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Glossar

Demenz

Bezeichnung für einen i. d. R. chronisch fortschreitenden Rückgang geistiger Fähigkeiten durch Erkrankung des Gehirns (Gedächtnisverlust, Orientierungsstörungen u. v. m.). Unterschieden werden 2 Haupttypen: die Alzheimer-Demenz, die auf einem Abbau der Gehirnmasse, und die vaskuläre Demenz, die auf Durchblutungsstörungen basiert.

Diesen Beitrag gibt es auch in Türkisch und Russisch.

 

Ratgeber Gesundheit

Demenz

Depressive Verstimmung, leichte Demenz (auch hirnorganisches Psychosyndrom) ist ein Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die alle zu einer meist fortschreitenden Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit führen, als Folge einer organischen Hirnerkrankung.

Zu den Hauptsymptomen einer Demenzerkrankung zählen:

  • Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses (häufig erstes Anzeichen)
  • Konzentrationsschwäche
  • Verschlechterung der Denkleistung und der Orientierung
  • Sprachstörungen
  • Eingeschränktes Urteilvermögen
  • Sprech-, Gang- und Schluckstörungen
  • Ausgeprägte Müdigkeit
  • Neurologische Ausfälle
  • Depressionen 

Laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie wird die Demenz nach der Art ihrer Entstehung unterteilt in:

  • (Neuro-)Degenerative Demenzerkrankungen: Alzheimer Demenz (ca. 50 – 60 % aller Demenzfälle)
  • Vaskuläre Demenz (ca. 20 % aller Demenzfälle)
  • Mischformen

Demenzerkrankungen verlaufen zwar individuell unterschiedlich, werden jedoch in 3 Stadien eingeteilt:

  1. Frühstadium: Erste Symptome zeigen sich, vor allem Gedächtnisstörungen, Reizbarkeit, sozialer Rückzug sowie Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben zu erledigen.
  2. Mittleres Stadium: Die Symptome sind stark ausgeprägt; Reduzierung von Alltagsaktivitäten, Persönlichkeitsverfall. In diesem Stadium erkennen Alzheimer-Kranke ihre eigenen Kinder teilweise nicht mehr.
  3. Spätes Stadium: Die Betroffenen sind desorientiert, handlungsunfähig, verlieren die Kontrolle über ihre Körperfunktionen (Harn- und Stuhlinkontinenz) und sind gänzlich auf fremde Hilfe angewiesen.

Die Demenz ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung und die häufigste psychiatrische Erkrankung des Alters. Die Alzheimer-Krankheit beginnt schleichend und hat vermutlich eine Vorlaufphase von bis zu 30 Jahren. Die meisten Betroffenen versterben in der Regel innerhalb von 7 Jahren nach der Erstdiagnose. Die vaskuläre Demenz hat dagegen meist einen wechselhaften, schubweisen Verlauf; die Hirnleistung verschlechtert in manchen Fällen langsam.

Statistiken zufolge sind in Deutschland etwa eine Million Menschen von Demenz betroffen und jedes Jahr werden ca. 244.000 Neuerkrankungen gemeldet. Da der Anteil an alten Menschen zunimmt, geht man davon aus, dass sich die Zahl der Demenzerkrankungen bis zum Jahr 2050 in etwa verdoppeln wird.

Ursachen

Die Demenz wird durch verschiedene Veränderungen im Gehirn hervorgerufen:

  • Alzheimer Krankheit: Typisches Absterben der Nervenzellen (Neuronen) bzw. der Verlust der bestehenden Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Dieser degenerative Prozess ungeklärter Ursache beginnt im sog. Riechhirn und greift nach und nach zunächst auf weitere und schließlich auf die gesamte Gehirnoberfläche über.

    In Nervenzellen sowie in den Zellzwischenräumen von Betroffenen lassen sich generell Eiweißablagerungen nachweisen. Die Ablagerungen zwischen den Nervenzellen werden als Plaque bezeichnet und stören Stoffwechsel und Verbindung der Neuronen in hohem Maße.

    Familiäre Disposition: Manche Familien sind häufiger von der Alzheimer-Krankheit betroffen als andere.

  • Vaskuläre Demenz: Die gestörte Hirndurchblutung führt zu Veränderungen des Gehirns und seiner Funktionen. Die Verschlechterung der Gehirnleistungen tritt meist plötzlich auf mit typischen Störungen wie bei einem Schlaganfall, z. B. Sprachstörungen.
  • Sekundäre Demenz (etwa 15 % aller Fälle) tritt bei Grunderkrankungen (z. B. chronischem Alkoholismus, fortgeschrittene Parkinson-Krankheit, Hirntumoren, Stoffwechselerkrankungen, Medikamentenmissbrauch, Vitamin B12-Mangel auf.

Risikofaktoren

Was Sie tun können

  • Bei ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen, denn eine zuverlässige, frühe Diagnose ermöglicht einen frühen Therapiebeginn.
  • Beeinflussbare Risikofaktoren vermeiden.

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Am besten bei den ersten leichten kognitiven Störungen (Zwischenstufe zwischen normalen altersbedingten Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten und der tatsächlichen Demenz), die im Bereich des Kurzzeitgedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Auffassung auftreten.
  • Vergesslichkeit
  • Konzentrations- und Denkstörungen
  • Orientierungsschwäche
  • Wortfindungsstörungen
  • Persönlichkeitsveränderung
  • Antriebslosigkeit

Allerdings treten diese Symptome auch im Zusammenhang mit anderen Störungen auf.

Was der Arzt/Nervenarzt, Neurologe tun kann

  • Stellt die Diagnose mittels:
    • Standardisierte Testverfahren (z. B. sog. Mini-Mental-Status-Test).
    • Blutuntersuchungen.
    • Bildgebende Verfahren (z. B Magnetresonanztomographie).
    • Evtl. Untersuchung der Hirnflüssigkeit.
  • Legt die Behandlung fest:
    • Nichtmedikamentöse Maßnahmen: Training der alltäglichen Fähigkeiten, Ergotherapie, Bewegungstherapie, Verhaltenstherapie, etc.
  • Medikamente: Eine Reihe von Präparaten, sog. Antidementiva.
  • Als wichtigste Maßnahme gilt die individuelle Beratung und Betreuung des Erkrankten und der pflegenden Angehörigen.

Vorbeugung

  • Risikofaktoren genau überprüfen und ggf. individuelles Vorsorgeprogramm erstellen.
  • Regelmäßige körperliche Bewegung, möglichst an der frischen Luft.
  • Lebenslang geistig aktiv bleiben: Lesen, Gedächtnistraining, Diskussionen.
  • Fettarme Ernährung reich an Folsäure, den Vitaminen B6 und B12 sowie Omega-3-Fettsäuren.
* Wichtiger Hinweis:
STADApedia ist sorgfältig und gewissenhaft erarbeitet worden. Dennoch: STADA kann für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung übernehmen. Bitte fragen Sie bei gesundheitlichen Problemen auch immer Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dieses Lexikon keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an communications@stada.de.
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