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Ratgeber Gesundheit

Schielen

Schielen Das Schielen (Medizinischer Fachbegriff: Strabismus) bezeichnet eine dauernde oder regelmäßig auftretende Fehlstellung eines bzw. beider Augen, verursacht durch eine Funktionsstörung der Augenmuskel. Eine der beiden Augen- achsen weicht dabei von der Parallelstellung ab, so dass beide Augen nicht mehr auf dieselbe Stelle schauen können. Je nach Richtung der Achsenabweichung zum gesunden Auge werden unterschieden: Einwärtsschielen, Auswärtsschielen, Höhenschielen und Verrollungsschielen. Am häufigsten kommen Einwärts- und Auswärtsschielen vor.

Das räumliche Sehen ist nur dann möglich, wenn beide Augen auf denselben Punkt gerichtet sind. Dabei entstehen zwei fast identische Bilder. Im Gehirn verschmelzen diese Bilder zu einem einzigen Seheindruck (Fusion). Beim Schielen dagegen können die Augen nicht auf dieselbe Stelle gerichtet werden. Die entstehenden Bilder sind für eine erfolgreiche Fusion im Gehirn zu unterschiedlich. Dies führt zu störenden Doppelbildern; das räumliche Sehen ist nicht mehr möglich. Bei schielenden Kindern unterdrückt das Gehirn den Seheindruck des abweichenden Auges. Das betroffene Auge wird nicht mehr eingesetzt und mit der Zeit sehschwach.

Unterschieden werden folgende Formen:

Latentes Schielen - tritt ausschließlich bei Belastungen auf und verursacht in der Regel keine Beschwerden.

Manifestes Schielen - ist dauerhaft vorhanden.

Begleitschielen - wird bei Kindern in den drei ersten Lebensjahren beobachtet und häufig schon bei den Vorsorgeuntersuchungen festgestellt. Da die Gefahr einer lebenslangen Schwachsichtigkeit des schielenden Auges (Amblyopie) besteht, muss das Schielen so früh wie möglich behandelt werden. Als idealer Zeitpunkt für die Therapie gilt der sechste Lebensmonat. Schon mit Beginn des Schulalters sinken die Heilungschancen.

Lähmungsschielen - bei Lähmungen der Augenmuskeln nach Verletzungen oder Entzündungen.

Schielen ist eine häufige Erkrankung: 70 Prozent der Menschen weltweit leiden an der latenten Form. In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen betroffen. Ca. drei Prozent der Kinder zeigen ein Begleitschielen - Jungen und Mädchen sind gleich betroffen. Die rechtzeitige Behandlung schielender Kinder ist entscheidend, um eine Schwachsichtigkeit zu verhindern. Je nach Ausprägung leiden Betroffene auch psychisch unter dem „Schönheitsfehler“.

Häufigste Ursachen

  • Die Ursachen für das Begleitschielen sind noch ungeklärt. Die Veranlagung dazu scheint erblich zu sein
  • Risikofaktoren während Schwangerschaft und Geburt
  • Größere Belastungen (z.B. lang andauernde, konzentrierte Bildschirmarbeit) können bei einer schwach entwickelten Fusion (Verschmelzen der Seheindrücke beider Augen) ein latentes Schielen auslösen
  • Muskelerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Unfälle, Entzündungen sowie Tumorerkrankungen der Augen oder des Gehirns können ein Lähmungsschielen auslösen

Was Sie tun können

  • Bei Verdacht sofort den Augenarzt aufsuchen
  • Kleinkinder augenärztlich untersuchen lassen, da ein geringfügiges „unsichtbares“ Schielen vorliegen kann
  • Zuverlässige Mitarbeit der Eltern ist bei der Behandlung von schielenden Kindern unverzichtbar

Wann Sie zum Augenarzt müssen

  • Sobald die geringste Augenfehlstellung bemerkt wird
  • Termine zu Vorsorgeuntersuchungen für Kinder wahrnehmen
  • Wenn in der Familie Fälle von Schielen bekannt sind
  • Außerdem können folgende Störungen bei Kindern ein Hinweis auf das Schielen sein: Lichtempfindlichkeit, Augenbrennen und -tränen, schiefe Kopfhaltung, Zukneifen eines Auges

Was Ihr Augenarzt tun kann

  • Durchführung verschiedener Tests, um Form und Ausprägung des Schielens festzustellen; die Behandlung richtet sich in erster Linie nach den jeweiligen Ursachen
  • Versorgung mit einer Brille mit Spezialgläsern, die ununterbrochen getragen werden muss
  • Behandlung der Schwachsichtigkeit durch Okklusionsbehandlung mit Klebepflastern, die abwechselnd auf das schielende bzw. gesunde Auge geklebt werden. Neben Pflastern können Stoffkapseln oder Folien für das Brillenglas verwendet werden
  • Sehschule
  • Ggf. Empfehlung zu einer Operation der betroffenen Augenmuskeln

Vorbeugung

Vorbeugungsmaßnahmen gibt es beim Schielen nicht. Menschen, die schielen oder gegen Schielen behandelt wurden, sollten ihre Kinder noch im ersten Lebensjahr einem Augenarzt vorstellen.

* Wichtiger Hinweis:
STADApedia ist sorgfältig und gewissenhaft erarbeitet worden. Dennoch: STADA kann für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung übernehmen. Bitte fragen Sie bei gesundheitlichen Problemen auch immer Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dieses Lexikon keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an communications@stada.de.
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