Die
Abgabe einer Urinprobe und die Untersuchung mit einem Streifentest können zwar
nur grobe, qualitative Veränderungen nachweisen, doch gehört dieses Verfahren
aufgrund der einfachen Durchführbarkeit und der geringen Kosten zu den
Standard-Laboruntersuchungen. Die Aussagekraft eines Urintests hängt wesentlich
davon ab, dass die Urinprobe sachgerecht und ohne Verunreinigungen gewonnen wird
(Mittelstrahlurin). Der Urin wird beispielsweise auf folgende Bestandteile
getestet:
Bei Gesunden lässt sich kein Zucker im Urin nachweisen. Der Test auf Zucker im Urin ist daher ein einfacher Screening-Test auf die Blutzuckerkrankheit (Diabetes). Der Urintest wird auch von Zuckerkranken regelmäßig zur Überwachung ihres Diabetes durchgeführt. Bei einer guten Einstellung bzw. medikamentösen Behandlung enthält der Urin des Diabetikers keinen oder nur wenig Zucker.
Bei einer korrekt gewonnenen Urinprobe sind bei einem Gesunden weder Bakterien noch weiße Blutkörperchen vorhanden. Der Nachweis von Bakterien oder Leukozyten weist auf eine Infektion der Blase oder der ableitenden Harnwege hin.
Rote Blutkörperchen im Urin (Hämaturie) können ebenfalls auf eine Entzündung der Harnwege, aber auch auf Nieren- oder Blasensteine hinweisen.
Dauerhaft erhöhte Eiweißkonzentrationen im Urin (Proteinurie) weisen auf eine chronische Erkrankung, z. B. Nierenschädigung, Diabetes mellitus, hin. Eine kurzzeitige oder vorübergehende Proteinurie kann aber auch bei Fieber oder starken körperlichen Belastungen auftreten.
Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin). Bilirubin wird normalerweise nicht mit dem Urin ausgeschieden; der Nachweis von Bilirubin im Urin weist auf Funktionsstörungen der Leber oder Galle hin.
Wichtig: Keinesfalls sollten Sie die Ausführungen zur Urinuntersuchung zur Stellung einer Selbstdiagnose oder gar Selbstbehandlung einsetzen. Ein einzelner Laborwert kann aus den verschiedensten Gründen immer abweichen und muss ggf. erneut überprüft und/oder durch weitere Untersuchungen ergänzt werden.