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Glossar

Schilddrüse

Lateinisch: Glandula thyroidea. Eine Drüse, deren Hormone vielfältige Funktionen im Organismus steuern. Die Schilddrüse ist am Hals schmetterlingsförmig um die Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes gelegen. Störungen: vlg. Hypo- und Hyperthyreose.

Diesen Beitrag gibt es auch in Türkisch und Russisch.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter Schilddrüsenunterfunktion!

 

Ratgeber Gesundheit

Schilddrüsenüberfunktion

Schilddrüsenüberfunktion Die Schilddrüse eines erwachsenen Menschen wiegt ca. 25-30 g und stellt somit eine recht große Drüse im menschlichen Körper dar. Sie liegt im vorderen Halsbereich und bildet Hormone, die fast alle Stoffwechselvorgänge des Menschen beeinflussen.

Eine Schilddrüsenüberfunktion (so genannte Hyperthyreose) liegt vor, wenn der Körper zu viele Schilddrüsenhormone (so genanntes Thyroxin und Trijodthyronin) ausschüttet. Es kommt zu einer Überversorgung des Körpers mit diesen Hormonen was zu einer Steigerung und Beschleunigung der Stoffwechselprozesse führen kann.

Es gibt zwei verschiedene Formen von Schilddrüsenüberfunktion:

Die häufigste ist die so genannte Immunthyreoditis bzw. Morbus Basedow, eine Autoimmunkrankheit, die durch 3 Symptome gekennzeichnet ist, die man auch als Mersburger Trias bezeichnet. Dabei treten auf: vergrößerte Schilddrüse, Herzrasen und Exophthalmus (= Hervortreten des Augapfels). Die Erkrankung tritt hauptsächlich zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auf, wobei Frauen sehr viel häufiger erkranken können als Männer. In ca. der Hälfte der Fälle bildet sich die Krankheit von alleine zurück. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass diese nach ein paar Jahren nicht erneut in Erscheinung tritt.

Die zweite Form ist die so genannte Autonomie. Bei dieser Form ist die Schilddrüse oft ungleichmäßig und knotig verändert. Die Hormonproduktion wird hierbei nicht mehr vom Hypothalamus (wichtigstes Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems) kontrolliert. Von dieser Autonomie kann die ganze Schilddrüse oder aber auch nur ein bestimmter Bereich betroffen sein was als autonomes Adenom bezeichnet wird. Die häufigste Ursache der Schilddrüsenautonomie ist Jodmangel. Die Erkrankung tritt meist bei älteren Menschen auf. Die Schilddrüsenautonomie bildet sich nicht von selbst zurück. Es besteht die Gefahr, dass sich das autonome Gewebe vermehrt. Dies kann zu einer so genannten thyreotoxischen Krise führen. Dann ist eine sofortige Behandlung in Form einer Radiotherapie oder Operation erforderlich.

Eine Thyreotoxische Krise ist eine Verschlimmerung der Schilddrüsenüberfunktion, die lebensbedrohlich werden kann. Sie kann durch eine unzureichende Therapie oder durch zusätzliche Belastungen (z.B. weitere Erkrankungen, Unfälle, Narkosen etc.) hervorgerufen werden. Meist liegt die Ursache jedoch in einer erhöhten Jodzufuhr (z.B. bei der Gabe von Röntgenkontrastmitteln) bei einer bestehenden Hyperthyreose, die bis dahin unentdeckt war. Intensivmedizinische Hilfe ist in solchen Fällen unabdingbar.

Jeder Patient mit Schilddrüsenüberfunktion kann ein normales Leben führen, wenn die Erkrankung erkannt und richtig behandelt wird.

Ursache

Die Formen der Schilddrüsenüberfunktion haben unterschiedliche Ursachen:

Morbus Basedow:

  • Autoimmunerkrankung -> das Immunsystem bildet Antikörper, wodurch die Schilddrüse mitunter zur einer erhöhten Hormonbildung veranlasst wird.
  • familiäre Ursachen – Vererbung

Autonomie:

  • Jodmangel
    • kann zur Vergrößerung und knotigen Veränderung der Schilddrüse führen;
    • Jodmangel verhindert, dass Hormone in ausreichender Menge produziert werden – dies versucht die Schilddrüse mit einem vermehrtem Wachstum auszugleichen
    • durch Wachstum der Schilddrüse entstehen Knoten, die unkontrolliert Hormone produzieren.

allg. Ursachen:

  • Schilddrüsenentzündungen
  • einige Formen von Schilddrüsenkrebs
  • Tumore der Hirnanhangsdrüse
  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • in Folge jodhaltiger Substanzen (z.B. Medikamente, Röntgenkontrastmittel)

