Ratgeber Gesundheit
Leberbeschwerden
Die Leber hat zahlreiche wichtige Aufgaben im Organismus. Sie produziert die Gallenflüssigkeit
(Gallenbeschwerden),
hat zahlreiche Stoffwechselaufgaben und ist das wichtigste
Entgiftungsorgan des Körpers.
Werden der Leber mehr
Schadstoffe (z.B. Alkohol) zugeführt, als sie verarbeiten kann, kommt es
zur Fettleber. Ist die Leber durch den Abbau von
Schadstoffen wie z.B. Alkohol überlastet, kann Fett nicht in ausreichendem
Maße verbrannt werden. Fett wird in der
Leber gespeichert. Die Leber vergrößert sich und manchmal entsteht ein
Druckgefühl (Völlegefühl oder leichte Übelkeit) im rechten Oberbauch
am Rippenbogen. Häufig spürt man aber gar nichts. Die Leberfunktion ist
noch nicht beeinträchtigt, und durch Gewichtsreduktion oder
Alkoholverzicht bildet sich die Fettleber zurück.
Fettleber hat nichts mit zu fetter Ernährung zu tun, sondern mit
Fehlernährung! Häufig kommt eine
Fettleber bei
Alkoholikern oder
Diabetikern vor, und manchmal auch in der
Schwangerschaft.
Bei einer Leberentzündung (Hepatitis) kommt es zunächst zu grippeähnlichen
Beschwerden, wie
Fieber,
Kopfschmerzen,
Übelkeit,
Müdigkeit,
Gliederschmerzen und
Verdauungsstörungen. Hinzu kommen Schmerzen unter
dem rechten Rippenbogen. Später tritt meist eine Gelbsucht auf. Durch die
Entzündung der Leber kann die Galle nicht mehr abfließen oder es wird zu
wenig Galle gebildet, so dass sich die Farbe von Stuhl (heller) und Urin (dunkler) verändert. Die
Erkrankung kann sehr leicht chronisch werden.
Als Folge eines jahrelangen
Alkohol- oder Tablettenmissbrauches oder einer Hepatitis-Erkrankung kann
es zu einem Umbau von funktionstüchtigem Lebergewebe in Bindegewebe kommen
(Leberzirrhose). Dabei treten zahlreiche Beschwerden auf (z.B. Hormonstörungen,
Blutungen der Speiseröhre, Bauchwassersucht,
Hämorrhoiden usw.). Im späten
Stadium kann die Leber ihre Funktion vollständig verlieren.
Häufigste Ursachen der Leberzirose
- Alkoholmissbrauch
- Regelmäßige Medikamenteneinnahme (z.B. von Schmerz- und Rheumamitteln)
- Vergiftungen (z.B. mit Alkohol, Chemikalien, Tabletten, Giftpilzen)
- Hepatitis-Viren. Die wichtigsten sind der Hepatitis A-Virus und der Hepatitis B-Virus.
Hepatitis A wird durch Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser übertragen.
Die Gefahr ist in warmen Ländern besonders groß (Reisehepatitis). Die Erkrankung dauert etwa vier Wochen
und verläuft meistens ziemlich schwer, wird aber selten chronisch.
Hepatitis B wird durch verunreinigte Spritzen, Blutkonserven oder durch Geschlechtsverkehr übertragen.
Krankenhauspersonal ist besonders gefährdet. Die Ansteckung kann bis zu einem halben Jahr
vor Auftreten der ersten Beschwerden erfolgt sein. In fünf bis zehn Prozent aller Fälle
wird sie chronisch und kann zu Leberkrebs führen. Es gibt noch mindestens 3 weitere
Hepatitis-Viren-Typen (C, D und E).
- Andere Viren, Bakterien oder Parasiten
Was Sie tun können
- Vor vielen Erkrankungen der Leber kann man sich schützen. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung
- Alkohol meiden, Übergewicht reduzieren
- Vor Virus-Hepatitis A kann man sich schützen, indem man besonders auf Reisen, Hygienemaßnahmen beim Essen, Trinken und auf Toiletten beachtet.
Es ist auch möglich, sich gegen Hepatitis A impfen zu lassen
- Gefährdete Personen sollten sich gegen Hepatitis B impfen lassen
- Pflanzliche Präparate mit Mariendistelfrüchten,
Vitamin E oder Selen wirken als Leberschutzmittel, indem sie Schadstoffe abfangen.
Außerdem unterstützen sie den Heilungsprozess bei Lebererkrankungen.
- Laktose ist ein osmotisch wirksames Abführmittel. Durch den künstlich erzeugten Durchfall
wird bei Leberschäden verhindert, dass leberschädigende Stoffe aus dem Darm aufgenommen werden.
- Auch B-Vitamine werden bei Leberschäden eingesetzt
Wann Sie zum Arzt müssen
- Bei ersten Anzeichen einer Lebererkrankung, insbesondere, wenn Sie Alkohol trinken
- Sofort bei Gelbfärbung von Augen und Haut (Gelbsucht)
- Wenn sich Stuhl oder Urin, wie oben beschrieben, entfärben
Was Ihr Arzt tun kann
- Der Arzt kann das Ausmaß und die Ursache der Leberschädigung feststellen
- Durch eine Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob eine Infektion mit Hepatitis-Viren vorliegt
- Durch eine Testung der Leberenzyme lässt sich der Zustand der Leber feststellen
- Präparate mit Mariendistelfrüchten zur unterstützenden Behandlung chronisch-entzündlicher
Lebererkrankungen oder bei toxischen Leberschäden einsetzen
- Gegen Reisehepatitis kann vor einer Reise in gefährdete Gebiete eine Impfung durchgeführt werden.
Der Schutz hält mehrere Wochen an
- Gefährdete Gruppen (z.B. Krankenhauspersonal) können sich gegen Hepatitis impfen lassen
Vorbeugung
- Impfung
- Übergewicht vermeiden
- Gesunde, fettarme und vitaminreiche Kost
- Alkohol nur in kleinen Mengen trinken
- Bei Hepatitis: Engen Kontakt zu Erkrankten meiden und peinlich auf Sauberkeit bei Essen,
Trinken, Toilette und Wäsche achten, weil Urin, Speichel, Stuhl und Blut die Krankheit übertragen können.