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Lateinisch: Glandula thyroidea. Eine Drüse, deren Hormone vielfältige Funktionen im Organismus steuern. Die Schilddrüse ist am Hals schmetterlingsförmig um die Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes gelegen. Störungen: vlg. Hypo- und Hyperthyreose.
Diesen Beitrag gibt es auch in Türkisch und Russisch.
Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter Schilddrüsenüberfunktion!
Die
Schilddrüse
eines erwachsenen Menschen wiegt ca. 25-30 g und stellt somit eine große Drüse im menschlichen Körper dar.
Sie liegt im vorderen Halsbereich und bildet Hormone, die fast alle
Stoffwechselvorgänge
des Menschen beeinflussen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion (so genannte Hypothyreose) liegt vor, wenn der Körper zu wenige Schilddrüsenhormone (so genanntes Thyroxin und Trijodthyronin) bildet. Es kommt zu einer Unterversorgung des Körpers mit den Hormonen was zu einer Verlangsamung der Stoffwechselprozesse führt.
Die eine ist die so genannte Primäre Hypothyreose. Hier ist die Schilddrüse direkt von einer Störung betroffen. Diese Art der Schilddrüsenunterfunktion kann mehrere Ursachen haben. Die häufigste ist der Erwerb der Krankheit im Laufe des Lebens. Hierbei wird zunächst voll funktionsfähiges Schilddrüsengewebe zerstört (z.B. durch eine Entzündung der Schilddrüse, Operationen oder Bestrahlungen des Organs, eine Radiotherapie oder die Einnahme von Medikamenten). Auch ein Jodmangel kann Grund für eine Hypothreose sein.
Weitaus seltener ist die Krankheit angeboren. Der Betroffene kommt bereits mit fehlender oder sehr kleiner Schilddrüse zur Welt oder es liegt von Geburt an eine genetische Störung der Jodverwertung vor.
Die zweite Form ist die so genannte sekundäre Hypothyreose. Bei dieser Form liegt eine Störung des Gehirns bzw. des Hypothalamus (wichtigstes Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems) oder der Hypophyse (Hormondrüse zur Regelung der hormonbildenden Organe und Zellen) vor, was zu einer Fehlversorgung der Schilddrüse mit Schilddrüsenhormonen führt. Die Ursache liegt an einer krankhaften Veränderung des Hypothalamus oder der Hypophyse (z.B. durch Tumore) was dazu führt, dass die vollkommen intakte Schilddrüse zu wenige Schilddrüsenhormone bildet.
Sehr selten spricht man von einer tertiären Hypothyreose, wenn das Gewebe zwar ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt wird, jedoch nur unzureichend darauf anspricht.
Bei Kindern, die mit einer Schilddrüsenunterfunktion geboren werden, diese jedoch nicht erkannt wird und unbehandelt bleibt, ist eine geistige Störung mit Schwerhörigkeit (=Kretinismus) festzustellen. Zudem können Sprach- und Koordinationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Antriebsarmut und Ungeschicklichkeit als Spätfolgen auftreten. Da in Deutschland die Untersuchung auf Schilddrüsenunterfunktion jedoch standardmäßig bei Säuglingen durchgeführt wird, kann die Krankheit frühzeitig behandelt und Folgeschäden ausgeschlossen werden.
Generell gilt: wird die Hypothyreose erkannt und konsequent/lebenslang behandelt, kann jeder Hypothyreose-Patient ein normales Leben führen.
Das Krankheitsbild ist bei Neugeborenen/Kindern und Erwachsenen unterschiedlich ausgeprägt:
Neugeborene und Kinder:allg.: die Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich oft schleichend und zunächst nimmt der Betroffene keine Beschwerden wahr. Erst bei zunehmender Hypothyreose klagt der Patient über:
Achtung: bei älteren Menschen überwiegen Schwäche, Kraftlosigkeit, Kälteempfindlichkeit und Verstopfung -> eine Schilddrüsenunterfunktion kann so leicht übersehen werden.
Jede Schilddrüsenunterfunktion muss lebenslang mit Medikamenten behandelt werden. Nach ca. 4 Monaten sind die Patienten ohne Symptome. Die Medikamente dürfen jedoch nicht abgesetzt werden, da sich sonst erneut eine Hypothyreose nach Abbau der Schilddrüsenhormone auftritt.
allg.: