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Von einer Eileiterschwangerschaft oder Tubargravidität spricht man, wenn
sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter
einnistet. Diese Fehleinnistung tritt ein- bis zweimal unter 100
Schwangerschaften auf. In den meisten Fällen geht der Embryo bereits in sehr
frühen Stadien ab, ohne dass die Schwangere dies bemerkt. Entwickelt er sich
dagegen weiter und wächst, hängt der weitere Verlauf sehr vom Ort der
Einnistung ab. In einem geräumigen Abschnitt des Eileiters kann der Embryo
auch später noch spontan abgehen. In einem engen Abschnitt besteht diese
Möglichkeit nicht, hier würde der Eileiter früher oder später reißen. Dank
moderner Untersuchungsmethoden lassen sich Eileiterschwangerschaften heute
jedoch meist gut erkennen. Die Ärzte können dann die die Schwangerschaft
beenden, bevor Komplikationen auftreten.
Um den sechsten Tag nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle ein – egal wo sie sich gerade befindet. Wenn der Eileiter verklebt, vernarbt oder sehr lang ist, gelangt die befruchtete Eizelle eventuell nicht rechtzeitig in die Gebärmutter und es kommt zur Eileiterschwangerschaft. Weitere Ursachen sind Schäden an der Eileitermuskulatur oder -schleimhaut.
Mit derartigen Störungen muss vor allem nach Infektionen und Entzündungen der Eileiter gerechnet werden. Darüber hinaus erhöht eine Endometriose (gutartige Krankheit, bei welcher sich die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle befindet), möglicherweise auch das Tragen einer Spirale das Risiko für Eileiterschwangerschaften.
Am besten schützen Sie sich vor Eileiterschwangerschaften, indem Sie Unterleibsentzündungen vorbeugen. Kommt es dennoch zu einer Entzündung, sollte sie so rasch wie möglich behandelt werden.
Achten Sie auf die üblichen Anzeichen einer Schwangerschaft, wie Übelkeit, Ziehen in der Brust und Ausbleiben der Menstruation. Bei einer Eileiterschwangerschaft sind sie bisweilen geringer ausgeprägt. In jedem Fall sollten Sie zum Arzt gehen, wenn Sie Schmierblutungen, Bauchschmerzen oder eine erhöhte Temperatur feststellen.
Ihr Arzt wird zunächst nach Hinweisen auf Unterleibsentzündungen und anderen gynäkologische Vorerkrankungen suchen. Konkretere Hinweise auf eine Fehleinnistung gibt der Verlauf der HCG-Konzentration im Blut. Normalerweise steigt die Konzentration dieses Hormons, welches während einer Schwangerschaft in der Plazenta gebildet wird und den Erhalt der Schwangerschaft schützt, nach einer Befruchtung rasch an. Bei einer Eileiterschwangerschaft steigt sie dagegen nur langsam an, stagniert oder fällt sogar ab. Weitere Erkenntnisse erhält der Arzt mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung. Damit kann er gegebenenfalls erkennen, wo sich der Embryo befindet.
Bestätigt sich der Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft, entscheidet meist der Ort der Einnistung über das weitere Vorgehen. Kann der Arzt auf einen spontanen Abort hoffen, wird er abwarten und die weitere Entwicklung engmaschig überwachen. Falls nicht, kann die Schwangerschaft mit dem Medikament Methotrexat oder durch eine Operation beendet werden.