunterfunktion

SchilddrüsenunterfunktionDie Schilddrüse eines erwachsenen Menschen wiegt ca. 25-30 g und stellt somit eine große Drüse im menschlichen Körper dar. Sie liegt im vorderen Halsbereich und bildet Hormone, die fast alle Stoffwechselvorgänge des Menschen beeinflussen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion (so genannte Hypothyreose) liegt vor, wenn der Körper zu wenige Schilddrüsenhormone (so genanntes Thyroxin und Trijodthyronin) bildet. Es kommt zu einer Unterversorgung des Körpers mit den Hormonen was zu einer Verlangsamung der Stoffwechselprozesse führt.

Es gibt zwei verschiedene Formen von Schilddrüsenunterfunktion:

Die eine ist die so genannte Primäre Hypothyreose. Hier ist die Schilddrüse direkt von einer Störung betroffen. Diese Art der Schilddrüsenunterfunktion kann mehrere Ursachen haben. Die häufigste ist der Erwerb der Krankheit im Laufe des Lebens. Hierbei wird zunächst voll funktionsfähiges Schilddrüsengewebe zerstört (z.B. durch eine Entzündung der Schilddrüse, Operationen oder Bestrahlungen des Organs, eine Radiotherapie oder die Einnahme von Medikamenten). Auch ein Jodmangel kann Grund für eine Hypothreose sein.

Weitaus seltener ist die Krankheit angeboren. Der Betroffene kommt bereits mit fehlender oder sehr kleiner Schilddrüse zur Welt oder es liegt von Geburt an eine genetische Störung der Jodverwertung vor.

Die zweite Form ist die so genannte sekundäre Hypothyreose. Bei dieser Form liegt eine Störung des Gehirns bzw. des Hypothalamus (wichtigstes Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems) oder der Hypophyse (Hormondrüse zur Regelung der hormonbildenden Organe und Zellen) vor, was zu einer Fehlversorgung der Schilddrüse mit Schilddrüsenhormonen führt. Die Ursache liegt an einer krankhaften Veränderung des Hypothalamus oder der Hypophyse (z.B. durch Tumore) was dazu führt, dass die vollkommen intakte Schilddrüse zu wenige Schilddrüsenhormone bildet.

Sehr selten spricht man von einer tertiären Hypothyreose, wenn das Gewebe zwar ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt wird, jedoch nur unzureichend darauf anspricht.

Bei Kindern, die mit einer Schilddrüsenunterfunktion geboren werden, diese jedoch nicht erkannt wird und unbehandelt bleibt, ist eine geistige Störung mit Schwerhörigkeit (=Kretinismus) festzustellen. Zudem können Sprach- und Koordinationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Antriebsarmut und Ungeschicklichkeit als Spätfolgen auftreten. Da in Deutschland die Untersuchung auf Schilddrüsenunterfunktion jedoch standardmäßig bei Säuglingen durchgeführt wird, kann die Krankheit frühzeitig behandelt und Folgeschäden ausgeschlossen werden.

Generell gilt: wird die Hypothyreose erkannt und konsequent/lebenslang behandelt, kann jeder Hypothyreose-Patient ein normales Leben führen.

Ursachen

erworbene Schilddrüsenunterfunktion:
  • in Folge einer Schilddrüsenentzündung
  • Organismus bildet Antikörper gegen körpereigenes Schilddrüsengewebe
  • Zerstörung des Schilddrüsengewebes
  • Mangelnde Produktion von Schilddrüsenhormonen
  • Jodmangel
  • Schilddrüsenbehandlungen z.B. Radiojodbehandlung
  • Folge einer Operation an der Schilddrüse
  • Überdosierung von schilddrüsenhemmenden Medikamenten
angeborene Schilddrüsenunterfunktion:
  • zu kleine Schilddrüse
  • fehlende Schilddrüse
  • Fehlerhafte Hormonbildung
  • genetisch bedingte Störung der Jodverwertung

Symptome

Das Krankheitsbild ist bei Neugeborenen/Kindern und Erwachsenen unterschiedlich ausgeprägt:

Neugeborene und Kinder:
  • Verzögerung der geistigen und körperlichen Entwicklung
  • Trinkfaulheit
  • Verstopfung
  • Bewegungsarmut
  • verlangsamtes Wachstum
  • bei Nichtbehandlung:
  • mangelnde Knochenreifung
  • Neugeborenenkropf
  • geistige Störung mit Schwerhörigkeit -> sog. endemischer Kretinismus
Erwachsene:

allg.: die Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich oft schleichend und zunächst nimmt der Betroffene keine Beschwerden wahr. Erst bei zunehmender Hypothyreose klagt der Patient über:

