STADApedia
In unserem medizinischen Lexikon STADApedia möchten wir Ihnen helfen, schnelle und zuverlässige Antworten auf Ihre gesundheitlichen Fragen zu finden. Mehr als 300 medizinische Fachbegriffe und Themen werden erläutert. Hier finden Sie viele wertvolle Informationen und nützliche Tipps zu Themen rund um Ihre Gesundheit.*
Unser medizinisches Lexikon STADApedia gibt es jetzt auch in türkischer und russischer Sprache.
Klicken Sie einfach auf ein Thema, den entsprechenden Buchstaben oder geben Sie den gesuchten Begriff in die Suchmaske ein.
Der Zahnhalteapparat (Parodontium) umfasst alle Strukturen, die zur Verankerung der Zähne im Kieferknochen erforderlich sind: Zahnfleisch, Zahnbett, Wurzelhaut und Wurzelzement. Die Parodontose ist eine chronische, nicht entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Die entzündliche Erkrankung dieser Strukturen wird als Parodontitis bezeichnet. Diese wird von einer bakteriellen Infektion verursacht, die zuerst das Zahnfleisch und später den Kieferknochen befallen kann. Heutzutage wird im Alltagsgebrauch – wenn auch fachlich nicht ganz korrekt – für beide Formen der Begriff „Parodontose“ verwendet, obwohl die Parodontitis die weitaus häufigere Erkrankung darstellt.
Die gesunde Mundhöhle wird von über 300 Keimarten besiedelt. Durch mangelnde Zahnhygiene kann die Bakterienanzahl steigen bzw. es treten aggressive Keime vermehrt auf. Oberhalb und später auch unterhalb des Zahnfleischrands bilden sich Bakterien-Ansammlungen (Zahnbelag). Gifte aus dem Bakterienstoffwechsel lösen eine Entzündung des Zahnfleisches aus. Werden weiche Zahnbeläge nicht rechtzeitig entfernt, entsteht daraus Zahnstein. Dieser führt zu mehr Plaque unter den Zahnfleischsaum und zur Bildung von sog. Zahnfleischtaschen (Spalten zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch), die einen idealen Lebensraum für Bakterien bieten. Es entsteht eine Zahnbettentzündung. Je aggressiver die Plaque-Bakterien und je schwächer das Immunsystem, umso früher tritt die Parodontose auf. Die chronische Zahnbettentzündung führt nach einiger Zeit zu einem Substanzabbau des Kieferknochens. Die Zähne werden locker und können – ohne entsprechende Behandlung – sogar ausfallen.
Da die Parodontose in der Regel langsam, schleichend und jahrelang symptomfrei verläuft, wird sie oft spät erkannt. Neben der Gefahr, Zähne zu verlieren, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) und infektiöse Entzündungen (z.B. der Herzinnenhaut – Endokarditis). Paradontitis kann auch das Risiko einer Frühgeburt erhöhen.
Die Parodontose tritt bei Erwachsenen ab ca. 35 Jahre regelhaft auf. Bei hormonellen Umstellungen (z.B. in der Pubertät oder Schwangerschaft) entwickeln etwa 45 % aller Deutschen eine Zahnfleischentzündung, die zu einer Parodontose führen kann. Diese bildet sich nach Regulierung des Hormonhaushaltes in der Regel wieder zurück.
Bei allen Veränderungen des Zahnhalteapparates, z.B.:
Zur Diagnosestellung:
3-Stufen-Therapieprogramm: