In unserem medizinischen Lexikon STADApedia möchten wir Ihnen helfen, schnelle und zuverlässige Antworten auf Ihre gesundheitlichen Fragen zu finden. Mehr als 300 medizinische Fachbegriffe und Themen werden erläutert. Hier finden Sie viele wertvolle Informationen und nützliche Tipps zu Themen rund um Ihre Gesundheit.*
Klicken Sie einfach auf ein Thema, den entsprechenden Buchstaben oder geben Sie den gesuchten Begriff in die Suchmaske ein.
Glossar
Rheuma
Rheumatismus, rheumatische Erkrankungen; Sammelbezeichnung für schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates, der Knochen, Muskeln und Sehnen. Man unterscheidet entzündliche oder durch ständige Abnutzung (degenerativ) bedingte Beschwerden. Bei einigen Rheumaformen steckt eine sog. Autoimmunreaktion des Körpers dahinter, d. h. der Körper bildet Abwehrstoffe gegen körpereigenes Gewebe.
Diesen Beitrag gibt es auch in Türkisch und Russisch.
Ratgeber Gesundheit
Rheumatische Beschwerden
Rheumatische Beschwerden treten bei verschiedenen schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates auf.
Sie haben unterschiedliche Ursachen und müssen oft unterschiedlich behandelt werden. Sie betreffen die Gelenke
und/oder das Bindegewebe. Man unterscheidet entzündliche oder durch ständige Abnutzung (degenerativ) bedingte Beschwerden.
Bei einigen Rheumaformen steckt eine sog. Autoimmunreaktion des Körpers dahinter, d. h. der Körper bildet Abwehrstoffe
gegen sich selbst. Diese Abwehrstoffe (Antikörper), die im Blut nachgewiesen werden können, heißen Rheumafaktoren.
Man unterscheidet folgende Erkrankungstypen:
- Weichteilrheumatismus. Muskeln, Bänder, Sehnen und Schleimbeutel sind schmerzhaft verändert.
- Degenerativ - rheumatische Erkrankungen, z.B.
Arthrose.
Durch Abnutzung kommt es zu Verschleißerscheinungen an den Gelenken.
- Entzündliche Rheumaformen, z.B. rheumatisches Fieber.
Nur der Weichteilrheumatismus - und auch nur bei leichten Verlaufsformen - ist für eine Selbstbehandlung geeignet.
Deshalb sollen hier ausschließlich Erkrankungen dieses Bereiches angesprochen werden.
Beim Weichteilrheumatismus besteht Schmerz wechselnder Intensität, der meist morgens am stärksten ist, und im Tagesverlauf schwächer wird.
Weichteilrheumatismus tritt am häufigsten in der Schulter-Nacken-Arm-Region und an der Außenseite der Beine auf.
z.B. Schulter-Arm-Syndrom, Tennisarm, Schleimbeutel- und Sehnenscheidenentzündung.
Häufigste Ursachen für Weichteilrheumatismus
- Abnutzung
- Kälte
- Falsche Haltung
- Überbeanspruchung
- Einseitige Beanspruchung
- Verspannung durch seelische Probleme oder Stress
- Verschleißerscheinungen
Was Sie tun können
- Wärmeanwendung:
- Heiße Rheumabäder nehmen (Temperatur mindestens 35°C)
- Fango- oder Moorpackungen (Temperatur mindestens 42°C)
- Rotlicht, je heißer, desto besser
- Massagen / Gymnastik
- Gezielte Gymnastik unter Anleitung zur Normalisierung der Bewegungsabläufe
- Muskel- oder Bindegewebsmassage beim Krankengymnasten
- Massage mit elektrischen Impulsen, entsprechende Geräte sind in der Apotheke erhältlich
- Äußerliche Medikamente:
- Wärmewirksame Rheumasalben, z.B. mit Rosmarin, Bienengift, spanischem Pfeffer oder ätherischen Ölen.
Die Wirkstoffe erweitern die Blutgefäße. Die verbesserte Durchblutung erwärmt die Problemzone.
- Schmerzstillende, entzündungshemmende Rheumasalben, z.B. mit Arnika, Belladonna, Salicylsäure, Ibudolor.
- Durchblutungsfördernde Heparinsalben für empfindliche Patienten,
die die stark wärmewirksamen Rheumasalben als unangenehm empfinden.
- Innerliche Medikamente:
- Leichte Schmerzmittel, die gleichzeitig entzündungshemmend wirken
(z.B. Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen) einnehmen. Schmerzmittel dürfen nur kurzfristig eingenommen werden,
keinesfalls als Daueranwendung. Ein Abklingen der Schmerzen kann bereits wesentlich dazu beitragen,
dass Schonhaltungen aufgegeben werden und sich Verspannungen und Verkrampfungen durch die normalisierten Bewegungsabläufe lösen.
- Entzündungshemmende, schmerzlindernde oder vorbeugend wirkende Präparate z.B. Enzympräparate (Enzymtherapie),
Vitamin-B-Präparate, pflanzliche und homöopathische Arzneimittel (z. B. Teufelskralle STADA® 480 mg Filmtabletten).
Gerade Haltung beim Sitzen, Stehen und Laufen entlastet die Wirbelsäule und die Gelenke.
Beim Sitzen sollten die gebeugten Gelenke einen 90°-Winkel zueinander bilden: Knie, Hüfte, Ellenbogen.
Auf fester Unterlage mit flexibler Matratze schlafen.
Wann Sie zum Arzt müssen
- Wenn die Beschwerden nicht abklingen oder immer wieder auftreten
- Verdacht auf rheumatisches Fieber, chronische Polyarthritis oder andere schwerwiegende Erkrankungen
Was Ihr Arzt tun kann
- Diagnose stellen. Ausschluss von
Hexenschuss, Ischias, Bandscheibenvorfall usw.
- Der Arzt kann ein für Sie geeignetes Behandlungsprogramm mit verschiedenen Therapieformen
(z.B. Krankengymnastik + Reizstrom + entzündungshemmende Medikamente) entwickeln
- Gegen die Schmerzen kann er Ihnen ein entzündungshemmendes Schmerzmittel (z.B. mit Diclofenac)
als Tabletten oder Zäpfchen verordnen, das Ihnen helfen soll, die schmerzhaften Gelenke zu bewegen
damit nicht noch zusätzliche Verspannungen auftreten. Eventuell genügt das Auftragen dieser Wirkstoffe in Salbenform
- Verordnung starker entzündungshemmender Medikamente
- Kälte und Zug meiden
- Bei Stress möglichst nicht verspannen. Eventuell vorbeugend ein Entspannungs- oder
Rheumabad nehmen oder Lockerungsübungen machen
- Einseitige Belastung und Überbeanspruchung der rheumaempfindlichen Stellen vermeiden
- Übergewicht reduzieren,
um die Muskeln und Gelenke nicht zusätzlich zu strapazieren
- Regelmäßig Sport treiben
Adressen & Links
Deutsche Rheuma Liga Bundesverband e.V.Maximilianstraße 14
53111 Bonn
Tel.: 0228 76606-0
Fax: 0228 76606-20
e-Mail:
bv@rheuma-liga.dewww.rheuma-liga.de