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Die Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine virale Hauterkrankung mit meist
gürtelförmiger Ausbreitung. Meist erkranken Menschen daran, die früher (in
der Kindheit) mit dem Windpockenvirus infiziert waren. Nach der
Infektion wandern die Erreger entlang der Nervenfasern zu bestimmten
Nervenknoten des Rückenmarks (sog. Spinalganglien) und/oder gelegentlich der
Hirnnerven (sog. Hirnganglien), nisten sich dort ein und ruhen. Unter
bestimmten Umständen, z. B. bei
Abwehrschwäche, kann das
Windpockenvirus wieder
aktiviert werden. Aktivierte
Viren wandern dann entlang der
infizierten Nervenbahnen an die Oberfläche zu dem vom Nervenstrang
versorgten Hautgebiet, um sich dort auszubreiten und zu vermehren. Das
Nervengewebe entzündet sich und schmerzt. Betroffen ist fast immer eine
Körperseite, meistens ein gürtelförmiges Hautgebiet im Bereich des
Brustkorbs, seltener des Bauches oder der Hüfte. Ein beidseitiger Befall ist
äußerst selten.
Erste Anzeichen der Erkrankung sind Müdigkeit und leichtes Fieber. Nach wenigen Tagen setzen im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervenstrangs brennende oder stechende Schmerzen ein. Nach weiteren zwei bis drei Tagen zeigen sich schmerzende, leicht erhabene Rötungen, auf denen sich nach und nach Knötchen zeigen, die sich zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln. Diese platzen etwa drei bis fünf Tage später auf, verschorfen und heilen ab. In der Regel heilt die Gürtelrose innerhalb von zwei bis vier Wochen ohne bleibende Schäden ab.
Der Bläscheninhalt ist ansteckend; Erkrankte sollten daher den Kontakt zu abwehrgeschwächten Erwachsenen und Kindern, die noch keine Windpocken hatten, meiden. Diese würden jedoch nicht an Gürtelrose sondern an Windpocken erkranken. Herpes Zoster kann also nicht direkt übertragen werden.
Etwa 20 Prozent der Gürtelrose-Patienten leiden 6 Monate nach Krankheitsbeginn immer noch unter heftigen Schmerzen. In manchen Fällen ist die Zerstörung der betroffenen Nerven so fortgeschritten, dass die Schmerzen noch Jahre nach Abklingen der Hauterscheinungen auftreten (postzosterische Neuralgie).
Eine häufige Form ist der Befall im Gesichtsnervs Nervus trigeminus (Gesichtsrose). Dabei können Gesichtsnerven zeitweise gelähmt sein. Gelegentlich sind bei einer Gesichtsrose auch die Augen (meist eins) betroffen (Zoster ophthalmicus). Typische Beschwerden sind stechende Schmerzen, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit. Ohne rechtzeitige Behandlung können Bindehaut und Hornhaut stark geschädigt werden bis hin zur Erblindung.
Der Befall des Gehörgangs wird als Zoster oticus bezeichnet und tritt seltener auf. Neben Schmerzen leiden die Betroffenen unter Schwindel, Taubheit, Ohrensausen und Lärmempfindlichkeit. Ist auch das Innenohr betroffen, kann der Hörnerv gelähmt werden.
Äußerst selten kann die Gürtelrose den gesamten Organismus befallen (Zoster generalisatus); diese Form ist lebenbedrohlich.
Etwa 350.000 bis 400.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einer Gürtelrose; die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, kommt aber bei Menschen über 50 Jahre am häufigsten vor. Insgesamt erleidet beinahe jeder 3. Erwachsene einmal im Leben einen Herpes Zoster.
Faktoren, die eine Reinfektion begünstigen:
Bei den allerersten Anzeichen einer Gürtelrose sofort zum Arzt!
Wenn das Gesicht betroffen ist, sofort zum Augenarzt!