Symptome

Das Krankheitsbild ist sehr individuell ausgeprägt und sehr allumfassend. Kaum ein Symptom ist ausschließlich einer Hyperthyreose-Erkrankung zuzurechnen. Jegliche Symptome, die bei der Schilddrüsenüberfunktion auftreten, hängen mit der Steigerung der Stoffwechselaktivität zusammen. Darüber hinaus besteht eine allgemeine Empfindlichkeit des Organismus gegenüber Adrenalin und Noradrenalin, zwei Stresshormone. Im Alter sind die Symptome nur noch spärlich ausgeprägt. Oft äußern sich diese lediglich durch einen unregelmäßigen/schnellen Puls. Die hier aufgeführten Symptome sind Merkmale, die in Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten können, jedoch nicht zwingend auftreten müssen:

allgemeine Symptome

nur bei Morbus Basedow

  • Lichtempfindlichkeit
  • tränende Augen
  • Doppelbilder
  • Exophthalamus (Hervortreten der Augen)

Symptome, die sich auf das Herz-Kreislauf-System auswirken können:

Symptome, die sich auf das Zentrale Nervensystem (ZNS) auswirken können:

  • Unruhe
  • Nervosität
  • zitternde Hände
  • labile Gefühlslage
  • Bewegungsunruhe
  • Reizbarkeit
  • Schlafstörungen bis hin zur Schlaflosigkeit -> trotz erhöhtem Müdigkeitsempfinden
  • Muskelschmerzen und -schwäche

Was Sie tun können

Je nach Ursache und Schweregrad gibt es verschiedene Ansatzpunkte zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion

allg.:

  • gesunde und vitaminreiche Ernährung
  • Jodhaltige Nahrung meiden
  • viel trinken (Koffein und Alkohol meiden)
  • nicht rauchen
  • intensive Sonnenbestrahlung vermeiden
  • Saunagänge und Bäder mit Jodhaltigem Wasser meiden
  • getönte Brillengläser und Augentropfen bei Augenproblemen
  • gleichmäßig Anstrengung und Ruhepausen auf den Tag verteilen

Medikamente:

  • regelmäßig vom Arzt verordnete Medikamente (so genannte Thyreostatika zur Hemmung der Produktion von Schilddrüsenhormonen), einnehmen
    • Stoffwechsel normalisiert sich nach 2-3 Monaten
    • Die Behandlung sollte 1 Jahr durchgeführt werden, um Rückfälle vermeiden zu können
    • Bei Patienten mit Schilddrüsenautonomie können ebenfalls so genannte Thyreostatika angewendet werden. Da die Krankheit jedoch nach Beendigung der Therapie nach wie vor bestehen kann und Thyreostatika mit Nebenwirkungen wie z.B. allergische Reaktionen, Fieber, Übelkeit etc. verbunden sind, wird in diesen Fällen meist eine Operation bzw. eine Radiojodtherapie gewählt, um eine lebenslange Einnahme von Medikamenten vermeiden zu können
  • regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte während der Behandlung

Radiojodtherapie

  • Strahlenbehandlung der Schilddrüse erfolgt durch die Einnahme von radioaktivem Jod
  • das radioaktive Jod wird in der Schilddrüse gespeichert und zerstört das hormonbildende Schilddrüsengewebe
  • wird v.a. bei Patienten angewendet, die ein erhöhtes Operationsrisiko vorweisen bzw. eine Operation ablehnen
  • je jünger der Patient ist, umso genauer muss man abwägen, ob eine Radiojodtherapie durchgeführt werden kann, da es durch die Strahlenbehandlung zu einem späteren Ausbruch von Schilddrüsenkrebs kommen kann
  • Stillende und Schwangere Frauen dürfen keine Radiojodtherapie machen

Operation:

  • ein operativer Eingriff kann erst nach einer medikamentösen Behandlung und der Normalisierung des Schilddrüsenhormonstoffwechsels erfolgen
  • Knoten (Struma) werden teilweise oder ganz entfernt
    • bei der Behandlung mit radioaktivem Jod bzw. einer Operation kann es teilweise zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommen. Diese muss medikamentös ausgeglichen werden

Wann Sie zum Arzt müssen

  • bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion
  • bei Feststellung einer vergrößerten Schilddrüse bzw. eines Knotens

Was Ihr Arzt tun kann

  • Blutuntersuchung zur Messung der Konzentration der Schilddrüsenhormone
  • bei Verdacht auf Morbus Basedow: Nachweis der Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe im Blut
  • Ultraschalluntersuchung: zur Messung der Größe und Beschaffenheit der Schilddrüse
  • Gewebeprobe (manchmal)
  • bei Verdacht auf Autonomie: Szintigraphie (= Injektion einer Substanz, die sich in den hormonproduzierenden Bereichen der Schilddrüse anreichert. Durch Aufnahmen der Schilddrüse mit Hilfe einer Spezialkamera sind die farblich markierten Stellen erkennbar)

Vorbeugung

  • ausreichende Jodversorgung
  • vor jeder Gabe von jodhaltigen Substanzen (z.B. Röntgenkontrastmittel, Medikamenten) sollte die Schilddrüse untersucht werden

Adressen & Links

Schilddrüsen Liga Deutschland e.V.
Geschäftsstelle
Ev. Kliniken Bonn GmbH, Waldkrankenhaus
Waldstraße 73
53177 Bonn
Mo. bis Do. 9.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr
Fr. 9.00 - 12.00 Uhr
Tel.: 0228 3869060
e-Mail: info@schilddruesenliga.de
www.schilddruesenliga.de
* Wichtiger Hinweis:
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