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Glossar
Salmonellen
Eine besondere Gruppe von Bakterien, die sich im Darm ansiedeln. Sie bilden Giftstoffe und führen zu schweren Durchfallerkrankungen. Zu Infektionen kommt es durch verunreinigte Lebensmittel. Die Krankheit muss ärztlich behandelt werden, da es bei älteren und abwehrgeschwächten Menschen auch zu Todesfällen kommen kann.
Diesen Beitrag gibt es auch in Türkisch und Russisch.
Ratgeber Gesundheit
Salmonellen
Eine Salmonellen-Infektion
wird durch stabförmige
Bakterien,
so genannte Salmonella, hervorgerufen. Es gibt ca. 2.000 bekannte Salmonella-Typen, wovon ca. 120 Typen eine Infektion
(wie z.B. Brech-Durchfall, Typhus und Paratyphus) beim Menschen hervorrufen können.
Meist werden die Erreger über infizierte Nahrungsmittel oder über das
Trinkwasser aufgenommen. Der Magen mit seinem sauren Magensaft tötet
diese normalerweise ab. Bei einer sehr hohen Keimanzahl erkrankt der
Mensch. Immungeschwächte Menschen und Menschen mit geringer Magensäure
(Kinder, alte Menschen) sind eher gefährdet an einer
Salmonellen-Infektion zu erkranken. Bei ihnen heilt die Krankheit, im
Gegensatz zu gesunden/ jungen Menschen nicht spontan aus, sondern
erfordert eine spezielle Therapie.
Salmonellen sind sehr widerstandsfähig! Sie können mehrere Monate
überleben und werden nicht durch Einfrieren abgetötet. Deshalb sollten
Speisen immer für mind. 10 Minuten bei 75 Grad gegart werden.
Wer einmal an einer Salmonellen Infektion erkrankt, ist nicht lange immun
gegen die Erreger und kann nach kurzer Zeit wieder erkranken. Bis heute gibt es nur
Schutzimpfung speziell gegen die Erreger von Typhus (Salmonella typhi).
Jeder Verdacht und jede Salmonellen-Erkrankung muss umgehend dem
Gesundheitsamt gemeldet werden. Menschen, die in
Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Kindertagesstätten o.Ä.) oder in
Lebensmittelbetrieben angestellt sind, dürfen bei Verdacht bzw.
Erkrankung nicht mehr arbeiten.
Ursache
- infizierte Nahrungsmittel z.B. Milch, Eier, rohes Fleisch
- schmutziges Trinkwasser
- mangelnde Hygiene
- Fliegen als Überträger, wenn diese von Fäkalien Keime aufnehmen und auf Nahrungsmittel übertragen
Was Sie tun können
- achten Sie auf eine geschlossene Kühlkette vom Supermarkt nach Hause
- Aufbewahrung von Nahrungsmitteln, die Salmonellenträger sein können
(z.B. Eier, Fleisch, Milch) immer getrennt und bei unter 10 Grad
- achten Sie auf hygienische Verhältnisse in Ihrer Küche
- waschen Sie sich vor jeder Zubereitung von Essen und auch vor dem Essen gründlich die Hände
- bei Beschwerden dürfen Sie keine Lebensmittel für andere zubereiten – Ansteckungsgefahr
- achten Sie darauf, dass Auftauwasser von Fleisch nicht in Berührung mit anderen Lebensmitteln kommt
- benutzen Sie für Fleisch und Gemüse nicht das selbe Schneidebrett
(das Schneidebrett sollte aus Glas oder Kunststoff sein, da sich Holz mit Flüssigkeit voll saugen kann
und damit einen guten Nährboden für Bakterien bietet)
- Lebensmittel immer ausreichend erhitzen (mind. 10 Minuten bei 75 Grad)
- Speisen mit rohen Eiern oder Hackfleisch sollten am selben Tag verzehrt werden
- Spüllappen und Schwämme sollten täglich gewechselt und bei 60 Grad gereinigt werden
Formen von Salmonellen-Erkrankung
Brech-Durchfall:
- verursacht durch die Bakterienart Salmonella enteritidis
- es kommt zu einer Infektion des Dünndarms und zum Brech-Durchfall
- Dauer: ca. 1 bis 2 Tage
Typhus/Paratyphus:
- verursacht durch die Bakterienart Salmonella typhi / paratyphi A und B
- Krankheit beginnt schleichend
(Fieber,
Kopf-,
Glieder-,
Bauchschmerzen,
Verstopfung, Gewichtsabnahme, Mattigkeit)
- Fieber steigt in den ersten 3 Wochen; Körpertemperatur normalisiert sich in der 4. Woche wieder
- grau-gelb belegte Zunge
- weicher Stuhlgang und Verstopfung im Wechsel
- Ausschlag auf dem Bauch
- verlangsamter Herzschlag
- geschwollene Milz
Wann Sie zum Arzt müssen
- bei anhaltenden Symptomen (Durchfall, Unwohlsein, starke Bauchschmerzen,
Erbrechen) von mehr als 2 Tagen (v.a wenn Sie
Nahrungsmittel verzehrt haben, die potentielle Salmonellen-Träger sein können)
Was Ihr Arzt tun kann
- Anamnese (der Arzt befragt den Patienten zur Krankheitsgeschichte)
- Stuhluntersuchung
- Rektalabstrich
- Untersuchung des Erbrochenen
- Blutuntersuchung
- Untersuchung von verdächtigen Speiseresten
- Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes (ggf. zusätzliche Gabe von
Elektrolyten)
- Antibiotika (v.a. bei Menschen mit geschwächtem
Immunsystem)
- Überwachung der Kreislauffunktion
- achten Sie stets auf Hygiene in Zusammenhang mit Nahrungsmitteln
- waschen Sie sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände
- transportieren und lagern Sie Ihre Nahrungsmittel sachgerecht
- verzehren Sie keine Nahrungsmittel deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist
Adressen & Links
Robert-Koch-InstitutNordufer 20
13353 Berlin
Postanschrift:
Postfach 65 02 61
13302 Berlin
Tel.: 030 18754-0
Fax: 030 18754-2328
www.rki.de
Bundesamt für Verbraucherschutz und LebensmittelsicherheitBundesallee 50, Gebäude 247
38116 Braunschweig
Tel.: 0531 21497-0
Fax: 0531 21497-299
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