Das Internet ermöglicht Patienten den Zugang zu einem weltweiten Pool von Informationen, die ihnen noch vor wenigen Jahren praktisch verschlossen waren. Auch für niedergelassene Ärzte und Wissenschaftler ist der Zugriff auf Wissen durch das Internet sehr viel einfacher geworden. Allerdings erfordert die Menge der im Netz verfügbaren Informationen neue Selektions-Strategien, um der Informationsflut nicht hilflos gegenüberzustehen.
Wenn sich Patienten beispielsweise über Amalgam informieren wollen, ist dies mit dem Internet zunächst einmal kein Problem: Sie brauchen nur in einer Suchmaschine wie Google "Amalgam" als Suchbegriff einzugeben, und schon erhalten sie über 1 Mio. Verweise ("Links") auf weiterführende Informationen. Ganz abgesehen davon, dass eine derartige Menge von Hinweisen kaum zu bewältigen ist, sind diese Informationen völlig ungefiltert, d. h. zwischen den Verweisen auf hochkarätige wissenschaftliche Fachliteratur steht auch Humbug, der als solcher auf den ersten Blick nicht unbedingt zu erkennen ist. Die Ursache hierfür: Jeder, der glaubt, etwas zu einem Thema sagen zu müssen, kann diese Information im Internet der Allgemeinheit zugänglich machen. Diese Freiheit ist eine der Qualitäten des Internet; der Verbraucher muss jedoch lernen, damit umzugehen.
Durch verfeinerte Suchstrategien werden Internet-Nutzer zwar schnell dazu kommen, weniger, aber dafür qualitativ hochwertigere Informationen zu finden. Grundsätzlich gilt es jedoch, im Umgang mit Informationen (besonders medizinischen) aus dem Internet besonders kritisch zu sein und zweifelhafte Suchergebnisse mit dem Arzt zu besprechen. Es soll auch schon „Scherzbolde“ gegeben haben, die mutwillig falsche Informationen über medizinische Therapien ins Netz gestellt haben.
Der Internet-Neuling muss lernen, qualitativ hochwertige Informationen von Unsinn zu unterscheiden. Hilfreich ist es, wenn er dazu die Informationen im Internet unter folgenden Kriterien betrachtet:
Neben allgemeinen Informationen werden im Internet zunehmend auch konkrete „Medizinische Ratschläge“ angeboten. Davor ist ausdrücklich zu warnen: Verbraucher können nie wissen, wer der Anbieter dieser Ratschläge wirklich ist. Tests haben zudem gezeigt, dass deren Qualität alles andere als befriedigend ist.