  • Antriebsarmut (lustlos, depressiv verstimmt etc.)
  • Appetitlosigkeit
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • verlangsamter Puls
  • schwache/eingeschränkte Muskelreflexe
  • Beine und Arme können ’’einschlafen’’
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Verstopfung
  • Gewichtszunahme
  • übermäßiges Schwitzen
  • Kälteempfindlichkeit
  • erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infekten
  • Haut, Haare und Nägel können sich verändern
  • kühle, trockene und aufgedunsene Haut können als Folge von zunehmender Flüssigkeitseinlagerung auftreten
  • heisere Stimme
  • erschwertes Hören
  • Kropf (Struma) kann auftreten - nicht immer!
  • unregelmäßiger Monatszyklus bei Frauen
  • geringe Lust auf Geschlechtsverkehr bis hin zur Impotenz bei Männern

Achtung: bei älteren Menschen überwiegen Schwäche, Kraftlosigkeit, Kälteempfindlichkeit und Verstopfung -> eine Schilddrüsenunterfunktion kann so leicht übersehen werden.

Was Sie tun können

Jede Schilddrüsenunterfunktion muss lebenslang mit Medikamenten behandelt werden. Nach ca. 4 Monaten sind die Patienten ohne Symptome. Die Medikamente dürfen jedoch nicht abgesetzt werden, da sich sonst erneut eine Hypothyreose nach Abbau der Schilddrüsenhormone auftritt.

allg.:

  • Einnahme künstlicher Stoffwechselhormone -> zunächst niedrige Dosierung -> schrittweise Steigerung bis gewünschte Dosis erreicht ist
  • Einnahme der Medikamente morgens und auf nüchternen Magen
  • jährliche Untersuchung des Stoffwechsels durch eine Blutuntersuchung
  • teilw. Einnahme von Selen, um die Antikörperbildung zu verringern
  • bei Jodmangel und schwangeren Frauen: zusätzliche Einnahme von Jod

Wann Sie zum Arzt müssen

  • bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion

Was Ihr Arzt tun kann

  • Blutuntersuchung zur Messung der Konzentration der Schilddrüsenhormone
  • Ultraschalluntersuchung: zur Messung der Größe und Beschaffenheit der Schilddrüse
  • Gewebeprobe (manchmal)
  • Szintigraphie (= Injektion einer Substanz, die sich in den hormonproduzierenden Bereichen der Schilddrüse anreichert. Durch Aufnahmen der Schilddrüse mit Hilfe einer Spezialkamera sind die farblich markierten Stellen erkennbar)
  • Neugeborene: sie werden im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung (gesetzlich vorgeschrieben) auf Schilddrüsenunterfunktion untersucht. Anzeichen einer Hypothyreose: verspätete Geburt, hohes Gewicht bei der Geburt, langsamer Puls, Erbrechen und Verstopfung, keine Lust zu trinken, trockene teigige Hau, schlaffe Muskeln, keine Lust sich zu bewegen, ausdruckslose Mimik

Vorbeugung

  • ausreichende Jodversorgung, falls die Krankheit durch Jodmangel verursacht wurde
  • regelmäßige Kontrolle der Hormonkonzentration des Schilddrüsenhormons im Blut

Adressen & Links

Schilddrüsen Liga Deutschland e.V.
Geschäftsstelle
Ev. Kliniken Bonn GmbH, Waldkrankenhaus
Waldstraße 73
53177 Bonn
Mo. bis Do. 9.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr
Fr. 9.00 - 12.00 Uhr
Tel.: 0228 3869060
e-Mail: info@schilddruesenliga.de
www.schilddruesenliga.de
* Wichtiger Hinweis:
STADApedia ist sorgfältig und gewissenhaft erarbeitet worden. Dennoch: STADA kann für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung übernehmen. Bitte fragen Sie bei gesundheitlichen Problemen auch immer Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dieses Lexikon keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an communications@stada.de.
Generika stellen das größte Kernsegment von STADA dar. Doch was genau sind Generika? Hier erfahren Sie dazu alles Wissenswerte. Mehr
Hier haben wir für Sie Informationen zu unseren Produkten zusammengestellt. Sie haben die Möglichkeit, in unserem umfangreichen Produktsortiment nach Anwendungsgebiet, Produktname oder Stichwort zu suchen. Mehr
Erfahren Sie mehr über Ihren Körper und ihre Gesundheit! Einfache Fragen führen Sie in Kürze zu Ihrem persönlichen Gesundheits-Check. Dazu erhalten Sie weitere Informationen und nützliche Tipps. Mehr
Viele nützliche Informationen zu den unterschiedlichsten Gesundheitsthemen finden Sie hier. Bestellen Sie sich kostenlos unsere Ratgeber-Broschüren oder lesen diese als PDF direkt an Ihrem Bildschirm. Mehr

 

(c) 2012 STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel, Telefon 06101 603-0, Fax 06101 603-259, e-Mail: info@stada.de