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(= Sepsis). Schwere Allgemeininfektion durch Erreger (meistens Bakterien), die von einem Herd aus (z. B. einer Wunde) ständig oder schubweise in die Blutbahn ausgeschüttet werden. Ein schwerer Krankheitszustand, der in der Klinik behandelt werden muss!
Beginn einer Blutvergiftung (Sepsis) ist immer eine lokale Infektion, z. B. eine Wunde oder eine Lungenentzündung. Im Normalfall reagiert das körpereigene Abwehrsystem gegen die Krankheitserreger (meist Bakterien) und die Infektion wird geheilt. Im Fall einer Sepsis ist der Körper nicht fähig, die Infektion zu bekämpfen, Erreger und ihre Giftstoffe breiten sich über die Blutbahn im gesamten Organismus aus und befallen nach und nach sämtliche Organe. Erst die Infektion in Kombination mit einer übersteigerten Reaktion des Immunsystems führen zu dieser gefährlichen Kettenreaktion. Innerhalb kürzester Zeit geraten viele Körperfunktionen aus dem Gleichgewicht. Bei der Blutvergiftung unterscheidet man je nach Schweregrad:
Weit verbreitet ist der irrtümliche Gedanke, dass eine Blutvergiftung anhand eines roten Strichs, der von einer Wunde ausgehend in Richtung Herz wandert, erkennbar sei. Dieses Symptom weist auf eine Entzündung der Lymphgefäße hin, einer sog. Lymphangitis, aus welcher sich zwar eine Sepsis entwickeln kann, für die jedoch bessere Heilungschancen bestehen.
In ihrer Gefährlichkeit sollte die Blutvergiftung nicht unterschätzt werden, da einige Fälle aufgrund der verspäteten Diagnose tödlich enden. Das rechtzeitige Erkennen einer Sepsis wird durch die mehrdeutigen Symptome, die auch Folge anderer Krankheiten sein können, zu Beginn erschwert. In Deutschland befindet sich die Sepsis an Position drei der häufigsten Todesursachen, nach Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.
Fast jede Infektion durch Bakterien, Parasiten, Viren oder Pilze kann Auslöser einer Blutvergiftung sein – schafft es der Organismus nicht, diese örtlich zu bekämpfen. Unterschiedliche Infektionsherde sind beispielsweise:
Erhöhtes Risiko für eine Sepsis besteht bei Personen mit geschwächtem Immunsystem, z. B. durch eine HIV-Infektion, chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebserkrankungen oder Medikamente, die das Abwehrsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Ebenso gefährdet sind Personen, deren Milz entfernt wurde.
Ein gutes und funktionsfähiges Abwehrsystem sowie die rasche Behandlung von Infektionen können einer Sepsis vorbeugen.
Abwehrkräfte stärken durch gesunde Ernährung, die dem Immunsystem wichtige Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente liefert. Ebenso Schlaf und Sport, Bewegung an frischer Luft, Wechselduschen sind gut für das Immunsystem. Dagegen gilt es, Überlastung zu vermeiden und auf Entspannung zu achten, da Stress die Abwehr schwächt.
Infektionen schnell behandeln. Insbesondere Personen mit Immunschwäche oder welche Immunsuppressiva einnehmen, sollten - sobald Anzeichen einer Entzündung erkennbar sind - ärztlichen Rat einholen. Es besteht zudem die Möglichkeit einer Impfung gegen häufig auftretende Erreger (z. B. Pneumokokken), die vor allem für Personen, deren Milz entfernt wurde, sinnvoll sein kann.
Anzeichen einer Blutvergiftung können vielfältig sein, einige kennzeichnende Symptome sind beispielsweise:
Hinzukommen können Symptome der jeweiligen Infektionen, die die Sepsis bewirken, wie z. B. bei einer Hirnhautentzündung Kopfschmerzen und Nackensteife, bei einem Harnwegsinfekt Beschwerden beim Wasserlassen.
Beim geringsten Verdacht auf eine Blutvergiftung sollte rasch ärztliche Hilfe aufgesucht werden.
Aufgrund der zu Beginn einer Sepsis vieldeutigen Symptome ist eine schnelle
Diagnose oft schwierig.
Der Arzt verschafft sich zunächst einen Überblick über das Krankheitsbild
des Betroffenen, indem u. a. Blutdruck,
Puls, Atemfrequenz und
Körpertemperatur gemessen werden. Es gilt die Infektionsquelle ausfindig zu
machen. Nachfolgend eine Check-Liste, mit welcher sich der Schweregrad der
Sepsis bestimmen lässt:
Nicht in allen Fällen kann die Infektionsquelle identifiziert werden.
Eine schnelle Behandlung der Blutvergiftung ist gefordert, da sich das Krankheitsbild rasch verschlechtern und lebensbedrohlich werden kann. Häufig findet die Behandlung einer Sepsis in Krankenhaus, oft sogar in der Intensivstation statt. Im Zentrum steht die Behandlung mit Antibiotika. Wurde die Sepsis frühzeitig erkannt, ist sie gut mit Antibiotika behandelbar.
Ein 100%-iger Schutz vor einer Blutvergiftung existiert nicht, da Erreger überall vorhanden sind und eine Infektion auslösen können. Warum diese in einem Fall heilt und im anderen nicht, bleibt letztlich offen. Es lässt sich festhalten, dass zum einen auf ein gutes Immunsystem und zum anderen auf die schnelle Behandlung von Infektionen geachtet werden sollte.