Ratgeber Gesundheit
Aphthe
Eine Aphthe (auch Afte) ist eine gutartige, schmerzhafte, kraterförmige
Veränderung an der Mundschleimhaut, dem Zahnfleisch oder der Zunge. Die
linsengroße Aphthe ist scharf begrenzt, mit einem gelbweißlichen Belag
bedeckt und von einem hochroten, entzündlichen Hof umgeben. Häufig treten
diese schmerzhaften Geschwüre immer wieder auf. Sie zeigen sich einzeln oder
in kleinen Gruppen (zwei bis drei) und heilen meist innerhalb von 1-2 Wochen
von selbst ab. In seltenen Fällen können Aphthen bis zu 30 mm groß sein und
über mehrere Wochen bis Monate bestehen; dieses wird dann als Majoraphthose
bezeichnet.
Schätzungsweise ist jeder 10. Deutsche zumindest gelegentlich davon
betroffen. Oft leiden auch schon Kinder an Aphthen. Diese kommen am
häufigsten an der Lippeninnenseite, der Wangenschleimhaut und der Zunge vor.
In Einzelfällen können jedoch auch andere Schleimhäute, z. B. im
Genitalbereich, betroffen sein.
Aphthen sind für den Betroffenen meist sehr schmerzhaft und können die
tägliche Lebensführung, z. B. Nahrungsaufnahme, Trinken und sogar Sprechen,
stark beeinträchtigen.
Häufigste Ursachen
Die Ursachen der Aphthenbildung sind bis heute noch nicht eindeutig geklärt.
Als begünstigende Faktoren gelten:
- Geschwächte Immunabwehr
- Autoimmunreaktionen; dabei greifen die Abwehrzellen körpereigenes Gewebe an, z. B. Schleimhautzellen
- Nahrungsmittelallergien (z. B. auf Zitrusfrüchte oder Gluten)
- Schleimhautverletzungen (z. B. bei Zahnspangen)
- Hormonelle Schwankungen (z. B. in Zusammenhang mit Menstruation, Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Nichtausreichende Regulierung der Blutgefäße durch Nerven
- Inhaltsstoffe in Zahnpasta, Nahrungs- oder Arzneimitteln (z. B. Natriumlarylsulfat, Natriumdodecylpolyoxoethylensulfat, Triclosan)
- Bestimmte Bakterien
- Viren, insbesondere Herpesviren
- Darmpilze
- Ernährung (z. B. Vitamin B12-, Folsäure-, Eisen- oder Zink-Mangel)
- Erkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Morbus Behcet, HIV-Infektion)
- Stress, Schlafmangel
Was Sie tun können
- Schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente in Form von Salben, Gelen oder Sprays können die Beschwerden lindern.
- Salben mit Melissenblätterextrakt
- Australisches Teebaumöl
- Mundspülungen mit Arnika
- Mundspülungen mit Kamillen- oder Salbeitee
- Propolis (ungeeignet für Menschen mit Blütenpollenallergien)
- Schüßler-Salze (Nr. 12, Calcium sulfuricum D6)
Wann Sie zum Arzt/Zahnarzt müssen
- Wenn Sie sehr häufig unter Aphthen leiden.
- Wenn die Aphthen nicht innerhalb von zwei Wochen heilen.
- Wenn eine sehr hohe Anzahl an Aphthen vorhanden ist.
Was Ihr Arzt/Zahnarzt tun kann
- Schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente in Form von Salben, Gelen oder Sprays zur lokalen Betäubung
- Vitamin B12, Eisen, Zink oder Folsäure bei nachgewiesenen Mangelzuständen
- Behandlung einer Grunderkrankung einleiten
- Laserbehandlung (beim Zahnarzt)
Vorbeugung
- Zahnpasta, die irritierende Substanzen wie z. B. Natriumlaurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate, SLS) enthält, möglichst meiden.
- Ausgewogene Ernährung
- Gesunde Lebensführung
- Gute Mundhygiene
- Stark säurehaltige Nahrungsmittel wie Tomaten und Zitrusfrüchte möglichst meiden.